10. Dezember 2021

Kul­tur- und Kreativpilot*innen 2021 ausgezeichnet

765 Bewer­bun­gen, 102 Aus­wahl­ge­sprä­che mit 127 Jury­mit­glie­dern – die Kul­tur- und Kreativpilot*innen 2021 ste­hen fest. Tat­kraft, Lösungs­ori­en­tie­rung und gesell­schaft­li­chen Wan­del als Chan­ce zu begrei­fen, dafür steht die Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft wie kei­ne ande­re Bran­che – und die 32 Titelträger*innen ver­kör­pern dies in bes­ter Weise.

Unter den Aus­ge­zeich­ne­ten sind unter ande­rem vier Pro­jek­te von Designer*innen aus Bay­ern, von denen zwei bei bay­ern design Ver­an­stal­tun­gen betei­ligt waren:

  • Meal Bag (Regensburg/Berlin)
    Zel­lu­lo­se und Stär­ke, die zur Kreis­lauf­wirt­schaft bei­trägt: Die Meal Bag der Regens­bur­ger Desi­gne­rin Ame­lie Graf ist ess­bar, im Heim­kom­post rück­führ­bar, lässt sich erneu­ern und wie­der­ver­wer­ten. Meal Bag macht die Ver­pa­ckung zu einem Bestand­teil der Mahl­zeit, denn was vie­le nicht wis­sen: Zel­lu­lo­se ist ess­bar und ein rei­ner Bal­last­stoff. Mit der Meal Bag zog Ame­lie Graf schon bei unse­rer Son­der­aus­stel­lung zur FACH­PACK 2021 gro­ßes Inter­es­se auf sich.
  • Mari&Anne (Kit­zin­gen)
    Die Kom­bi­na­ti­on von Manu­fak­tur und Design-Ate­lier Mari&Anne im unter­frän­ki­schen Kit­zin­gen stellt zu 100 Pro­zent natür­li­che Haut­pfle­ge- und Design­pro­duk­te her. Bei der Her­stel­lung wird gro­ßer Wert auf Inklu­si­on und Arbeits­per­spek­ti­ven gelegt – Men­schen mit und ohne Behin­de­rung arbei­ten hier auf Augen­hö­he. Mit ihrer Arbeit möch­ten die Grün­de­rin­nen Mari­an­ne und Sabi­ne, Mut­ter und Toch­ter, Seh­ge­wohn­hei­ten ändern und ein sen­si­ble­res Bewusst­sein für ein authen­ti­sches Mit­ein­an­der in Viel­falt schaf­fen. Wir stell­ten Mari&Anne bereits bei MCBW START UP 2021 vor, wo sie sich mit einem Video­in­ter­view an unse­rer vir­tu­el­len Aus­stel­lung beteiligten.
  • Of Colour (Pas­sau)
    of Color ist ein ras­sis­mus­kri­ti­sches Pro­jekt aus Pas­sau, das neben einer Print­ver­si­on auch eine Web­site und eine Insta­gram-Prä­senz umfasst. Das ehren­amt­li­che Team um Her­aus­ge­be­rin Pia Ihe­dio­ha möch­te einen akti­ven Bei­trag zum Anti­ras­sis­mus-Dis­kurs in Deutsch­land leis­ten und konn­te im Mai 2021 mit dem Ver­kauf einer ers­ten Aus­ga­be star­ten sowie mit der eige­nen Web­site online gehen. of Color soll als Raum für den Aus­tausch unzen­sier­ter Gedan­ken die­nen, als Safer Space, kre­iert von Bi_PoC für Bi_PoC. Die ers­te Print-Aus­ga­be mit dem Titel­the­ma „Wis­sen ist Macht“ ent­hält zahl­rei­che Bei­trä­ge, Bil­der, Inter­views und Lite­ra­tur­emp­feh­lun­gen, die BIPoC Werk­zeu­ge an die Hand geben, indem unter ande­rem wich­ti­ge Begriff­lich­kei­ten zur bes­se­ren Ori­en­tie­rung erklärt werden.
  • Oh Woman (Aich­ach)
    Tania Hernán­dez und Ste­pha­nie Renz aus Aich­ach haben OH WOMAN 2020 mit gegrün­det, um Sexu­al­kun­de in das 21. Jahr­hun­dert zu trans­por­tie­ren, Infor­ma­tio­nen auf ver­schie­de­nen Platt­for­men zugäng­lich zu machen und so eine Welt ohne Scham gegen­über dem eige­nen Kör­per zu ermög­li­chen. Dafür haben sie ein Holz­spiel ent­wi­ckelt – mit 40 Fra­gen rund um Peri­ode, Zyklus und Kör­per. Die Pro­duk­ti­on des Spiels fin­det voll­stän­dig lokal in Bay­ern statt – jedes ein Uni­kat und hand­ge­fer­tigt. Alle Fra­gen und Ant­wor­ten sind von der NGO Mens­tru­al Health Hub geprüft, deren För­der­ar­beit pro Spiel mit einer Spen­de unter­stützt wird.

Der rasan­te wie tief­grei­fen­de sozia­le, öko­lo­gi­sche und tech­no­lo­gi­sche Wan­del erfor­dert den Mut, Din­ge neu und anders zu den­ken – eine Fle­xi­bi­li­tät, die nicht allen leicht­fällt. Umso wich­ti­ger, die neu­en Akteur*innen einer Bran­che zu wür­di­gen, die schon immer die Gren­zen des Mach- und Denk­ba­ren aus­ge­lo­tet und ver­scho­ben hat. „Wenn es um Inno­va­tio­nen, Lösun­gen und neue Denk­wei­sen in Zei­ten des Wan­dels geht, gehö­ren unse­re Titelträger*innen zu den wich­tigs­ten Impulsgeber*innen“, so Chris­toph Backes vom aus­rich­ten­den u‑institut für unter­neh­me­ri­sches Den­ken und Han­deln e. V.

Die Aus­zeich­nung legt ihren Fokus auf die Per­sön­lich­keit der Unternehmer*innen, „denn es ist wich­tig, zu zei­gen, wel­che Inno­va­ti­ons­kraft in die­sen Macher*innen, und Wegbereiter*innen steckt“, betont Syl­via Hus­tedt vom u‑institut. Die Kul­tur- und Kreativpilot*innen wer­den Teil eines ein­zig­ar­ti­gen Men­to­ring­Pro­gramms, pro­fi­tie­ren von Work­shops, Coa­chings, dem hoch­klas­si­gen Expert*innen-Netzwerk ino­tiv und von der bun­des­wei­ten Auf­merk­sam­keit durch die Auszeichnung.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu die­sen und allen wei­te­ren Kul­tur- und Krea­tiv­pi­lo­ten gibt es auf der Inter­net­sei­te der durch die Bun­des­re­gie­rung ver­ge­be­nen Aus­zeich­nung. Vor­aus­sicht­lich Anfang Febru­ar 2022 wird die digi­ta­le Aus­zeich­nungs­ver­an­stal­tung stattfinden.