10. Dezember 2021

Bun­des­preis Ecode­sign für zwei Designs aus Bayern

Beim Bun­des­preis Ecode­sign wer­den zehn Pro­duk­te bzw. Kon­zep­te mit inno­va­tiv-nach­hal­ti­gem Design aus­ge­zeich­net. Unter den Preisträger*innen der höchs­ten staat­li­chen Aus­zeich­nung für öko­lo­gi­sches Design in Deutsch­land sind auch zwei aus Bayern.

Aus­ge­zeich­net wur­den sehr unter­schied­li­che inno­va­ti­ve Pro­jek­te, wie z.B. ein Schul­ge­bäu­de mit kli­ma­po­si­ti­ver Ener­gie­bi­lanz, Online-Bestel­lun­gen ohne Ver­sand­müll oder ein neu­es Leben für alten Pelz.

Einer der bei­den aus­ge­zeich­ne­ten Wett­be­werbs­bei­trä­ge aus Bay­ern ist VIOW­ALL, eine Lösung für die natür­li­che Trock­nung feuch­ter Haus­wän­de. Zum Ein­satz kom­men Kis­sen­ele­men­te, die mit aus Alt­glas gewon­ne­nem Glas­schaum gefüllt sind. Die­se Ele­men­te umschlie­ßen die Grund­mau­ern und bil­den eine undurch­dring­ba­re Feuch­tig­keits­bar­rie­re, die auf­grund natür­li­cher phy­si­ka­li­scher Vor­gän­ge sofort wirk­sam ist. Was­ser in den Wän­den wird vom Glas­schaum absor­biert und mit­tels Eva­po­ra­ti­on nach oben abge­lei­tet. Im Gegen­satz zu übli­chen Voll­schutz­lö­sun­gen wird bei der Her­stel­lung auf den Ein­satz erd­öl­ba­sier­ter Stof­fe verzichtet.

„Eine ver­blüf­fend ein­fa­che und über­zeu­gend umge­setz­te Lösung, um Grund­mau­ern dau­er­haft tro­cken zu hal­ten. Wie eine atmen­de Mem­bran bil­den die aus Alt­glas gefer­tig­ten Glas­schaum­kis­sen eine geschlos­se­ne Bar­rie­re, die Feuch­tig­keit durch Ver­duns­tung ablei­tet und Stau­näs­se ver­hin­dert. Ein inno­va­ti­ver Ein­satz­be­reich für die­sen öko­lo­gi­schen Dämm­stoff.“ so die Jury in ihrer Begründung.

Eben­falls aus­ge­zeich­net wur­de das Dusch­gel- und Hand­sei­fen-Pul­ver von Less Was­te Club UG. Die Dusch­gels und Hand­sei­fen in Pul­ver­form bie­ten ein umweltfreundliche­res Dusch­er­leb­nis. Beim Mischen mit Was­ser wer­den sie zu einem flüs­si­gen Kör­per­pfle­ge­pro­dukt. Durch die Reduk­ti­on des Was­ser­an­teils auf nahe­zu null und die damit ein­her­ge­hen­de Ver­rin­ge­rung des Trans­port­ge­wichts, die Her­stel­lung in Deutsch­land sowie durch den Ver­zicht auf die klas­si­sche Plas­tikverpackung wer­den im Her­stel­lungs- und Lie­fe­rungs­pro­zess ein Groß­teil der CO²-Emis­sio­nen eingespart.

Dies über­zeug­te auch die Jury: „Die bei­den Ein­rei­chun­gen über­zeu­gen vor allem durch die her­vor­ra­gen­de Idee, beim Pro­dukt selbst Was­ser ein­zu­spa­ren, d.h. weni­ger Trans­port­ge­wicht und Kunst­stoff­ver­pa­ckung. In einem Markt, der über­wie­gend flüs­si­ge Kos­me­tik­ar­ti­kel in Plas­tik­fla­schen anbie­tet, bedeu­ten Pro­duk­te in Pul­ver­form und wie­der­ver­wend­ba­ren Spen­der­fla­schen eine gute Alter­na­ti­ve für Men­schen, die auf flüs­si­ge Kos­me­ti­ka nicht ver­zich­ten wollen.“

Dr. Dirk Mess­ner, Prä­si­dent des Bun­des­um­welt­am­tes betont in die­sem Zusam­men­hang die wich­ti­ge Rol­le des Designs: „Das The­ma Ecode­sign hat enorm an Bedeu­tung gewon­nen. Ecode­sign spielt mitt­ler­wei­le eine zen­tra­le Rol­le in der Kreis­lauf­ge­sell­schaft und der Ent­kopp­lung von Res­sour­cen­ver­brauch und Wohl­stand. Die­se gewach­se­ne Bedeu­tung spie­gelt sich auch im Bun­des­preis Ecode­sign wider.“

Foto: Die Dusch­gels und Hand­sei­fen in Pul­ver­form von Less Was­te Club bie­ten ein umwelt­freund­li­che­res Dusch­er­leb­nis. Aus­ge­zeich­net wur­de es nun in der Kate­go­rie Pro­dukt. (Rech­te: IDZ Less Was­te Club UG)