21. März 2022

More than Bricks

Tra­di­ti­on und Zukunft der Architekturkeramik

Die Son­der­aus­stel­lung „MORE THAN BRICKS! Tra­di­ti­on und Zukunft der Archi­tek­tur­ke­ra­mik“, die vom 20. März bis 3. Okto­ber 2022 im Por­zel­lani­kon in Selb gezeigt wird, führt den Besucher*innen die Viel­fäl­tig­keit in der Ver­wen­dung von kera­mi­schen Schmuck­ele­men­ten in der Archi­tek­tur vor Augen.

Die Son­der­aus­stel­lung ist wie ein Stadt­bum­mel gestal­tet. Er führt die Besucher*innen vor­bei an Geschäf­ten, Kir­chen, Schlös­sern und Fabrik­ge­bäu­den, bei denen Kera­mik als ästhe­ti­sches Gestal­tungs­ele­ment eine wich­ti­ge Rol­le spielt. Auf einer groß­zü­gi­gen und far­ben­fro­hen Aus­stel­lungs­flä­che, die durch groß­for­ma­ti­ge Archi­tek­tur­fo­to­gra­fien und zahl­rei­che Bild­schir­me authen­tisch und leben­dig insze­niert wird, kön­nen Besucher*innen die Ent­wick­lung die­ses facet­ten­rei­chen Mate­ri­als nach­voll­zie­hen und die Viel­falt der Ver­wen­dung von Kera­mik erle­ben. Seit Jahr­tau­sen­den reg­te gebrann­ter Ton in den
ver­schie­dens­ten For­men Bauherr*innen und Achitekt*innen an, ihn auf unter­schied­lichs­te Art und Wei­se zu ver­wen­den. Je nach Epo­che mal mehr oder mal weni­ger. Die Aus­stel­lung ver­mit­telt, dass der Werk­stoff Kera­mik schon immer genutzt wur­de, noch heu­te genutzt wird und in ihm sogar ein gro­ßes Poten­ti­al für eine zeit­ge­mä­ße und zukunfts­ori­en­tier­te Archi­tek­tur steckt.

80 Expo­na­te aus in- und aus­län­di­schen Muse­en und Samm­lun­gen, vom Mit­tel­al­ter bis zur heu­ti­gen Zeit, von klei­nen bemal­ten Flie­sen über plas­ti­sche Bau­ke­ra­mik bis hin zu gan­zen Fas­sa­den­tei­len prä­sen­tie­ren die Dimen­sio­nen, die Far­big­keit, die künst­le­ri­sche Qua­li­tät sowie die Mate­ria­li­tät und Wir­kung von Archi­tek­tur­ke­ra­mik. Ein beson­de­res High­light der Aus­stel­lung ist die eigens dafür erstell­te, digi­ta­le Rekon­struk­ti­on der Por­te Monu­men­ta­le, des ehe­ma­li­gen Ein­gangs­to­res zur Pari­ser Welt­aus­stel­lung im Jahr 1900. Mit Hil­fe einer VR-Bril­le ist es mög­lich, die­ses pro­mi­nen­te und monu­men­ta­le Bau­werk zu erle­ben und die ver­wen­de­ten kera­mi­schen Arbei­ten so zu sehen, wie sie damals ange­bracht waren und sie die Besucher*innen der Welt­aus­stel­lung sahen.

Beglei­tend zur Aus­stel­lung ist eine reich bebil­der­te und aus­führ­li­che Publi­ka­ti­on erschie­nen: „MORE THAN BRICKS! Tra­di­ti­on und Zukunft der Archi­tek­tur­ke­ra­mik“. Die 336-sei­ti­ge Begleit­pu­bli­ka­ti­on ver­sam­melt Bei­trä­ge von acht Autoren. Jeder beleuch­tet einen Aspekt in der lan­gen, facet­ten­rei­chen Geschich­te der Ver­wen­dung von kera­mi­schen Bau­tei­len und Zier­ele­men­ten in der Archi­tek­tur vom Mit­tel­al­ter bis in die heu­ti­ge Zeit.

Foto oben: Fas­sa­den­de­tail des Muse­um Brand­horst in Mün­chen, Sauer­bruch Hutton archi­tects / NBK Kera­mik GmbH 2005 – 2008 © Lud­wig Lutz