12. Mai 2026

Vom Play­ground zum Impact: Wie Design zum Wett­be­werbs­vor­teil wird

Die IHK München zur munich creative business week

Zum 15. Jubi­lä­um der munich crea­ti­ve busi­ness week wur­de in der IHK für Mün­chen und Ober­bay­ern beim Busi­ness Panel „From Play­ground to Impact“ deut­lich, wie stark Design heu­te Inno­va­ti­on, Wett­be­werbs­fä­hig­keit und wirt­schaft­li­che Trans­for­ma­ti­on prägt.

Design ist weit mehr als gute Gestal­tung – genau das wur­de beim Busi­ness Panel „From Play­ground to Impact – Design als Game­ch­an­ger im glo­ba­len Wett­be­werb“ in der IHK für Mün­chen und Ober­bay­ern ein­drucks­voll deut­lich. Im Rah­men der munich crea­ti­ve busi­ness week 2026 tra­fen sich Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter aus Wirt­schaft, Design und Inno­va­ti­on, um über die stra­te­gi­sche Kraft von Gestal­tung zu spre­chen – pra­xis­nah, anschau­lich und mit vie­len kon­kre­ten Bei­spie­len aus unter­schied­li­chen Branchen.

Über 100 Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer waren dabei und erleb­ten einen inspi­rie­ren­den Abend mit viel­sei­ti­gen Pra­xis­bei­spie­len aus Health­ca­re, Mobi­li­tät, Robo­tik und inklu­si­ver Pro­dukt­ent­wick­lung sowie einer leben­di­gen Diskussion.

Aus­gangs­punkt war das mcbw-Mot­to „Play­ground of Pos­si­bi­li­ties“, das die Ver­an­stal­tung in einen wirt­schaft­li­chen Kon­text über­setz­te: Wie wird aus krea­ti­ven Ideen ech­te Wir­kung – im Unter­neh­men, am Markt und im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb? Genau die­ser Fra­ge wid­me­te sich ein hoch­ka­rä­tig besetz­tes Panel mit Bei­trä­gen von FLU­ID Design, enna sys­tems, BMW Group Design und Agi­le Robots. Mode­riert wur­de die Ver­an­stal­tung von Maren Mart­schen­ko.

Zum Auf­takt begrüß­te Chris­toph Anger­bau­er, Mit­glied der Haupt­ge­schäfts­füh­rung der IHK für Mün­chen und Ober­bay­ern, die Gäs­te in der IHK. Er mach­te deut­lich, dass Design aus Sicht der IHK weit mehr ist als ästhe­ti­sche Gestal­tung: ein stra­te­gi­scher Fak­tor für Inno­va­ti­on, Wett­be­werbs­fä­hig­keit und wirt­schaft­li­chen Erfolg.

Im Anschluss griff Nadi­ne Vicen­ti­ni, Geschäfts­füh­re­rin von bay­ern design und Ver­an­stal­te­rin der mcbw, die­sen Gedan­ken auf. Sie beton­te Design als ver­bin­den­des Ele­ment zwi­schen Dis­zi­pli­nen, Bran­chen und Per­spek­ti­ven – und damit als wich­ti­ge Kraft, um Trans­for­ma­ti­on aktiv zu gestal­ten. Die mcbw ver­ste­he sich dabei als Platt­form für Aus­tausch, neue Ideen und kon­kre­te Umsetzung.

Nach den ein­füh­ren­den Begrü­ßun­gen wur­de der Blick auf die Pra­xis gerich­tet: Anhand kon­kre­ter Bei­spie­le zeig­ten die Refe­rie­ren­den, wie Design in ganz unter­schied­li­chen Bran­chen Inno­va­ti­on ermög­licht, Ori­en­tie­rung schafft und unter­neh­me­ri­sche Wir­kung entfaltet.

Wie Design kon­kret Pro­ble­me lösen kann, zeig­te Jakob Berg­mei­er von enna sys­tems. Vor­ge­stellt wur­de die Ent­wick­lung eines Pro­dukts, das digi­ta­le Teil­ha­be für älte­re Men­schen erleich­tern soll – bewusst nied­rig­schwel­lig, intui­tiv und all­tags­nah. Beson­ders span­nend war der Blick hin­ter die Kulis­sen: von ers­ten Papp-Pro­to­ty­pen über ver­schie­de­ne Pro­of-of-Con­cepts bis hin zum fina­len Pro­dukt­de­sign wur­de sicht­bar, wie aus einer Idee Schritt für Schritt ein nut­zer­ori­en­tier­tes Sys­tem entsteht.

Einen ganz ande­ren, aber eben­so ein­drucks­vol­len Zugang prä­sen­tier­te Roman Geb­hard von FLU­ID Design. Anhand von Bei­spie­len aus dem Gesund­heits­be­reich wur­de deut­lich, dass Design nicht erst am Ende eines Ent­wick­lungs­pro­zes­ses ansetzt, son­dern bereits dar­über ent­schei­det, ob ein Pro­dukt in der Pra­xis funk­tio­niert und im Markt ankommt. Gezeigt wur­den unter ande­rem Pro­jek­te für Storz Medi­cal sowie Aspivix/Carevix, bei denen Gestal­tung, Anwen­dung, Sicher­heit und Mar­ken­wir­kung eng zusam­men­spie­len. Sei­ne Kern­bot­schaft: Gute Gestal­tung zahlt sich im Gesund­heits­we­sen gleich mehr­fach aus – in der Zulas­sung, in der Anwen­dung und in der Wahrnehmung.

Wel­che Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen sich durch Digi­ta­li­sie­rung und Künst­li­che Intel­li­genz für Design­pro­zes­se erge­ben, erläu­ter­te Danie­la Boh­lin­ger von BMW Group Design. Ihr Bei­trag spann­te den Bogen von digi­ta­len Pro­to­ty­pen und daten­ba­sier­ten Ent­schei­dun­gen bis hin zu neu­en Kom­pe­tenz­pro­fi­len für Desi­gne­rin­nen und Desi­gner. Beson­ders prä­gnant war dabei der Gedan­ke, dass KI zwar Pro­zes­se beschleu­ni­gen kann, aber kei­ne Visi­on ersetzt: Die Rich­tung müs­se wei­ter­hin der Mensch vor­ge­ben. Digi­ta­li­sie­rung, so die Bot­schaft, soll­te Sinn­lich­keit und Erleb­nis nicht ver­drän­gen, son­dern sinn­voll ergänzen.

Wie stark Design auch Zukunfts­tech­no­lo­gien prä­gen kann, zeig­te Vin­cent Weckert von Agi­le Robots. In sei­ner Prä­sen­ta­ti­on mach­te er deut­lich, wie eng Sci­ence-Fic­tion und Pro­dukt­de­sign mit­ein­an­der ver­bun­den sein kön­nen – und wie dar­aus kon­kre­te Gestal­tung für einen huma­no­iden Robo­ter ent­steht. Für das Design von Agi­le ONE wur­den Film­fi­gu­ren ana­ly­siert, Merk­ma­le in Matri­zen ein­ge­ord­net und dar­aus Anfor­de­run­gen an Ver­trau­en, Sicher­heit und intui­ti­ve Inter­ak­ti­on abge­lei­tet. Vom ers­ten Brie­fing über Skiz­zen und 1:1‑Modelle bis zum fina­len Design wur­de sicht­bar, wie sehr Gestal­tung auch bei High­tech-Pro­duk­ten Ori­en­tie­rung und Akzep­tanz schaf­fen kann.

In der gemein­sa­men Run­de wur­de noch ein­mal deut­lich, was sich bereits durch alle Bei­trä­ge gezo­gen hat­te: Design ist längst kein „Add-on“ mehr, son­dern ein stra­te­gi­scher Fak­tor, der maß­geb­lich über Inno­va­ti­ons­kraft, Wett­be­werbs­fä­hig­keit und Zukunfts­fä­hig­keit entscheidet.

Gera­de die Viel­falt der Per­spek­ti­ven mach­te den Nach­mit­tag beson­ders span­nend: vom Health­ca­re-Gerät über inklu­si­ve digi­ta­le Anwen­dun­gen bis hin zu KI-gestütz­ten Design­pro­zes­sen und huma­no­ider Robo­tik. Die Refe­ren­tin­nen und Refe­ren­ten zeig­ten nicht nur Ergeb­nis­se, son­dern auch Denk­we­ge, Ent­wick­lungs­stu­fen und kon­kre­te Her­aus­for­de­run­gen – und lie­fer­ten damit reich­lich Stoff für eine leben­di­ge Dis­kus­si­on. Immer wie­der wur­de deut­lich, dass Design heu­te weit über Ästhe­tik hin­aus­geht: Es ver­bin­det Tech­no­lo­gie, Nut­zer­ori­en­tie­rung, Mar­ken­stra­te­gie und Innovation.

So wur­de das Busi­ness Panel zu einem anschau­li­chen Beleg dafür, war­um Design ein zen­tra­ler Erfolgs­fak­tor für Unter­neh­men ist. Oder anders gesagt: Der Weg vom krea­ti­ven Spiel­feld zur Wir­kung im Markt beginnt dort, wo Gestal­tung stra­te­gisch gedacht wird. Genau dafür bot die Ver­an­stal­tung vie­le inspi­rie­ren­de Impul­se – und zeig­te, wie aus dem „Play­ground of Pos­si­bi­li­ties“ kon­kre­ter Impact wer­den kann.