29. Mai 2021

Uni­ver­sal Design

Designdisziplin und Wirtschaftsfaktor

Nach zehn Jahren bayerischer Designförderung zum Thema Universal Design ist es Zeit, Revue zu passieren, die wesentlichen Akteur*innen vorzustellen und die grundlegende Bedeutung von Universal Design für Wirtschaft und Gesellschaft an einer Stelle gebündelt herauszustellen. Die demografische Entwicklung beförderte dabei das Themenfeld Pflege zur zentralen Herausforderung des Universal Designs. Im Umfeld entstanden Kooperationen, strategische Allianzen und Formate, die sich aus der Kreativität des Designs und der Architektur speisten.

Die Geschäftsführerin von bayern design, Dr. Silke Claus (1965-2020), sorgte zusammen mit Thomas Bade, Geschäftsführer des Institut für Universal Design, wesentlich dafür, dass die Sichtbarkeit des Universal Designs bei der Leitmesse Altenpflege auf der Sonderschau Aveneo deutlicher sichtbar wurde.

Auch im Konzept der Munich Creative Business Week (MCBW) haben beide das Themenfeld Universal Design fest verankert. Eine jährliche Ausstellung, Konferenzen, Vorträge und Shops ermöglichen, die Designsicht, um Perspektiven auf die enormen Herausforderungen der Pflege zu erweitern. Anlass genug, dieses Themenfeld vor dem Hintergrund einer digitalen Transformation des Gesundheitssektors weiter zu vertiefen.

Im Folgenden wird die Definition des Universal Designs und seine Bedeutung als Wirtschaftsfaktor vorgestellt. Außerdem werden wichtige Akteur*innen aus den Bereichen Universität & Hochschule, Universal Design Netzwerken, der Wirtschaft und Architektur mit konkreten Fallbeispielen herausgearbeitet.

Definition

Universal Design als Begriff und als Konzept zur Produktentwicklung oder Architektur hat seinen Ursprung in den Vereinigten Staaten, besser der NC State University College of Design und seinem damals dort Lehrenden Ron Mace.

Ron Mace war es auch, der die sieben Grundprinzipien des Universal Design gemeinsam mit einem Team von Forscher*innen, Architekten*innen und Designer*innen formulierte. Wenn diese auch heute differenzierter gesehen werden, als Grundlage haben sie nicht an Bedeutung verloren:

  • Breite Nutzbarkeit
  • Flexibilität in der Benutzung
  • Einfache und intuitive Benutzung
  • Sensorisch wahrnehmbare Informationen
  • Fehlertoleranz
  • Niedriger körperlicher Aufwand
  • Größe und Platz für Zugang und Benutzung

Ron Mace und sein Team formulierten zudem einen Universal Design Grundsatz, der bis heute nichts an seiner Aussage Qualität verloren hat: „Universal design is the design of products and environments to be usable by all people, to the greatest extent possible, without the need for adaptation or specialized design.” (Ron Mace, Principles of Universal Design)

Im Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung aus dem Jahre 2008 findet sich diese Definition bereits im Artikel 2 der Konvention wieder: „Im Sinne dieses Übereinkommens bedeutet „universelles Design“ ein Design von Produkten, Umfeldern, Programmen und Dienstleistungen in der Weise, dass sie von allen Menschen möglichst weitgehend ohne eine Anpassung oder ein spezielles Design genutzt werden können. „Universelles Design“ schließt Hilfsmittel für bestimmte Gruppen von Menschen mit Behinderungen, soweit sie benötigt werden, nicht aus“ (Art. 2, Charta der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit einer Behinderung).

Und wo bleibt nun der Universal Design Bezug zu Bayern?

Dieser entstand ebenfalls 2008: Durch eine von der Robert Bosch Stiftung finanzierte wissenschaftliche Arbeit von Dr. Sandra Hirsch, die sich im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit am Lehrstuhl für Industrial Design (Uni. Prof. Fritz Frenkler) der Technischen Universität München mit der Bedeutung des Universal Design in Deutschland, Italien, Japan und Südkorea auseinandersetzte.

Von diesem Zeitpunkt an sind die Themenfelder des Universal Design immer wieder intensiv am Lehrstuhl bearbeitet worden. Fritz Frenkler und seiner engen Beziehung zu Japan (bis heute unterhält er ein Design Büro in Kyoto) ist es zu verdanken, dass das „bayerische universal design“ mit der japanische Design Organisation International Association for Universal Design (IAUD) und seinen internationalen Partner*innen verbunden ist.

Aus diesem Zusammenwirken entstand zudem eine intensive Zusammenarbeit mit bayern design, die nunmehr über zehn Jahre vertieft wurde und sich auf das Thema „Universal Design als Wirtschaftsfaktor“ fokussierte.

Wirtschaftsfaktor

Die konsequente und langjährige Förderung des Universal Designs durch bayern design und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie hat wesentlich dazu beigetragen, dass heute eine Reihe von bayerischen Unternehmen Universal Design als Grundsatz ihrer Produkt-, Service- und Konzeptentwicklungen erfolgreich nutzen. Universal Design entwickelte sich so zu einem der Alleinstellungsmerkmale des Freistaates und seiner Unternehmen. Die Basis hierfür legten darüber hinaus die hiesigen Designagenturen, freiberuflichen Designer*innen und deren enge Vernetzung mit Universitäten, Hochschulen und der Akademie des Handwerks in München. Im Folgenden werden ausgesuchte Akteur*innen vorgestellt, die sich in besonderer Weise mit Universal Design auseinandergesetzt haben.

Seit zehn Jahren bearbeitet und begleitet bayern design das Thema Universal Design als Wirtschaftsfaktor im Rahmen der jährlichen Designschau Munich Creative Business Week (MCBW). bayern design und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie wollen mit der konstanten Förderung des Universal Designs in Deutschland, die enormen Wachstumspotenziale für die bayerische Wirtschaft, das Handwerk, den Handel und die Sozialwirtschaft nicht nur sichtbar werden lassen, sondern Universal Design-Strategien in den Unternehmen verorten und verankern. Der demographische Wandel begünstigt diesen Ansatz ganz entscheidend.

Die konsequente und langjährige Förderung hat wesentlich dazu beigetragen, dass heute eine Reihe von bayerischen Unternehmen Universal Design als Grundsatz ihrer Produkt-, Service- und Konzeptentwicklungen erfolgreich nutzen. Universal Design entwickelte sich so zu einem der Alleinstellungsmerkmale des Freistaates und seiner Unternehmen!

Die Basis hierfür legten darüber hinaus die hiesigen Designagenturen, freiberuflichen Designer*innen und deren enge Vernetzung mit Universitäten, Hochschulen und der Akademie des Handwerks in München. Im Folgenden werden ausgesuchte Akteur*innen vorgestellt, die sich in besonderer Weise mit Universal Design auseinandergesetzt haben.

Das Oskar von Miller Forum in München bietet dem Thema Raum und hat sich zum „Schaufenster“ des Universal Designs während der jährlich ausgerichteten MCBW entwickelt. Es versteht sich als international geprägte Bildungseinrichtung der Tarifvertragsparteien der bayerischen Bauwirtschaft in Trägerschaft der Stiftung des bayerischen Baugewerbes. Ohne deren Gastfreundschaft und der ihres engagierten Hausherrn Prof. Dr. Werner Lang wäre eine inhaltliche Verknüpfung zwischen Wirtschaft, Architektur und Design nicht gelungen.

Erfolgreiches, wirtschaftliches und sozialverantwortliches Universal Design ist immer transdisziplinär, Netzwerk und Stakeholder orientiert. Dies belegen auch die UNIVERSAL DESIGN GOLD Gewinner*innen der letzten drei Jahre, die bei der MCBW in einem öffentlichen Verfahren von Fachleuten und Konsument*innen ausgewählt wurden. Angesichts der Vorgeschichte ist es wenig erstaunlich, dass sich ausgerechnet drei bayerische Unternehmen aus dem internationalen Feld der Teilnehmenden herausschälten und mit dem nur einmal jährlich vergebenen UNIVERSAL DESIGN GOLD ausgezeichnet wurden.

UNIVERSAL DESIGN GOLD 2018: Pflegepflaster moio

Im Jahr 2018 gewann das Pflegepflaster „moio“ den UNIVERSAL DESIGN GOLD für eine digital-analoge Lösung für ein selbstbestimmteres Leben Älterer und die Entlastung der Pflegenden.

Neben der technisch zukunftsweisenden Entwicklung durch Geschäftsführer der moio GmbH, Jürgen Besser, und seinem Fürther moio-Team, zeichnete das Münchner Designbüro N+P für den „überragenden, nutzerorientierten Ansatz“, so das Jury-Mitglied Helena Yoon, Professorin Yonsei University (Seoul), verantwortlich. Das Pflegepflaster moio entstand aus einer Kooperation mit der Wilhelm Löhe Hochschule für angewandte Wissenschaften der Diakonie Neuendettelsau (Diakoneo), der eesy innovation GmbH und des N+ P Teams um Geschäftsführerin Christiane Bausback, das für die Gesamtgestaltung verantwortlich zeichnete.

Das clevere TeleCare-System unterstützt Pflegende bei ihren täglichen Herausforderungen. Das Pflaster moio wird mit Hilfe einer speziellen Pflastertasche von Pflegebedürftigen direkt auf der Haut getragen. Es sammelt und interpretiert selbstständig Sensorinformationen und benachrichtigt Pflegende über eine App, sobald konkreter Handlungsbedarf besteht. Unterstützung wird genau dann geleistet, wenn sie benötigt wird. Kontroll- und Routineaufgaben werden vereinfacht. Davon profitieren Pflegende und Gepflegte gleichermaßen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

UNIVERSAL DESIGN GOLD 2019: Duschkabine PEGA

Im Folgejahr errang die Firma KERMI aus dem niederbayrischen Pankhofen den begehrten Gold-Award für das Produkt PEGA Duschkabine. Im Nachhinein wohl keine Überraschung, da das Unternehmen sich über mehr als zehn Jahre hinweg immer tiefer in die Thematik des Universal Design hineingearbeitet hat und engagiert an Forschungsvorhaben (z.B. „Der Raum – das Bad“ am Lehrstuhl für Industrial Design der TU München) mitgewirkt hat.

„Das Ergebnis PEGA ist in seiner Funktionalität für Nutzer*innen aller Altersbereiche nur schwer zu überbieten und setzt diese Kompetenz zudem in einer deutlichen Vereinfachung und Handhabung bei der Montage des Produktes [fort]“, stellte der Vorsitzende der Jury, Prof. Wolfgang Sattler, fest.

Aus der zum Award eingereichten Produktbeschreibung: „Das neue Pendel- und Gleittürprogramm PEGA bezaubert alle Generationen. Mit sanft gerundetem Design, exklusiver Technik und Optik und einem einzigartigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Der PEGA-Griff umschmeichelt die Hand. Alle Türflügel, auch die der Gleittüren, werden beim Öffnen über Unebenheiten hinweggehoben. PEGA bietet barrierefreien Zugang, guten Spritzwasserschutz, einen nützlichen glastransparenten Handtuchhaken, edle verchromte Applikationen, eine durchgängige Glas- und Profilhöhe, eine Serienhöhe von 2 m und eine einfache Reinigung. Vormontage und leichte, bewährte Technik erleichtern dem Installateur die Montage und sparen Kosten.“

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

UNIVERSAL DESIGN GOLD 2020: Trinkgefäß sippa home

Der demographische Wandel und seine Auswirkung auf die Entwicklung von Pflege- und Medizinprodukten setzten sich im Jahr 2020 fort. Auch diesmal entschied die fünfköpfige Expert*innenjury schnell und eindeutig. Mit UNIVERSAL DESIGN GOLD wird der Trinkbecher sippa des multidisziplinären Start-ups iuvas medical aus München ausgezeichnet, das wesentlich von der Unterstützung durch die Innovationsschmiede UnternehmerTUM und des Design Enterprise Verfahrens des Lehrstuhls für Industrial Design an der Technischen Universität München profitierte. Der lange Innovationsprozess führte 2019 zur Markteinführung der cleveren Trinkhilfe für Menschen in besonderen Lebenssituationen, z.B. wenn nach einem Schlaganfall oder bei einer Parkinsonerkrankung Trinken erst wieder gelernt werden muss. Ein besonderer Erfolg ist, dass sippa nun in vielen Fällen auch ärztlich verordnet werden kann.

Bei vielen Krankheitsbildern leiden Betroffene unter Problemen beim Trinken und profitieren so von einer Trinkposition mit gesenktem Kinn. Die Trinkhilfe sippa ermöglicht durch eine hochelastische Membran die Kompensation des Flüssigkeitspegels, so dass immer mit gesenktem Kinn getrunken werden kann. sippa besitzt die Form und Farbe eines gewöhnlichen Trinkgefäßes. Dadurch ersparen sich Anwender*innen den stigmatisierenden Gebrauch einer Schnabeltasse. sippa ist ein komplett modulares System, das sich den Bedürfnissen der Anwender*innen anpasst. Deckel, Henkel, Ventil und der patentierte sippa-Mechanismus sind optional mit dem sippa-Standardbecher kombinierbar.

Universitäten

„Universal Design muss früh und kontinuierlich in der Bildung verankert werden,“ lautet eine der zwölf Forderungen der Weimarer Erklärung zum Universal Design. Die Weimarer Erklärung zum Universal Design entstand im November 2009 und wurde im Rahmen der 90-Jahr-Feier des Bauhauses entwickelt. Die wissenschaftliche Leitung oblag dem Weimarer Prof. Wolfgang Sattler. Aus der damaligen Konferenz entwickelte sich das universitäre Netzwerk des Universal Designs. Exemplarisch werden im Folgenden ausgesuchte Universitäten vorgestellt, die sich in besonderer Weise mit den Themenfeldern des Universal Designs beschäftigt haben.

Um einen möglichst heterogenen Teilnehmendenkreis zu erreichen, wurden die Teilnehmer*innen der Konferenz gezielt ausgewählt. Auch damals entstand, wenn auch nicht geplant, bereits ein hoher Bezug zu Bayern und München. Zu den eingeladenen bayerischen Experten*innen gehörten Dr. Sandra HirschProf. Fritz Frenkler (beide Technische Universität München), der Journalist Dr. Oliver Herwig, der Designer und Strategieberater Stefan Brodbeck, der Designer Michael Lanz und Prof. Gerhard Kampe (Hochschule Coburg).

Bauhaus Universität Weimar

Geprägt durch den Industriedesigner Prof. Wolfgang Sattler ist die Bauhaus Universität und das Bauhaus-TransferzentrumDESIGN der Universal Design Think Tank geworden. Nach dem universal design e.V. übernahm das 2016 neugegründete Universal Design Forum e.V. die Aufgabe regelmäßig Akzente und Strategien für die Zukunft des Universal Design in Deutschland zu formulieren.

Die Tradition der Universal Design Expertenkonferenz wird in jährlichen Arbeitstreffen fortgesetzt. Hieraus entwickelte sich der Schwerpunkt Pflege und Gesundheit des Universal Design. Studierende besuchen zu Recherchezwecken regelmäßig die vom IUD Institut für Universal Design organisierte Sonderschau AVENEO im Rahmen der Leitmesse Altenpflege und nehmen rege an Universal Design Award Ausschreibungen teil.

Prof. Wolfgang Sattler ist zudem langjähriger Vorsitzender der Jury der Universal Design Competition und der vom IUD organisierten START-UP CHALLENGE. Aktuell engagiert sich das IUD auch im Advisory Board des Weimarer Forschungsprojektes „RethiCare – Re-thinking Care Robots“, das sich mit dem Einsatz von intelligenten robotischen Helfern in der Pflege auseinandersetzt.

Prof. Wolfgang Sattler zum Status des Universal Design

Technische Universität München (TUM)

Universal Design ist am Lehrstuhl für Industrial Design der Technischen Universität München (TUM) fest verankert. Das beachtliche Engagement des Lehrstuhlinhabers Prof. Fritz Frenkler, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Sandra Hirsch und des gesamten Teams haben dafür gesorgt, dass Universal Design zu einem durchgehenden Aufgaben- und Projektfeld des Lehrstuhls für Industrial Design geworden ist.

Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Erkenntnissen, Masterarbeiten und Semesteraufgaben haben dazu beigetragen, Universal Design als Haltung an die Studierenden weiterzugeben sowie Industrie und Wirtschaft in Strategien des Universal Designs einzubinden. Zahlreiche Studierenden beteiligte sich auch erfolgreich an den Universal Design Wettbewerben und erweitern mittlerweile als Alumni das Netzwerk des Universal Designs in Deutschland.

Mit der Schließung des Lehrstuhls im Jahr 2020 entstand eine echte Kompetenzlücke. Anlass genug hier einige der Forschungsprojekte vorzustellen:

Der Raum – Das Bad

Eine Forschungsinitiative des Büros feddersenarchitekten Berlin, der Fachgruppe Universal Design innerhalb des iF e.V. und des Lehrstuhls für Industrial Design der TUM gründeten gemeinsam die Forschungsgruppe „Der Raum – Das Bad“. Mit den Partnern iF UNIVERSAL DESIGN & SERVICE, Villeroy & Boch, Kermi, Jung, Küffner, Pressalit Care, Hansa und The Care Takers sowie ausgesuchten Anwendungsgruppen entwickelte die Forschungsgruppe Musterlösungen für Badezimmer im Bestand.

Gemeinsam war ihnen das Ziel bedarfsgerechte Lösungen auch im kleinsten Raum so zu realisieren, dass diese barrierereduziert und wirtschaftlich umzusetzen sind. Die vier Lösungsansätze wurden im Maßstab 1:1 im technischen Zentrum der TUM umgesetzt und validiert. Auf den Messen BAU, ISH und Altenpflege wurde die daraus gewonnene Musterlösung der Fachöffentlichkeit vorgestellt und mit einer UNIVERSAL DESIGN Auszeichnung prämiert.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Universal Design am Arbeitsplatz

Das Projekt Universal Design am Arbeitsplatz entstand in enger Zusammenarbeit mit der Linde Material Handling GmbH. Es wurde durch bayern design und das bayerische Wirtschaftsministerium gefördert und von der damaligen universal design GmbH koordiniert. Ziel war die Entwicklung eines Gabelstapler-Arbeitsplatzes, der auch den ergonomischen Anforderungen älterer Arbeitnehmer*innen gerecht wird und zugleich die Sicherheit der Logistikprozesse erhöht. Das Ergebnis wurde in einem 1:1 Modell im Rahmen der MCBW 2013 im Oskar von Miller Forum live vorgestellt.

Türen als Thema im Universal Design

Das Projekt "Die Tür" wurde durch die Unternehmen HEWI Heinrich Wilke GmbH und Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG begleitet und vom Institut für Universal Design koordiniert. Die Studierenden des Masterstudiengangs unterstützte der wissenschaftliche Mitarbeiter Moritz Segers.

Entwickelt wurden im engen Dialog mit den Industriepartnern vier Entwürfe, nämlich eine Erdbebenschutztür, eine InfoDoor, Hygri und M-Frame. Alle Entwürfe wurden in 1:1 Modellen realisiert und auf der MCBW 2017 live vorgestellt.

Universal Design für die ambulante Pflege

Schon 2013 nahmen Studierende das Thema der außerordentlichen Belastungen in der Pflege auf und entwickelten in Co-Creation mit dem Landesverband Bayern der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.   Lösungen zur Erleichterung des Arbeitsalltags in der Pflege. Gefördert wurde das von der damaligen universal design GmbH koordinierte Projekt von bayern design, dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und der Hans Sauer Stiftung.

Aus der persönlichen Begleitung ambulanter Pflegekräfte entwickelten die Masterstudierenden eine Funktionsweste, eine Ablagebox, ein Dokumentationssystem und ein Schließsystem. Alle Produkte wurden bei einer MCBW-Fachkonferenz und während der Fachmesse Altenpflege der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das damals von Bernhard Mehl mitentwickelte Schließsystem KISI fand später in New York seinen Markt im Co-Working Bereich.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Weitere Beispiele für ausgezeichnetes Universal Design im direkten oder indirekten Kontext des Lehrstuhls für Industrial Design an der TUM:

Hochschulen

Die Geschichte des Universal Design ist, wie so oft, die Geschichte handelnder Personen und der Einrichtungen, an denen sie wirken. Das gilt nicht nur für Universitäten, sondern auch für die Designausbildung an Hochschulen und Akademien, von denen im Folgenden einige beispielhaft vorgestellt werden.

Hochschule Coburg – Studiengang Integriertes Produktdesign

Im Fall der Hochschule Coburg ist eine der zentralen handelnden Personen Prof. Gerhard Kampe, der sich seit der Expertenkonferenz in Weimar (2009) für die Implementierung des Universal Design in den Studiengang einsetzte. Er näherte sich auf vermeintlich ungewöhnlichen Wegen dem Universal Design und forderte die Studierenden auf sich auch auf schwierige Themen einzulassen. So widmeten sie sich beispielsweise dem Thema Trauerrituale und gestalteten Symbole, Produkte und Szenarien, die Menschen in unterschiedlichen Trauersituationen begleiten oder entlasten können. Dieses Projekt fand viel Aufmerksamkeit und wurde auch auf der Altenpflege-Messe in Hannover vorgestellt.

Einen etwas anderen Fokus legte das zweijährige europäische Projekt „Innovation by experiment“, das von der Hochschule Coburg initiiert wurde und durch bayern design finanziell und inhaltlich begleitet wurde.

Gemeinsam erarbeiteten die Hochschulen Coburg (Leitung Prof. Gerhard Kampe, Pelin Celik – heute Professorin an der HTW Berlin) mit dem Joanneum Graz und der dänischen School of Architecture Aarhus und den jeweiligen Studierenden, Szenarien und Impulse, um die wirtschaftlichen Auswirkungen des demographischen Wandels sichtbarer werden zu lassen und durch kreative Techniken zu bearbeiten.

Ergebnisse und Sichtweisen wurden in einem auf Deutsch und Englisch verfassten Fachbuch zusammengefasst und im Rahmen der MCBW sowie einer thematischen Begleitausstellung der Öffentlichkeit vorgestellt. Zum Autorenteam gehörten Dr. Silke Claus (bayern design, Nürnberg), Prof. Seppo GründlerErika Thümmler (beide Joanneum Graz), Prof. Birgitta Jessen, Prof. Jörgen Rasmussen (beide School of Architecture, Aarhus) und Thomas Bade (Institut für Universal Design, München)

Hochschule Hannover - Fakultät III - Medien, Information und Design

Für die Integration des Universal Design Denkens an der Hochschule Hannover sind hier stellvertretend Prof. Gunnar Spellmeyer und Prof. Patrick Frey sowie der frühere Gastprofessor Tim Oelker zu nennen, denen es immer wieder gelingt, besondere Themen wie Quartiersentwicklung, Entwicklung eines Living Care Lab, Produktentwicklungen für besondere Nutzergruppen in die Lehre oder in Projekte einzubinden.

Mit Blick auf den Pflegebereich wurden an der Fakultät Formate entwickelt, die Nutzer-Stakeholder-Gruppen intensiv einbinden und langfristig vernetzen. Auch hier entwickelte sich in der Folge bei den Studierenden eine positive Haltung zum Universal Design, die in diesem Kreis für zahlreiche Auszeichnungen des Universal Design Award gesorgt haben dürfte.

FH Münster – Münster School of Design

In den letzten Jahren entwickelte Prof. Steffen Schulz an der Fachhochschule Münster mit außerordentlichem Engagement den Schwerpunkt Universal Design. So kann sich die Münster School of Design zum Orientierungspunkt vielleicht sogar als neuer Leuchtturm des Universal Designs etablieren. Diese Entwicklung ist gut, da an anderer Stelle mit der Emeritierung zahlreicher Förderer des Universal Designs zu rechnen ist, unter ihnen Prof. Fritz Frenkler (TU München in 2020), Prof. Gerhard Kampe (2021) und Prof. Wolfgang Sattler (2022).

Die Qualität der Universal Design Lehre lässt sich auch an den Arbeiten und Projekten der Studierenden der letzten Jahre festmachen, die vielfach ausgezeichnet wurden, und im Jahre 2020 erstmalig erfolgreich am japanischem Universal Design Award teilnahmen.

Akademie für Gestaltung und Design der Handwerkskammer für München und Oberbayern

An keiner Akademie oder Bildungseinrichtung des Handwerks ist das Thema Universal Design so tief und nachhaltig verankert wie an der Akademie für Gestaltung und Design in München. Die Motoren dahinter sind die Leiterin der Akademie Barbara Schmidt und die lehrende Designerin Nicole Sanner.

Seit nahezu einem Jahrzehnt werden dort regelmäßig Handwerker*innen unterschiedlichster Berufe (von Optiker*innen, Schreiner*innen bis hin zu Schuhmacher*innen und weiteren) in die Grundlagen des Universal Designs eingeführt. Zum Ende der Weiterbildung werden die besten der Abschlussarbeiten zum Universal Design Award eingereicht und sehr häufig ausgezeichnet. Die Übergabe der Zertifikate erfolgt fast schon traditionell auf der Showbühne der Internationalen Handwerksmesse (parallel zur MCBW) im Frühjahr jedes Jahres. Beispiele finden sich u.a. auf der Informationsseite Barrierefrei.

Netzwerke

Universal Design in Deutschland hat viele Facetten, interkulturelle Definitionsschwerpunkte und Experten*innen, Plattformen und Projekte, die sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten entwickelten und immer wieder neu formten. Hier einige Beispiele:

Deutscher Designtag, Berlin

Im Deutschen Designtag haben sich Verbände aus den unterschiedlichen Feldern des Designs zusammengetan, um gemeinsam die Belange des Designs zu vertreten. Die Perspektive des Universal Design wird nicht zuletzt durch das Universal Design Forum e.V., das den Rat für Nachhaltigkeit koordiniert, als Mitglied des Vorstands vertreten. Auch bayern design ist korporatives Mitglied.

International Association for Universal Design (IAUD), Yokohama, Japan

Zwischen der International Association for Universal Design (IAUD) und Thomas Bade gibt es eine mehr als zehnjährige Zusammenarbeit. Die IAUD ist wohl die bestetablierte Universal Design Organisation weltweit und steht unter dem Patronat des japanischen Kaiserhauses (Prinzessin Yoko). Thomas Bade, Geschäftsführer des Instituts für Universal Design GmbH, ist ständiges Mitglied der dortigen Universal Design Jury und Mitglied des international besetzten Beirates der IAUD.

Universal Design Forum e.V., Weimar

Der Universal Design Forum e.V. (vormals universal design e.V.) mit Sitz in Weimar ist der Ort für Grundsatzfragen des Universal Designs und veranstaltet Strategieseminare und Ausstellungen. Aktuell ist dies die Ausstellungsreihe „Posters for Peace – Hiroshima Appeals“ in Zusammenarbeit mit designaustria, Wien. Der bayern design forum e.V. ist langjähriges Mitglied des Universal Design Forum. Ab 2021 ist der Sitz des Universal Design Forums beim Deutschen Designtag in Berlin.

Institut für Universal Design, München

2016 gründete der Geschäftsführer des Universal Design Forums, Thomas Bade, das Institut für Universal Design mit Sitz in München. Es zeichnet insbesondere für die Durchführungen der Ausstellungen auf der Aveno und des international besetzten Wettbewerbs UNIVERSAL DESIGN competition auf der MCBW verantwortlich. Der Wettbewerb ist seit Beginn der MCBW eine der festen Pfeiler im Programm der führenden Designwoche in Deutschland.

bayern design forum e.V., Nürnberg

Als Ansprechpartner für Unternehmen und Gestalter koordiniert und unterstützt bayern design alle staatlichen Designaktivitäten im Freistaat. Die Themenfelder des Universal Design verbinden viele Mitglieder des Vereins bayern design Forum e.V. Hier entstehen gemeinsame Impulse für Wirtschaft, Wissenschaft und Sozialwirtschaft. Der Verein Universal Design Forum e.V. ist langjähriges Mitglied.

design for all, Wien, Österreich

Aus der engen thematischen Zusammenarbeit zwischen den Universal Design-Akteur*innen in Bayern und design for all in Österreich hat sich seit 2015 eine wertvolle, enge und vertrauensvolle Partnerschaft entwickelt. design for all stellt ein ständiges Mitglied der Experten-Jury der Universal Design competition.

International Institute for Information Design – IIID, Wien, Österreich

Informationsdesign, eine bisher verkannte Dimension des Universal Designs, wurde für die bayerische Universal Design-Szene durch die Partnerschaft zwischen dem IUD und dem österreichischen International Institute for Informatione Design (IIID) erschlossen. Die Vernetzung mit dem Informationsdesign hat beiden Seiten neue Perspektiven entdecken lassen und zu ersten Projekten und weiteren Vernetzungen geführt. Aus einer Fachtagung in Riga entwickelte sich eine starke Zusammenarbeit mit der Academy of Arts in Riga. Studierende der Academy haben in den letzten drei Jahren die UNIVERSAL DESIGN competition mit Ihren Beiträgen bereichert.

Living Care Lab Schaumburg, Stadthagen

Die Entwicklung des Living Care Labs Schaumburg in der Stadt Stadthagen wurde durch das Universal Design wesentlich mitgeprägt. Das Konzept entstand aus der Feder des Instituts für Universal Design, dem Entrepreneurship Center Nexster (Hannover) und der Wirtschaftsförderung der Stadt Stadthagen. Es wird vom Land Niedersachsen gefördert. Im Living Care Lab werden digitale und analoge Hilfsmittel für Fachkräfte der Pflege, Selbsthilfegruppen, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen vorgestellt und durch diese in ihrer Wirkung eingeschätzt. Das Institut für Universal Design hat die Beratung für die gesamte Projektphase übernommen.

Care for innovation e.V., Berlin

Für alle Mitglieder des Vereins Care for Innovation e.V. steht die Digitalisierung und Transformation der Pflege im Fokus. Universal Design erhöht hier die Nutzerfreundlichkeit der Anwendungen und damit deren Akzeptanz.

Architektur

Architektur und Universal Design gehören zwingend zusammen, um eine vorausschauende nachhaltige, wenn nicht sogar hybride Architektur zu entwickeln, die möglichst für Jahrzehnte den Universal Design Ansprüchen seiner Nutzer*innen dienen sollte. Ohne Frage ist das Universal Design Denken in vielen Architekturbüros verwurzelt. An dieser Stelle sollen einige hervorragende Persönlichkeiten vorgestellt werden.

Achim Nagel, Primus Developments GmbH, Hamburg

Der Architekt und Immobilienentwickler Achim Nagel ist Mitgründer des Universal Design Ansatzes in Deutschland. Er öffnete die Türen zu Förderern wie der Robert-Bosch-Stiftung, zu Studien (beispielsweise "Universal Design im globalen demographischen Wandel") und Veranstaltungen ("Symposium zur Weimarer Erklärung zum Universal Design"). Er war Mitglied der Universal Design Jury und initiierte zahlreiche Workshops zur Entwicklung von Wohnprojekten im Rahmen der Hafen City Bebauung in Hamburg. Das dort entstandene Apartmenthaus Woodie, ein Holzbau mit mehr als 300 Apartements, geht auf diese Workshops zurück und wurde durch Achim Nagel  und der Primus Developments GmbH entwickelt sowie durch das Architektur Büro Sauerbruch & Hutton geplant. Woodie steht beispielhaft für weitere ausgezeichnete Universal Design Projekte wie das auf der Internationalen Bau-Ausstellung (IBA) in Hamburg realisierte Projekt Grundbau & Siedler. Im Jahr 2020 wurde Achim Nagel mit einer Ehrenmitgliedschaft des Universal Design Forum e.V. ausgezeichnet.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Eckhard Feddersen, Feddersen Architekten

Eckard Feddersen ist maßgebend für das Universal Design in der Architektur in Deutschland. Sein Engagement für ein komfortables Wohnen im Alter und seine Architekturen in Deutschland setzen Maßstäbe für ein möglichst selbstbestimmten Wohnens in nahezu allen Lebensphasen. Eckhard Feddersen gehört zu den Erstunterzeichnern der Weimarer Erklärung, initiierte Forschungsvorhaben wie das Projekt der „Der Raum – Das Bad“ und veröffentlichte zahlreiche Publikationen zur Architektur mit zum Teil weltweiter Resonanz, wie das Werk „Entwurfsatlas Wohnen im Alter“. Im Jahr 2016 wurde Eckhard Feddersen für sein außergewöhnliches Lebenswerk von der damaligen Familienministerin Manuela Schwesig mit dem Otto-Mühlschlegel-Preis der Robert-Bosch-Stiftung ausgezeichnet.

Hubert Froyen, UDWoonlabo

Hubert Froyen, Architekt aus Hasselt in Belgien, ist ein weiterer Pionier des Universal Designs in der Architektur. Er prägte über Jahrzehnte den Lehrstuhl für Universal Design an der Universität Hasselt und ist bis heute in dem von ihm entwickelten UDWoonLabo aktiv. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen, Vorträge, Reisen und sein herausragendes Gespür für Wohnbedürfnisse haben ihn zu einer internationalen Persönlichkeit des Universal Design werden lassen. Unter anderem wurde er hierfür mit den Ron Mace Gedächtnispreis gewürdigt und „sein“ WoonLab als UNIVERSAL DESIGN Expert ausgezeichnet.

First Mover

Hier werden exemplarisch Wirtschaftsunternehmen, Design Büros und sozialwirtschaftliche Institutionen vorgestellt, die das Universal Design in Deutschland vorangebracht haben.

f/p design gmbh, München, Berlin, Kyoto

Die f/p Designbüros von Fritz Frenkler haben das Universal Design in Deutschland wesentlich in seiner Entstehung und Verankerung geprägt. Die enge Beziehung von f/p zu Japan haben zu einer engen Vernetzung mit den deutschen sowie japanischen Designorganisationen geführt. Fritz Frenkler selbst gehört zu den Gründern des Universal Design Forum e.V. und zum Kreis der Erstunterzeichner der Weimarer Erklärung zum Universal Design. Eine Reihe von Produkten wurden mit dem Universal Design Award ausgezeichnet.

N+P Industrial Design GmbH, München

Das Portfolio des Münchner Designbüros N+P hat trotz des rasanten Wandels der Herausforderungen an Design die Aspekte des Universal Design nie aus dem Fokus verloren. Die Universal Design Entwicklungen reichen vom öffentlichen Verkehrsmittel über medizinische Produkte bis zum digitalen Pflegepflaster. Geschäftsführerin Christiane Bausback engagierte sich zudem für eine andere Sichtweise des Designs im Kontext der Pflege in Wort und Schrift. Die Wettbewerbe des Universal Design prägt das Team wesentlich mit. Das von ihm mitentwickelte Pflegepflaster moio gewann 2018 den erstmalig vergebenen UNIVERSAL DESIGN GOLD. Christiane Bausback ist Mitautorin des von Thomas Bade herausgegebenen Fachbuches „Digitale Transformation in der Pflege“, das im Vincentz Verlag als E Book erhältlich ist, und Impulsgeberin in der Reihe „first tuesday“, die die Vernetzung von Pflege und Design fördert.

Tim Oelker Industrialdesign, Hamburg

Der Industriedesigner Tim Oelker zeichnet seit mehr als fünf Jahren für das Ausstellungsdesign der UNIVERSAL DESIGN competition sowie der Sonderschau AVENEO im Rahmen der Leitmesse Altenplege verantwortlich. Sein Plädoyer für Transparenz und Klarheit spiegelt sich zudem in weiteren Universal Design Projekten wider. Tim Oelker ist Moderator des Formats „first tuesday“ und von Universal Design Thinking bei Formaten für die Sozialwirtschaft und partizipativen Stadtplanungen (u.a. Minden eine Stadt für Alle).

HEWI – Heinrich Wilke GmbH, Bad Arolsen

Die HEWI Heinrich Wilke GmbH darf sicher als der Leuchtturm für die konsequente Umsetzung des Universal Design in der Produktgestaltung von Griff- und Badsystemen in Europa gelten. Die Vielzahl nationaler und internationaler Designauszeichnungen belegen dies nachhaltig. Zudem engagierte sich HEWI in der Unterstützung und Begleitung von studentischen Universal Design Projekten, fördert Semesterprojekte unter anderem am Lehrstuhl für Industrial Design an der Technischen Universität München sowie den Wettbewerb START-UP CHALLENGE der Leitmesse Altenpflege. Die Experten-Jury vergab im Jahr 2020 in Anerkennung dieser außerordentlichen Haltung den UNIVERSAL DESIGN – SPECIAL MENTION 2020 AWARD an Torsten Stute und sein Team.

KERMI GmbH, Pankofen

Bei dem im Niederbayern ansässigen Unternehmen KERMI darf die Bezeichnung „Universal Design perfekt bis ins Detail“ ohne Übertreibung gewählt werden. So wurde beim Duschabtrennungssystem PEGA jedes Detail – angefangen beim Produkt über die Montagefreundlichkeit und Verpackung bis zum Handtuchhaken – unter Aspekten des Universal Design ausgearbeitet. Insofern ist es keine Überraschung, dass das KERMI-Produkt die Auszeichnung UNIVERSAL DESIGN GOLD im Rahmen der ISH 2019 in Frankfurt verliehen bekam. KERMI engagiert sich seit vielen Jahren konsequent in der Weiter– und Neuentwicklung von Duschsystemen, teilt dieses Know-How in Forschungsprojekten wie Der Raum – Das Bad und stellt die Ergebnisse auf Leitmessen der Sanitär- und Pflegebranche vor. Gelebtes Universal Design!

Aeris GmbH, Haar bei München

„Konsequentes Universal Design“ beschreibt das Unternehmensprofil der Aeris GmbH ohne Übertreibung. Ob Swoopster, Muvman, Numo oder die entlastende Stehmatte Muvmat. Um das Ziel gesundes Sitzen und gesundes Arbeiten zur erreichen, wird von Designern wie Tobias Caratiola oder Martin Ballendat konsequent Universal Design umgesetzt. Dies führte bereits zu mehreren Auszeichnungen mit dem UNIVERSAL DESIGN AWARD oder als UNIVERSAL DESIGN Expert.

Vauth-Sagel Systemtechnik GmbH & Co. KG, Brakel-Erkeln

Unternehmen, die Universal Design umsetzen, brauchen einen langen Atem, um sich vom Anbietermarkt abzusetzen. Vauth Sagel hat diesen Weg mit Ausdauer, Beharrlichkeit und Kreativität erfolgreich beschritten. Wenn Systemlösungen nicht nur technisch, sondern auch ästhetisch gelingen und zudem auch nach der Montage das Leben und Wohnen für nahezu alle Nutzer*innen komfortabler werden lässt, ist das bei der Vauth Sagel gelungen. Vauth Sagel gehört zu den Erstunterzeichner*innen der Weimarer Erklärung zum Universal Design, investierte in Forschungsvorhaben und Workshops mit Fachournalist*innen aller Kontinente und entwickelte ein internes Lab. Das Engagement wurde vielfach mit dem UNIVERSAL DESIGN AWARD ausgezeichnet und beweist, dass Universal Design mehr ist als eine gelungene Oberfläche.

burgbad GmbH, Schmallenberg

Im Vergleich zu der Universal Design Geschichte anderer Unternehmen ist die burgbad GmbH fast noch ein Newcomer, der es allerdings in sich hat. Motiviert durch eine mit den Universal Design Award ausgezeichnete Masterarbeit und der Herausforderung, Produkte im Kontext des demographischen Wandels zu entwickeln, setzte sich das Unternehmen verstärkt mit den Parametern des Universal Design auseinander. Workshops mit älteren Nutzer*innen und Studierenden des Lehrstuhls für Industrial Design sowie die Vergabe von Semesterprojekten an der Hochschule Hannover (Prof. Patrick Frey) führten zur Anerkennung in der Branche und mehrere Designauszeichnungen (u.a. UNIVERSAL DESIGN expert 2019 und 2020).

Küffner Aluzargen GmbH & Co. OHG, Rheinstetten

Das Unternehmen Küffner steht für eine stetige Implementierung des Universal Design in einem mittelständischen Unternehmen. Mit Weitblick und Engagement entstanden aus Dialogen mit den Nutzer*innen Produkte mit einem hohen Anspruch an Qualität, Wertigkeit, Sicherheit und Funktionalität. Das Unternehmen beteiligte sich an Forschungsprojekten des Lehrstuhls für Industrial Design der TU München ("Der Raum – Das Bad"), betreute Semesterprojekte inhaltlich und finanziell, ist Mitglied des Universal Design Forum e.V. und mehrfacher Gewinner der UNIVERSAL DESIGN competition.

Herzogsägmühle, Peiting

Die ungewöhnliche diakonische Einrichtung Herzogsägmühle bei Peiting in Oberbayern ist ein Ort, an dem sich Dienstleistungen, Betreuung, Ausbildung, Arbeitsplätze und Wohnen für Menschen verbinden, die aus verschiedenen Gründen Unterstützung benötigen, um ihr Recht auf soziale Teilhabe wahrnehmen zu können. Seit mehr als zehn Jahren setzen sich Rainer Langer und Marc Sieling für die Umsetzung der Universal Design Kriterien in der Entwicklung neuer Eigenprodukte ein. Herzogsägmühle gehört zu den Mitentwicklern des MCBW-Shop „oursuperstore“ und stellt jedes Jahr einen großen Teil der Consumer Jury der UNIVERSAL DESIGN competition. Außerdem ist die Herzogsägmühle Mitglied des Universal Design Forum e.V.

Bei der Entwicklung der neuen mechanischen Werkstatt wurden nach einem partizipativen Universal Design Thinking Workshop nahezu alle Impulse der Auszubildenden, Anleiter*innen, Verwaltungsmitarbeitenden und der Sozialdienst umgesetzt. Junge Menschen mit spezifischen Erfordernissen in der beruflichen Qualifizierung haben für sich und ihrer Nachfolger*innen eine außergewöhnliche Arbeitsatmosphäre geschaffen. Universal Design vom Feinsten!