11. April 2019

novum fei­ert 95. Geburtstag

Ein beachtliches Jubiläum: novum feiert 90. Geburtstag!

»Ich will einen Kreis umschreiben, in dem man das findet, was als gute, aktuelle Graphik angesehen werden kann«, mit diesen Worten skizzierte H. K. Frenzel die Ausrichtung der von ihm 1924 gegründeten Gebrauchsgraphik, der heutigen novum – World of Graphic Design. Dieses Credo führt die in München ansässige Redaktion unter Leitung von Bettina Schulz auch heute noch fort – wenngleich natürlich weitere Kommunikationskanäle hinzukamen und auch die Cover besonderes Augenmerk erfahren. Jede Ausgabe wird aufwendig produziert und unterstreicht damit auch den Anspruch, den das Team an ein Print-Objekt hat: Erlebbar mit allen Sinnen muss es in der allzu digital geprägten Welt sein. Konsequent weitergeführt mit der alle zwei Jahre stattfindenden Creative Paper Conference (www.creative-paper.de) zeigt die novum also monatlich, was in Sachen Druck, Veredelung und Materialwahl alles möglich ist. Inhaltlich kuratiert man wiederum damals wie heute sehr sorgfältig den internationalen Status-Quo kreativer Spitzenleistungen.

Dank einer Kooperation zwischen der Universität Erfurt, der SLUB Dresden und der novum-Redaktion konnte darüber hinaus vor einiger Zeit ein spannendes Buch realisiert werden: In akribischer Arbeit wurden alle Gebrauchsgrapik-Ausgaben des Zeitraums 1924 bis 1944 erfasst und damit auch das Erbe der in ihr vorgestellten, einflussreichsten Gestalter jener Zeit bewahrt. Die über zweihundert gezeigten Cover sowie vertiefende Texte geben so Einblicke in Jahrzehnte, die politisch bewegt und voll kreativer Energie waren. Erschienen ist dieser Band im Stiebner Verlag (»Die Zeitschrift als gedrucktes Schaufenster zur Werbewelt«, Patrick Rössler).

Die Jubiläumsausgabe zum 95. Geburtstag ist zwar erst für den 15. Juni angekündigt, aber schon jetzt gibt es einen Rückblick über neun Jahrzehnte Grafikdesign auf der Website zu entdecken: Designgrößen, geboren in neun verschiedenen Jahrzehnten, sprachen hierfür mit der Redaktion über den Wandel in der Branche. Mit dabei sind Milton Glaser, Uwe Loesch, Paula Scher, David Carson, Fons Hickmann, Francesco Franchi sowie Jessica Walsh. Darüber hinaus findet sich hier auch eines der letzten Interviews mit dem großartigen Typografen Hermann Zapf.