24. November 2020

MATE­RIA­LI­CA Award für Neue Mate­ria­li­en Bayreuth

bay­ern design-Mit­glied Neue Mate­ria­li­en Bay­reuth GmbH und die Fir­ma PPprint GmbH, eine Aus­grün­dung der Uni­ver­si­tät Bay­reuth, haben gemein­sam ein Poly­pro­py­len (PP) ent­wi­ckelt, das ein repro­du­zier­ba­res 3D-Druck­ergeb­nis ermög­licht. Die erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit wur­de nun mit dem MATE­RIA­LI­CA Design & Tech­no­lo­gy Award in der Kate­go­rie „Mate­ri­al“ ausgezeichnet.

Poly­pro­py­len (PP) ist einer der meist ver­wen­de­ten Kunst­stof­fe in der Indus­trie, für die Addi­ti­ve Fer­ti­gung jedoch eine Her­aus­for­de­run­gen. Es ver­bin­det als Poly­mer eine her­vor­ra­gen­de Recy­c­le­bar­keit mit vor­teil­haf­ten Eigen­schaf­ten hin­sicht­lich Mecha­nik und Che­mi­ka­li­en­be­stän­dig­keit. In der Ver­gan­gen­heit war die Ver­ar­bei­tung in der addi­ti­ven Fer­ti­gung jedoch schwer rea­li­sier­bar und das Mate­ri­al wur­de daher kaum ein­ge­setzt. Nun ist es gelun­gen, die­se Hür­den zu über­win­den und damit die Ver­ar­bei­tung von PP im indus­tri­el­len Groß­for­mat-3D-Druck zu ermöglichen.

Die gute Ver­ar­beit­bar­keit des Mate­ri­als im 3D-Druck und eine eigens rea­li­sier­te Anla­gen­tech­nik ermög­lich­ten es, den Pro­zess mit ande­ren eta­blier­ten Tech­no­lo­gien zu ver­ei­nen. So konn­te der Sitz­ho­cker „Honey-PP“ umge­setzt wer­den, der nun mit dem MATE­RIA­LI­CA Design & Tech­no­lo­gy Award aus­ge­zeich­net wurde.

Der Hocker ist bio­nisch inspi­riert und mit­tels Topo­lo­gie­op­ti­mie­rung aus­ge­legt. So ent­steht aus der sys­te­ma­ti­schen Sym­bio­se von Bau­teil­struk­tur und Mate­ri­al ein leich­tes, aber sta­bi­les Pro­dukt. Die­se kom­plex gestal­te­te Form ist aus­schließ­lich mit­tels addi­ti­ver Fer­ti­gung rea­li­sier­bar. Durch die Schaum­struk­tur weist die Sitz­flä­che gute Iso­la­ti­ons­ei­gen­schaf­ten auf und erzeugt ein ange­neh­mes, war­mes Sitz­ge­fühl. Auf­grund der Eigen­schaf­ten der Pel­lets kommt es im Groß­for­mat-3D-Druck wäh­rend des Druck­pro­zes­ses zu einer fes­ten stoff­schlüs­si­gen Ver­bin­dung zur EPP-Plat­te So ent­steht ein Bau­teil mit maß­ge­schnei­der­ten Eigen­schaf­ten in ver­schie­de­nen Berei­chen aus nur einem ein­zi­gen Kunst­stoff. Dadurch ent­fal­len beim Recy­cling auf­wen­di­ge Schrit­te der Tren­nung und Sortierung.

Mit dem Award zeich­net die Mes­se Mün­chen inno­va­ti­ve und her­aus­ra­gen­de Pro­dukt­lö­sun­gen an der Schnitt­stel­le von Mate­ri­al­ent­wick­lung und ‑anwen­dung aus, die mit­tels inno­va­ti­ver Tech­no­lo­gien gefer­tigt wurden.