28. April 2021

Fach­Pack 2019

Umwelt­ge­rech­tes Ver­pa­cken im Premiumbereich

Nach­hal­tig­keit und Umwelt­schutz sind The­men der Zeit, die auch in der Ver­pa­ckungs­bran­che eine immer wich­ti­ge­re Rol­le spie­len. Bei der Fach­Pack 2019, der euro­päi­schen Leit­mes­se für Ver­pa­ckun­gen, Pro­zes­se und Tech­nik, griff bay­ern design gemein­sam mit der Nürn­berg­Mes­se das The­ma mit einer Son­der­schau auf. Zu sehen waren rund 40 inno­va­ti­ve Expo­na­te aus der gan­zen Welt. Die Aus­stel­lung rück­te dabei die Gestal­tung in den Fokus, die im Hin­blick auf nach­hal­ti­ge Ver­pa­ckungs­ge­stal­tun­gen unter­schied­li­che Her­an­ge­hens­wei­sen erfor­dert. Gezeigt wur­den inno­va­ti­ve Ver­pa­ckungs­ideen und ‑kon­zep­te von Designer*innen aus Aus­tra­li­en, über Ver­ei­nig­te Ara­bi­sche Emi­ra­te, Deutsch­land, Chi­le bis hin zu den USA. Beim beglei­ten­den Forum Pack­Box hiel­ten Expert*innen aus der Bran­che Kurz­vor­trä­ge zum The­ma „Umwelt­ge­rech­tes Ver­pa­cken im Premiumbereich“

Recy­cling

Die von der EU vor­ge­ge­be­nen Recy­cling­zie­le für Ver­pa­ckun­gen erfor­dern neue Ansät­ze der Her­stel­ler und Recy­cling­bran­che. Bis 2025 müs­sen dem­nach 55 % aller Sied­lungs­ab­fäl­le wie­der­ver­wer­tet wer­den. Zahl­rei­che For­schungs­pro­jek­te arbei­ten des­halb ins­be­son­de­re dar­an, Kunst­stoff­ab­fäl­le einer neu­en Ver­wen­dung zuzu­füh­ren oder sie erneut als Ver­pa­ckun­gen nut­zen zu kön­nen. Für wel­che Ein­satz­be­rei­che eig­nen sich Recy­cla­te und wel­che Lösun­gen haben Unter­neh­men in pet­to, um die Wie­der­ver­wer­tung von Ver­pa­ckun­gen zu verbessern?

Das WiHa-Werkzeugset von PicoFinish
Das WiHa-Werkzeugset von PicoFinish
Die nachwachsende Produktreihe von Arup (Rechte: Arup & Paul Carstairs)
Die nachwachsende Produktreihe von Arup (Rechte: Arup & Paul Carstairs)

ARUP

Die Koope­ra­ti­ons­ent­wick­lung der Desi­gnagen­tur ARUP und dem Sozi­al­un­ter­neh­men Gold­fin­ger Fac­to­ry ergab in der Umset­zung eine schö­ne und nach­wach­sen­de Pro­dukt­rei­he für Vor­rats­be­häl­ter und für die Schreib­tisch­or­ga­ni­sa­ti­on. Die wie­der­ver­wen­de­ten Milch­be­häl­ter sind mit einem Deckel aus recy­cel­tem Holz aus­ge­stat­tet. Die Behäl­ter sind ide­al für die Lage­rung von Gewür­zen, Nüs­sen, Getrei­de, Tro­cken­wa­ren, Büro­klam­mern, Stif­ten, Zei­chen- und Mal­uten­si­li­en und sogar für Kinderspielzeug.

Die Gold­fin­ger Fac­to­ry ist ein preis­ge­krön­tes Sozi­al­un­ter­neh­men für nach­hal­ti­ges Design, das 2013 gegrün­det wur­de. Das Unter­neh­men ver­bin­det maß­ge­fer­tig­te Möbel­kon­zep­te mit einem Ein­rich­tungs­ge­schäft. Sie arbei­ten mit einer Aka­de­mie für benach­tei­lig­te jun­ge Men­schen zusam­men, denen hand­werk­li­che und künst­le­ri­sche Fähig­kei­ten sowie die Ver­ar­bei­tung recy­cel­ter Mate­ria­li­en gelehrt wer­den. Alles, was die Gold­fin­ger Fac­to­ry tut, wird von der Lei­den­schaft zur Kreis­lauf­wirt­schaft und einer inklu­si­ven Gemein­schaft gelei­tet. Arup ist ein unab­hän­gi­ges Büro mit Designer*innen, Planer*innen, Ingenieur*innen, Berater*innen und Techniker*innen, die in allen Berei­chen der heu­ti­gen Wirt­schaft und Gesell­schaft tätig sind.

Pico­Fi­nish

Die Ver­pa­ckung Wiha des Pico­Fi­nish® Sets besticht durch eine beson­de­re Mate­ri­al­kom­bi­na­ti­on. Neben der Ein­la­ge aus umwelt­freund­li­chem Kar­ton hat Wiha auch beim trans­pa­ren­ten Schu­ber an nach­hal­ti­ges Ver­pa­ckungs­ma­te­ri­al gedacht. Er besteht aus bio­ba­sier­tem PET, wel­ches zu 30% aus nach­wach­sen­den Roh­stof­fen wie Zucker­rohr pro­du­ziert wird. Die rest­li­chen 70% sind aus recy­cel­tem PET. Dadurch fal­len bei der Pro­duk­ti­on deut­lich gerin­ge­re CO2-Emmis­sio­nen an.

Wiha ist einer der welt­weit füh­ren­den Hersteller*innen von Hand­werk­zeu­gen für den pro­fes­sio­nel­len Ein­satz in Indus­trie und Hand­werk. Vor 80 Jah­ren als klei­ner Fami­li­en­be­trieb gegrün­det, ist Wiha heu­te ein welt­weit ope­rie­ren­des Unter­neh­men – inha­ber­ge­führt von der Fami­lie Hahn. Mit einem spe­zi­ell auf Anwen­der­be­dürf­nis­se abge­stimm­ten Pro­dukt­pro­gramm an inno­va­ti­ven Hand­werk­zeu­gen, die die Effi­zi­enz erhö­hen, Kos­ten sen­ken und die Gesund­heit bewah­ren, möch­te Wiha Anwender*innen den All­tag spür­bar erleichtern.

Wei­te­re Expo­na­te fin­den Sie auch in unse­rer Bro­schü­re zur Son­der­schau „Umwelt­ge­rech­tes Ver­pa­cken im Pre­mi­um­be­reich“ der Fach­pack 2019.

Res­sour­cen

Wie las­sen sich Nach­hal­tig­keit und Ver­pa­ckung opti­mal ver­bin­den? Auf die­se Fra­ge haben Unter­neh­men unter­schied­li­che Ant­wor­ten: Für Papierhersteller*innen liegt die Lösung in papier­ba­sier­ten Ver­pa­ckun­gen. Kunststoffhersteller*innen oder Anbieter*innen von Alu­mi­ni­um­ver­pa­ckun­gen ver­wei­sen auf die mas­si­ven Mate­ri­al­ein­spa­run­gen (d.h. weni­ger Mate­ri­al­ein­satz bei stei­gen­der Funk­tio­na­li­tät) und die zuneh­men­de Recy­cling­fä­hig­keit ihrer Mate­ria­li­en. Was hat der Markt zu bieten?

TBWA/RAAD

Das Ver­tei­len von Pröb­chen wur­de neu gedacht und ein neu­es Medi­um wur­de erschaf­fen: das OMO-Eti­kett. Wie jedes Eti­kett an neu­en Klei­dungs­stü­cken, aber eben kom­plett aus OMO Wasch­mit­tel bestehend und zu 100% was­ser­lös­lich. Um die Über­zeu­gung für einen akti­ven Lebens­stil zu bekräf­ti­gen, hat sich TBWA\RAAD mit dem größ­ten liba­ne­si­schen Sport­ge­schäft zusam­men­ge­tan. Die Eti­ket­ten wur­den auf den Klei­dungs­stü­cken plat­ziert, die bekann­ter­wei­se am schmut­zigs­ten wer­den. Die Ver­brau­cher muss­ten nun den Anhän­ger ein­fach nur noch ent­fer­nen und mit in ihre Wasch­ma­schi­ne stecken.

TBWA\RAAD wur­de im Jahr 2000 in den Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­ten gegrün­det, um die Prä­senz von TBWA World­wi­de im Nahen Osten und in Afri­ka aus­zu­bau­en. Das Netz­werk besteht aus einem Team von mehr als 1.000 Mit­ar­bei­tern, in den vier Haupt­ge­schäfts­be­rei­chen Wer­bung, Digi­tal, Shop­per Mar­ke­ting und Public Rela­ti­ons. Das Team ist The Dis­rup­ti­on® Com­pa­ny: der kul­tu­rel­le Motor für das Geschäft des 21. Jahr­hun­derts. Sie schaf­fen bahn­bre­chen­de Ideen, um die Mar­ken in die Kul­tur ein­zu­be­zie­hen und ihnen einen grö­ße­ren Anteil an der Zukunft zu geben.

Wei­te­re Expo­na­te fin­den Sie auch in unse­rer Bro­schü­re zur Son­der­schau „Umwelt­ge­rech­tes Ver­pa­cken im Pre­mi­um­be­reich“ der Fach­pack 2019.

Mehr­weg

Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen ken­nen deut­sche Verbraucher*innen ins­be­son­de­re aus der Geträn­ke­ab­tei­lung – Glas- und PET-Fla­schen kom­men so mehr­fach in Ver­wen­dung und scho­nen damit Res­sour­cen. Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen kön­nen aber auch in der (Han­dels-) Logis­tik ihre Vor­tei­le voll aus­spie­len: Sie las­sen sich opti­mal in ein Kreis­lauf­kon­zept ein­bin­den, sind meist hoch­wer­ti­ger als Ein­weg­ver­pa­ckun­gen und schüt­zen die Pro­duk­te damit bes­ser. Außer­dem sor­gen sie dafür, dass in der Lebens­zeit der ein­zel­nen Pro­duk­te weni­ger Ver­pa­ckungs­müll anfällt. Dabei kön­nen die Mehr­weg­ver­pa­ckun­gen aus unter­schied­li­chen Mate­ria­len bestehen.

Die nachhaltige Isolierverpackung aus Jute von kompackt61
Die nachhaltige Isolierverpackung aus Jute von kompackt61
Die Wattestäbchen von LastSwab sind ressourcenschonend hergestellt und mehrfach verwendbar.
Die Wattestäbchen von LastSwab sind ressourcenschonend hergestellt und mehrfach verwendbar.

kompackt61

Als eine öko­lo­gi­sche Alter­na­ti­ve zu Sty­ro­por für den Ver­sand­han­del ent­wi­ckel­te kompackt61 eine nach­hal­ti­ge Iso­lier­ver­pa­ckung aus Jute. Jute hat her­vor­ra­gen­de Eigen­schaf­ten hin­sicht­lich Stoß­dämp­fung und Iso­lie­rung, sen­si­ble Lebens­mit­tel und Waren kön­nen so auch anspruchs­vol­le Ver­sand­pro­zes­se bewäl­ti­gen. Zudem han­delt es sich um eine Natur­fa­ser, dadurch ist das Pro­dukt (inkl. Umhül­lung) zu 100% kom­pos­tier­bar. Endkund*innen kön­nen es ein­fach in der Bio­ton­ne oder dem haus­ei­ge­nen Kom­post entsorgen.
Das Nürn­ber­ger Unter­neh­men kompackt61 wur­de als Gewin­ner des Busi­ness Plan Wett­be­werb Nord­bay­ern von Bay­Start­UP ausgezeichnet.

Last­S­wab

Das däni­sche Unter­neh­men Las­t­Ob­ject hat sich der Schaf­fung nach­hal­ti­ger Alter­na­ti­ven all­täg­li­cher Pro­duk­te ver­schrie­ben. Vor unge­fähr ein­ein­halb Jah­ren beschäf­tig­ten sich die drei Gründer*innen damit, dass jedes Jahr 550 Mil­li­ar­den Wat­te­stäb­chen pro­du­ziert wer­den, von denen vie­le die Ozea­ne und Strän­de ver­schmut­zen. Auf­grund die­ser Tat­sa­che wur­de Last­S­wab ent­wi­ckelt. Das Last­S­wab Gehäu­se besteht aus einem bio­lo­gisch abbau­ba­ren Kunst­stoff, der Stiel aus Nylon und die Spit­ze aus Sili­kon. Durch die gute und gründ­li­che Rei­ni­gungs­mög­lich­keit von Last­S­wab ist eine lang­fris­ti­ge Nut­zung gege­ben, die die Umwelt und Res­sour­cen schont.

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Pro­zes­se

Umwelt­scho­nen­de Pro­zes­se sind Teil einer nach­hal­ti­gen Unter­neh­mens­stra­te­gie, die in vie­len Betrie­ben inzwi­schen fest ver­an­kert ist. Mög­li­che Maß­nah­men umfas­sen die Ver­bes­se­rung der Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Maschi­nen und Anla­gen, die Reduk­ti­on von Abfäl­len und dem Mate­ri­al­ein­satz (z.B. durch dün­ne­re Foli­en) oder den Ein­satz von Stof­fen, die die Umwelt nicht belasten.

Are­ka­pak

Are­ka­pak ist authen­tisch, öko­lo­gisch und sticht mit einer beson­de­ren Ästhe­tik her­aus. Die Ver­pa­ckun­gen sind viel­sei­tig ein­setz­bar, denn sie sind sta­bil, hit­ze- und kühl­be­stän­dig und besit­zen eine natür­li­che, was­ser­ab­wei­sen­de Oberfläche.

Are­ka­pak gestal­tet nach­hal­ti­ge Pro­dukt­ver­pa­ckun­gen, die aus dem Blatt der Are­ka­pal­me her­ge­stellt wer­den. Das Blatt ist ein Agrar­ne­ben­pro­dukt, das in Indi­en in gro­ßen Men­gen anfällt und ohne den Ein­satz von Che­mi­ka­li­en, nur mit Hit­ze und Druck in Form gepresst wer­den kann. So sind die Ver­pa­ckun­gen 100% natür­lich und kön­nen am Ende ihrer Lebens­span­ne voll­stän­dig in den Natur­kreis­lauf zurück­ge­führt werden.

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Design

Design gilt immer mehr als Schlüs­sel zu wirt­schaft­li­chem und nach­hal­ti­gem Erfolg und fun­giert als Schau­fens­ter für Unter­neh­men. Gute Pro­duk­te pro­fi­tie­ren von durch­dach­tem und gut gestal­te­tem Pack­a­ging Design.

SOAP­BOT­T­LE ist eine Ver­pa­ckung aus Sei­fe. Wäh­rend der flüs­si­ge Inhalt auf­ge­braucht wird, löst sich die Sei­fen-Ver­pa­ckung lang­sam auf. Über­res­te kön­nen als Hand­sei­fe wei­ter benutzt oder zu Wasch­mit­tel ver­ar­bei­tet wer­den. Da Sei­fe aus natür­li­chen Inhalts­stof­fen besteht, ist sie bio­lo­gisch abbau­bar. Müll kann also kom­plett ver­mie­den wer­den. Das Kon­zept spielt mit dem Vor­gang des Auf­lö­sens, mit der Trans­for­ma­ti­on des Gegen­stands und der aus die­sen Aspek­ten ent­ste­hen­den Individualität.

Jon­na Brei­ten­hu­ber besuch­te ein Jahr die Werk­bund Werk­statt Nürn­berg für ein gestal­te­ri­sches Vor­stu­di­um. An der Ost­baye­ri­schen Tech­ni­schen Hoch­schu­le in Regens­burg stu­dier­te sie anschlie­ßend Indus­trie­de­sign. Ihren Mas­ter­ab­schluss in Pro­dukt­de­sign absol­vier­te sie 2019 an der Uni­ver­si­tät der Küns­te in Ber­lin. Wäh­rend ihrer Abschluss­ar­beit ent­stand das Kon­zept SOAP­BOT­T­LE.

Wei­te­re Expo­na­te fin­den Sie auch in unse­rer Bro­schü­re zur Son­der­schau „Umwelt­ge­rech­tes Ver­pa­cken im Pre­mi­um­be­reich“ der Fach­pack 2019.