20. Mai 2026

Tro­ja­ni­sches Pferd werden

Podcast mit Nadine Vicentini

Nadi­ne Vicen­ti­ni ist Geschäfts­füh­re­rin von Bay­ern Design, dem inter­na­tio­na­len Kom­pe­tenz­zen­trum für Gestal­tung, und Ver­an­stal­te­rin der Munich Crea­ti­ve Busi­ness Week, Deutsch­lands größ­tem Design-Event. Was Design mit Volks­mu­sik zu tun hat und war­um man ein Tro­ja­ni­sches Pferd wer­den soll­te, erfah­ren Sie in der aktu­el­len Aus­ga­be von Fantasiemuskel

Nadi­ne Vicen­ti­ni ist, wenn man so will, eine Mischung aus Lob­by­is­tin und Mana­ge­rin. Sie bringt Akteu­re aus dem Design, der Wirt­schaft, dem Hand­werk zusam­men, damit etwas Neu­es ent­steht und gedeiht.

Auf den ers­ten Blick hat das nichts mit Volks­mu­sik zu tun, und viel­leicht ist es auch ein Zufall, dass Nadi­ne Vicen­ti­ni, die eigent­lich Phy­sik und Musik stu­diert hat, heu­te in einer Band spielt, die sich der Neu­in­ter­pre­ta­ti­on von Volks­mu­sik ver­schrie­ben hat: G. Rag & die Land­lerg­schwis­ter. Die Grup­pe mischt, hybri­di­siert, dekon­stru­iert tra­di­tio­nel­le Volks­mu­sik mit Jazz und Blues, und eine wich­ti­ge Rol­le spielt dabei die Impro­vi­sa­ti­on. Und die dort prak­ti­zier­te Balan­ce von Bestän­dig­keit und Auf­bruch kann man auch auf ihr Ver­ständ­nis von Design über­tra­gen. „Ich glau­be, die Musik hilft mir los­zu­las­sen und immer auch wie­der sagen zu kön­nen: Okay, wir fan­gen neu an und ver­su­chen gleich­zei­tig, das Bestehen­de neu zu interpretieren.“

Mit den bei­den Pod­cas­tern Fried­rich von Bor­ries und Alex­an­der Doud­kin redet sie aber nicht nur über Musik, son­dern vor allem über das Ver­hält­nis von Design und Wirt­schaft. „Ich fin­de“, so erklärt sie, „künst­le­ri­sche Frei­heit und das The­ma Busi­ness sind kein Wider­spruch“. Design, so erläu­tert sie, tra­ge erheb­lich zur öko­no­mi­schen Wert­schöp­fung bei, gera­de in Zei­ten tech­no­lo­gi­scher Umbrü­che. Design hel­fe aber auch, die Schnitt­stel­le zwi­schen Mensch und Maschi­ne auf­zu­bre­chen und neu zu betrachten.

Dabei hel­fe das künst­le­ri­sche, gestal­te­ri­sche und kri­ti­sche Poten­ti­al von Design. Die von man­chen geschmäh­te Nähe zur Wirt­schaft kön­ne Design dabei sogar aktiv nut­zen und, so Vicen­ti­ni, wie ein Tro­ja­ni­sches Pferd fun­gie­ren: Design tarnt sich als öko­no­mi­sche Not­wen­dig­keit, um klamm­heim­lich Räu­me für radi­kal neu­es, gesell­schaft­li­ches Den­ken zu öffnen.

„Fan­ta­sie­mus­kel“, den Mono­pol-Pod­cast über Kunst, Wirt­schaft und gesell­schaft­li­che Trans­for­ma­ti­on, kön­nen Sie auf allen bekann­ten Platt­for­men hören – oder die neue Fol­ge direkt hier