8. März 2019

Digi­tal Natu­re – Lebens­wei­sen der Zukunft

Die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on bedeu­tet für den Men­schen, dass sein Leben und Wir­ken durch Digi­ta­li­sie­rung und Inno­va­ti­on ergänzt oder beein­flusst wird. Die Aus­stel­lung „Digi­tal Natu­re“ gibt dazu neun mög­li­che Ant­wor­ten, wie die­se Ver­än­de­run­gen aus­se­hen kön­nen, wel­che Inno­va­tio­nen die Arbeit erleich­tern oder unser Leben erwei­tern kön­nen. bay­ern design, das Kom­pe­tenz­zen­trum für Gestal­tung des Frei­staats Bay­ern, prä­sen­tiert gemein­sam mit dem Flug­ha­fen Mün­chen die Pro­jek­te baye­ri­scher Unter­neh­men und For­schungs­ein­rich­tun­gen und zeigt den aktu­el­len Stand von Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Design. Ergänzt wird die Aus­stel­lung „Digi­tal Natu­re“ durch die Lab­Cam­pus GmbH. Die­se plant ein ein­zig­ar­ti­ges, als Smart City kon­zi­pier­tes Inno­va­ti­ons­zen­trum, auf dem Gelän­de des Flug­ha­fen Mün­chen, wo Unter­neh­men, For­schungs­ein­rich­tun­gen, Start-ups und Krea­ti­ve neue Pro­duk­te ent­wi­ckeln, tes­ten und prä­sen­tie­ren können.

Die neun Expo­na­te zei­gen Zukunfts­vi­sio­nen aus den Berei­chen Weara­bles, Auto­ma­ti­sie­rung, Bio­de­sign, Arbeits­wel­ten der Zukunft und Demo­kra­ti­sie­rung von Gestaltung.

Im Bereich Weara­bles stellt Felix Pöt­tin­ger Design einem trag­ba­ren Bio­sen­sor namens „TRA­KA“ für Extrem­sport­ler vor, der die Emo­tio­nen der Sport­ler inter­pre­tie­ren lernt und ihnen hilft, mit die­sen Erkennt­nis­sen ihre Hand­lungs­ab­läu­fe zu opti­mie­ren. „The Blue Pearl“ ist ein ech­ter Per­len­ohr­ring mit inte­grier­tem Head­set von Nova Pro­ducts. Per Blue­tooth ver­bin­det sich das Mobil­te­le­fon mit dem Ohr­ring und erlaubt es der Trä­ge­rin ele­gant aus­zu­se­hen und wei­ter­hin mit frei­en Hän­den zu arbei­ten. Der intel­li­gen­te Arbeits­hand­schuh „Pro­Glove-Mark“ von Work­around wird in der Logis­tik und Pro­duk­ti­on ein­ge­setzt und steht an der Schnitt­stel­le von den Berei­chen Weara­ble und Auto­ma­ti­sie­rung. Der Hand­schuh scannt Bar­codes und 3D-Codes und gibt direk­tes opti­sches, akus­ti­sches und hap­ti­sches Feed­back. Sofort weiß der Werker, ob der Arbeits­schritt kor­rekt aus­ge­führt wur­de, ohne stän­dig auf ein Dis­play zu schauen.

Wei­te­re Bei­spie­le für Auto­ma­ti­sie­run­gen sind die Pro­jek­te vom Deut­schen Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt, das sich mit Robo­tik beschäf­tigt. „Rol­lin‘ Jus­tin“ ist eine Platt­form für die For­schung im Bereich der Ser­vice­ro­bo­tik. Sei­ne Ein­satz­ge­bie­te sind ins­be­son­de­re der Haus­halt und die Assis­tenz von Astro­nau­ten im Welt­raum. „MIRO“ ist ein viel­sei­tig ein­setz­ba­rer Robo­ter­arm für medi­zi­ni­sche Anwen­dun­gen. Sei­ne kom­pak­ten Maße und sein gerin­ges Gewicht ermög­licht es ihn als chir­ur­gi­schen Assis­ten­ten am OP-Tisch einzusetzen.

Sports­hirts, Lauf­schu­he und anpas­sungs­fä­hi­ge Ver­pa­ckun­gen aus dem Labor des Mas­sa­chu­setts Insti­tu­te of Tech­no­lo­gy (MIT) Design Lab und PUMA prä­sen­tie­ren ihre Ergeb­nis­se zur Metho­de Bio­de­sign: Die Pro­duk­te sind durch­setzt von leben­den Mate­ria­li­en wie Algen oder Bak­te­ri­en und sol­len die Leis­tungs­fä­hig­keit eines Sport­lers stei­gern. Die Struk­tur­ver­än­de­rung der leben­den Zel­len wird digi­tal aus­ge­wer­tet, der Sport­ler passt dem­entspre­chend sei­ne Akti­vi­tät an.

FLU­ID Design hat für das Unter­neh­men Konica/Minolta einen digi­ta­len Arbeits­platz der Zukunft ent­wi­ckelt, „Work­place Hub“: Auf einer IT-Platt­form sind Hard­ware, Soft­ware und ein gan­zes Öko­sys­tem an Appli­ka­tio­nen sowie Ser­vices zusam­men­ge­fasst. Der Work­place Hub ist offen, inno­va­tiv und fle­xi­bel gestal­tet und erlaubt jedem Nut­zer eine dyna­mi­sche und spe­zia­li­sier­te Bedie­nung. Das Unter­neh­men Bio­ID hat mit „Face Liveness Detec­tion“ eine Live-Gesichts­er­ken­nungs­soft­ware ent­wi­ckelt, mit der man ech­te Gesich­ter und von Fäl­schun­gen unter­schei­den kann.

Die digi­ta­le Kon­fi­gu­ra­ti­ons­mög­lich­keit des Expo­na­tes „Stool around the World“ von Yves Ebnö­ther zeigt exem­pla­risch das Poten­zi­al einer ver­netz­ten, aber loka­len Pro­duk­ti­on, eine Demo­kra­ti­sie­rung der Gestal­tung ist hier mög­lich gemacht. Der zugrun­de­lie­gen­de, para­me­tri­sche Kon­fi­gu­ra­tor erlaubt die Ver­wand­lung eines Bret­tes jeg­li­chen Aus­ma­ßes in einen Hocker so prä­zi­se, dass das Möbel ohne Kleb­stoff zusam­men­ge­steckt wer­den kann. Durch die Varia­ti­on ent­ste­hen spie­le­risch neue Typo­lo­gien, vom Hocker zur Bank, zum Tisch oder zum Bett.

„Digi­tal Natu­re“ ist die zwei­te Aus­stel­lung der fünf­tei­li­gen Rei­he „Bay­ern gestal­tet“ und wird vom 8. März bis 15. Mai 2019 im Ter­mi­nal 2, Ebe­ne 04, süd­li­cher Check-In-Bereich, zu sehen sein. Ende Juni folgt die bay­ern design Aus­stel­lung „Dis­co­ve­rers“. Wei­te­re The­men der bis Anfang 2020 lau­fen­den Aus­stel­lungs­rei­he wer­den „Well Con­nec­ted“ und „Smart Living“ sein.

Bild: Digi­tal Natu­re, Aus­stel­lung am Flug­ha­fen Mün­chen, TRA­KA (Bio­sen­sor für Extrem­sport­ler), Felix Pöt­tin­ger Design