Ein­la­dung zur Aus­stel­lung  – und zur Ver­nis­sa­ge am 9. Febru­ar 2024, ab 19:00 Uhr

In die Tota­le geht es mit der Aus­stel­lung für die rund 40 Absolvent*innen der Fakul­tät Design an der TH Nürn­berg. Die „Tota­le“ ist eine Ein­stel­lungs­grö­ße im Film, bei der Figu­ren in der Umge­bung zu sehen sind. In unse­rem Fall: eine gan­ze Grup­pe von Men­schen. Wir prä­sen­tie­ren die Gesamt­an­sicht eines abge­schlos­se­nen Stu­di­ums. Und eine gan­ze Sze­ne­rie ergibt die Aus­stel­lung aus Pla­ka­ten, Büchern und Comics, Maga­zi­nen, Fil­men, Objek­ten, Apps, Spie­len und vie­lem mehr.

Gezeigt wer­den neben vie­lem anderen …

… ein Brett­spiel über süd­ost­asia­ti­sche Mythen
… eine Kam­pa­gne, die am Bei­spiel Nürn­bergs auf sexu­el­le Beläs­ti­gung im öffent­li­chen Raum auf­merk­sam macht
… Neue­run­gen für Bau und Gestal­tung von Möbeln, wenn nun auch Rund­höl­zer zu Rega­len oder Abla­gen gebo­gen wer­den können
… ein Kon­zept für eine Ani­ma­ti­ons­se­rie für Jugend­li­che, in der eine jun­ge Hexe all­zu vie­le Men­schen in die Bild­wel­ten von Comics ver­bannt hat
… moder­ne Por­trät­fo­to­gra­fie, die einen Hand­wer­ker zeigt, des­sen Kunst und Tra­di­ti­on, der Bau his­to­ri­scher Zupf­in­stru­men­te, wohl mit ihm endet, wenn er ein­mal aufhört
… ein Kon­zept, Räu­me und Situa­tio­nen für alle Sin­ne zu kon­ser­vie­ren: eine Zeit-Kap­sel vielleicht
… oder …
… Gestal­tun­gen zu Heil­pflan­zen, einem Psy­cho­thril­ler, einem illus­trier­ten Gedicht­band und krea­ti­ven Kraftorten
… etc. etc. etc.

Denn: Die The­men, Auf­ga­ben und For­men von Design sind über­ra­schend, kri­tisch und innovativ.

Der Stu­di­en­gang Design an der TH Nürn­berg ver­mit­telt Wis­sen, Erfah­run­gen und Kom­pe­ten­zen in den fol­gen­den Modu­len bzw. Fächern: Cast (Audio­vi­su­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on im Inter­net / Video und Bewegt­bild), CGI (Com­pu­ter Gene­ra­ted Ima­ging), CGO (Com­pu­ter Gene­ra­ted Object Design / Vir­tu­el­les Pro­dukt­de­sign), Film & Ani­ma­ti­on, Foto­gra­fie / Digi­tal Ima­ging, Gra­fik­de­sign, Illus­tra­ti­on, Inter­ak­ti­ons­de­sign / Digi­tal Expe­ri­ence, Raum- und Event­de­sign, Typo­gra­fie und Ver­ba­le Kom­mu­ni­ka­ti­on (Mul­ti­me­dia­le Sprach­ge­stal­tung / Lan­guage in Media and Design).

Hier schon ein paar High­lights unse­rer Werkschau:

Maria Benrh­i­at – Sneak­Peek Dia­ry. A Mid­jour­ney Experiment

Tren­dy Lauf­schu­he? Eine Serie von Snea­k­ern? In zeit­ge­mä­ßer, aber etwas irri­tie­ren­der „Dark Romance“-Ästhetik? – Nicht nur. Eher schon eine per­sön­li­che, augen­öff­nen­de Rei­se. Denn das Unge­wöhn­li­che an Maria Benrh­i­ats Bil­dern ist, dass sie in Aus­ein­an­der­set­zung, qua­si im gestal­te­ri­schen Dia­log mit einer Künst­li­chen Intel­li­genz ent­stan­den sind. Die Fall­stu­die öff­net die KI Mid­jour­ney für Designer*innen. Und das gilt auch für jene, die vor­her noch nicht mit Arti­fi­ci­al Intel­li­gence in Berüh­rung gekom­men sind. Denn auch Maria Benrh­i­at selbst hat­te vor die­sem Expe­ri­ment noch nicht all­zu viel Erfah­rung oder Übung mit der neu­en Technik.

Danie­la Lud­wig –  Das halb­vol­le Glas. Ein opti­mis­ti­sches Sammelsurium

Ist es naiv, opti­mis­tisch zu sein? Wenn täg­lich von Kon­flik­ten, Kri­sen und Krie­gen berich­tet wird? Arten­ster­ben, Kli­ma­kri­se? Vie­le sehen Opti­mis­mus mitt­ler­wei­le schon als Flucht aus der Rea­li­tät. Denn es ist nahe­lie­gend, die Welt pes­si­mis­tisch zu betrach­ten. Aber Opti­mis­mus ist viel mehr als das blo­ße Aus­blen­den von Nega­ti­vem. Danie­la Lud­wig begeg­net dem Phä­no­men und ver­mit­telt, dass es immer noch mög­lich ist, dem Leben etwas Posi­ti­ves abzu­ge­win­nen. Ihr „Sam­mel­su­ri­um“ ver­bin­det unter­schied­li­che The­men und Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten. Eine Col­la­ge aus Reden und Vor­trä­gen, Zita­ten, Kas­sen­zet­tel-Noti­zen, Bibel-Ver­sen usw. Das Pro­jekt ist nicht so ein­fach ein­zu­ord­nen, ist es doch weder Buch noch Maga­zin. Und wie man die Ele­men­te erlebt, die sich da anein­an­der­rei­hen und was man aus ihnen macht, bleibt denen, die sich mit ihnen aus­ein­an­der­set­zen, selbst überlassen.

Vik­to­ria Kon­ni­kov  –  ADHS im Erwachsenenalter

„Auf­merk­sam­keits­de­fi­zit-“ oder „Hyper­ak­ti­vi­täts­stö­rung“? Mitt­ler­wei­le wis­sen schein­bar alle, was ADHS ist. Aber wis­sen sie es wirk­lich? In ihrem Maga­zin zeigt Vik­to­ria Kon­ni­kov Vor­ur­tei­le und ste­reo­ty­pe Aus­sa­gen und kon­fron­tiert sie mit Berich­ten von Betrof­fe­nen und wis­sen­schaft­li­chen Erklä­run­gen. Illus­tra­tio­nen mit teils erns­ten, teils ver­spiel­ten Moti­ven beglei­ten die Tex­te und ver­mit­teln, wie es ist, mit Hyper­ak­ti­vi­tät oder Auf­merk­sam­keits­pro­ble­men umzu­ge­hen. So erhal­ten Nicht-Betrof­fe­ne einen Ein­blick in die viel­fäl­ti­ge und kom­ple­xe Lebens­rea­li­tät von ADHS im Erwachsenenalter.

Lean­der Kirch­ner – The Endling

Wir rot­ten Tie­re und Pflan­zen aus. Jedes Jahr ver­schwin­den immer wei­te­re Arten. Aber wie nah kann uns ein aus­ge­stor­be­nes Wesen noch kom­men? In den drei­ßi­ger Jah­ren des 20. Jahr­hun­derts haben Men­schen den Tas­ma­ni­schen Tiger, den Beu­tel­wolf „Thyl­a­ci­ne“ aus­ge­rot­tet. Durch alte Film­auf­nah­men ist er heu­te immer noch greif­bar. Der 2D-ani­mier­te Kurz­film “The End­ling”, der Letz­te sei­ner Art, spielt mit Bil­dern, Sound und Wor­ten und lie­fert eine ein­dring­li­che Erfah­rung. Die Zuschauer*innen sehen, wie mensch­li­che Besied­lung und Aus­brei­tung in der Natur, den Lebens­raum der Tie­re ver­än­dern, zer­stö­ren und letzt­end­lich über ihr Schick­sal entscheiden.

Lara Schatz und Lau­ra Mat­tes – ell­mal­z­wei: Impuls, Design, Marke

Wie star­tet man eine Design-Mar­ke? Gleich­viel ob für ande­re oder einen selbst, das ist immer ein schwie­ri­ger Pro­zess. Und wie sehr inspi­riert uns unse­re Umwelt dabei? Was geschieht, wenn Gestalter*innen ein­fach nur mit offe­nen Augen durch die Welt gehen? Lara und Lau­ra arbei­te­ten an ihrer Eigen­mar­ke „ell­mal­z­wei“, indem sie Mus­ter erkann­ten, For­men nutz­ten, Phä­no­me­nen der Wahr­neh­mung nach­gin­gen. Die orga­ni­sche Form einer acht­los weg­ge­wor­fe­nen Man­da­ri­nen­scha­le. Die Flä­chen eines zusam­men­ge­knüll­ten Kas­sen­zet­tels auf dem Asphalt. Ist das Geo­me­trie? Die gro­ben Struk­tu­ren, die sich erge­ben, wenn Wand­far­be abblät­tert. Ein ver­steck­tes Gesicht in der Fas­sa­de eines alten Hau­ses. Lara Schatz und Lau­ra Mat­tes beschäf­tig­ten sich 30 Tage lang mit die­ser Suche nach Inspi­ra­ti­on und doku­men­tier­ten den Pro­zess. Die Her­aus­for­de­rung war, in der Nürn­ber­ger Süd­stadt die Kon­trol­le an die unschein­ba­ren Impul­se ihrer All­tags­um­ge­bung abzu­ge­ben. Ohne genau zu wis­sen, was ent­ste­hen wird. Immer in der Hoff­nung, Anrei­ze zu erhal­ten, die sie dann in unter­schied­li­che Designs für ihre Print- und Tex­til­pro­duk­te einbrachten.

Felix Schmidt  –  Ein­fach Smör­re­bröd? Beleg­te däni­sche Bro­te neu genießen

Däne­mark ist das Rei­se­ziel Nr. 1 unter den Deut­schen. Dort wer­den zum däni­schen Mit­tag­essen, der „Froh­kost“, beleg­te Bro­te geges­sen. Das Smör­re­bröd hat in Däne­mark eine lan­ge Tra­di­ti­on, die bis in die Wikin­ger­zeit zurück­reicht. Bis heu­te ist es fes­ter Bestand­teil der däni­schen Ess­kul­tur. Auch wenn es zeit­wei­se als „Alte-Leu­te-Essen“ galt. Anfang der 2000er-Jah­re befrei­ten Köche wie Adam Aamann das Smör­re­bröd von sei­nem schlech­ten Image. Felix Schmidts Koch­buch stellt in fünf Kapi­teln vor, was es dar­über zu wis­sen gibt. Außer­dem inspi­riert es zu eige­nen Smör­re­bröd-Kom­po­si­tio­nen, die auf indi­vi­du­el­le Vor­lie­ben, aber auch dar­auf abge­stimmt sind, was gera­de regio­nal oder sai­so­nal ver­füg­bar ist.

T. H. Minh Voll  –  Tây rau muống/ West­li­cher Was­ser­spi­nat. Geschich­ten einer deutsch-viet­na­me­si­schen Generation

Fami­li­en, die viet­na­me­si­sche Wur­zeln haben, gel­ten in Deutsch­land als flei­ßig und leis­tungs­be­reit. Deutsch-viet­na­me­si­sche Kin­der zeich­nen sich in natur­wis­sen­schaft­li­chen Fächern aus, spie­len Instru­men­te und stre­ben eine aka­de­mi­sche Kar­rie­re an, in Tech­nik, Medi­zin oder Rechts­we­sen. Die zen­tra­len Wer­te im Leben die­ser Grup­pe sind Leis­tung, Bil­dung und Fami­lie. Eine vor­bild­li­che Grup­pe unter Migran­tin­nen und Migran­ten? Doch wie sieht ihre Rea­li­tät aus? T. H. Minh Voll ist selbst Deutsch-Viet­na­me­sin und wenn sie Men­schen mit einem ähn­li­chen Hin­ter­grund begeg­net, tau­chen immer die glei­chen Geschich­ten, The­men oder Erleb­nis­se auf. Und das, obwohl wir hier von Indi­vi­du­en spre­chen, die oft ganz ande­re Lebens­läu­fe und Per­sön­lich­kei­ten haben. Das illus­trier­te Buch­werk „Tây rau muống – West­li­cher Was­ser­spi­nat“ ist eine Samm­lung von Erleb­nis­sen, Gedan­ken und Emo­tio­nen – auf der Basis von Gesprä­chen. Es erzählt die Lebens­ge­schich­ten der Inter­view­ten und wie es ist, zwi­schen zwei Kul­tu­ren aufzuwachsen.

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Und weil die Abschluss­ar­bei­ten ange­fer­tigt wer­den, um wahr­ge­nom­men zu wer­den, freu­en sich die Absolvent*innen natür­lich über Inter­es­se und Publikum.

Tref­fen Sie also Stu­die­ren­de und Leh­ren­de an der Ver­nis­sa­ge der Werk­schau am 09. Febru­ar 2024 ab 19 Uhr in der Fakul­tät Design der TH Nürnberg.

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Text: Anto­nia Chris­to­fo­ri, Ana­sta­sia Braun, Max Ackermann
Bilder/ Fotos: Das Kata­log-Team der Werk­schau Tota­le und
von Absolvent*innen wie Vik­to­ria Konnikov
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Noch ein paar Infor­ma­tio­nen zur Veranstaltung:

Ver­nis­sa­ge:
Frei­tag, den 9. Febru­ar 2024, ab 19 Uhr
Ein­tritt: Ein­tritt frei

After-Par­ty – nach der Vernissage:
Frei­tag, den 09. Febru­ar 2024, ab 22 Uhr
Wei­nerei, König­stra­ße 33–37, 90402 Nürnberg
Ein­tritt: auf Spendenbasis

Wei­te­re Öff­nungs­zei­ten der Ausstellung:
Sams­tag, 10. Febru­ar 2024
Mon­tag, 12. Febru­ar 2024 und
Diens­tag, 13. Febru­ar 2024
– jeweils 10–18 Uhr
(beson­de­re Füh­run­gen auch außer­halb der Öff­nungs­zei­ten nach Vereinbarung)