15. April 2026

Vom Tuch zum FABRIC

Ein interdisziplinäres Fashion Lab der Hamburg Kreativ Gesellschaft

Ist Ham­burg eigent­lich eine Mode­stadt? Denkt man zurück, lan­det man schnell bei Han­del, dem Hafen und Kon­tor­häu­sern wie dem »Zwei­ten Klöp­per­haus«, frü­her ansäs­sig Mön­cke­berg­stra­ße 3, in dem Tuch gehan­delt wur­de. Und bei Jil San­der und Karl Lager­feld – geht doch! Mit dem Begriff der Nach­fra­ge kann Ham­burg durch­aus umge­hen, doch wird die Stadt maxi­mal im Bereich Aus­bil­dung wirk­lich mit dem deut­schen Busi­ness of Fashion ver­bun­den: So bie­ten HAW, M. Mül­ler & Sohn und AMD Stu­di­en­gän­ge und Kur­se an, dane­ben auch mit gro­ßem Anwen­dungs­be­zug wie an der Macro­me­dia oder der Aka­de­mie JAK.

Und genau hier, wo noch so viel Hafen­luft nach oben ist, setzt ein neu­es Groß­pro­jekt der Ham­burg Krea­tiv Gesell­schaft an. Als Pro­to­typ des Pro­gramms »Ver­bor­ge­ne Poten­zia­le Innen­stadt« der Behör­de für Stadt­ent­wick­lung und Woh­nen – ein Leucht­turm­pro­jekt zur För­de­rung von der loka­len Com­mu­ni­ty und urba­ner Krea­ti­vi­tät – wird das FABRIC bis­her durch öffent­li­che Gel­der geför­dert. Die ers­te För­der­pe­ri­ode wur­de durch das Bun­des­in­sti­tut für Bau‑, Stadt- und Raum­for­schung ermög­licht, dann folg­te wei­te­re Start­hil­fe durch die Behör­den für Stadt­ent­wick­lung und Woh­nen, Kul­tur und Medi­en, Umwelt, Kli­ma, Ener­gie und Agrarwirtschaft.

Eine krea­ti­ve Insel im Her­zen der Stadt

Durch die Stadt ermög­licht und von Bran­chen­pro­fis ins Leben geru­fen, fei­er­te der beson­de­re Space in der Gal­le­ria Pas­sa­ge in der Nähe des Rat­hau­ses im Mai 2025 sei­nen ers­ten Geburts­tag. Das FABRIC ver­steht sich als inter­dis­zi­pli­nä­res Netz­werk und gemein­sa­me Platt­form für die Krea­tiv­wirt­schaft. Das Kon­zept ist auf die Berei­che Mode, Tex­til und Design aus­ge­rich­tet und bie­tet mit Mem­ber­ships für Krea­ti­ve, Kunst­schaf­fen­de und Unter­neh­men die per­fek­te Infra­struk­tur für nach­hal­ti­gen Aus­tausch und gemein­sa­me Projekte.

Außer­dem dient das FABRIC als Wis­sens­zen­trum und Show­ca­se für die viel­fäl­ti­gen krea­ti­ven Poten­zia­le der Stadt – und als krea­ti­ver Arbeits­raum: Die Werk­statt im Unter­ge­schoss ist mit der­zeit 42 pro­fes­sio­nel­len Fer­ti­gungs­ma­schi­nen aus­ge­stat­tet, vom Tex­til-Direkt­dru­cker bis hin zur High-End-Stick­ma­schi­ne. Eine offe­ne Cowor­king- und Event­flä­che samt Foto­stu­dio im Unter- und Ober­ge­schoss laden zur Zusam­men­ar­beit ein, Shop und ein Café mit Ter­ras­se ver­knüp­fen das FABRIC mit den Passant:innen in der Innenstadt.

Urba­ne Pro­duk­ti­on und Nachhaltigkeit

Im FABRIC tref­fen nicht nur Men­schen, son­dern auch Ideen und Kon­zep­te für nach­hal­ti­ge­res Mode­de­sign und Pro­duk­ti­ons­we­ge auf­ein­an­der. Die Krea­tiv Gesell­schaft erforscht dabei, wie urba­ne Pro­duk­ti­on klas­si­sches Hand­werk und inno­va­ti­ve Fer­ti­gungs­tech­ni­ken aus Indus­trie­zen­tren wie­der in Arbeits- und Lebens­räu­me zurück­bringt. Erklär­tes Ziel ist es, lee­re Flä­chen zu bele­ben, die loka­le Wirt­schaft zu stär­ken und kur­ze Wege für Designer:innen, Pro­duk­ti­on und Verbraucher:innen zu schaffen.

Im FABRIC sind des­halb Upcy­cling-Dis­zi­pli­nen ver­schie­dens­ter Cou­leur zu fin­den, alle Design- und Show­pro­jek­te wer­den direkt vor Ort umge­setzt. Ninu Dra­mis, ver­ant­wort­lich für die kon­zep­tio­nel­le und inhalt­li­che Umset­zung vom Pro­jekt, ist aus­ge­bil­de­te Mode- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­si­gne­rin und auf das Promp­ten von Fashion spe­zia­li­siert. Oder Mem­be­rin Kat­ja Ell­wart, die aus alten Her­ren­hem­den, die sie aus Rei­ni­gun­gen erhält, ver­schie­dens­te neue Schnit­te und Patch­work-Designs ohne den Zukauf von Stof­fen herstellt.

Bild: FABRIC x Ham­burg Krea­tiv Gesellschaft