Stay

Ausstellung der Kunsthochschule Kassel in der Pinakothek der Moderne

Sit­zen ist eine all­täg­li­che Hand­lung – und zugleich ein kul­tu­rel­ler Akt. Sitz­mö­bel struk­tu­rie­ren Räu­me, prä­gen Hal­tun­gen, laden zum Ver­wei­len ein oder signa­li­sie­ren Distanz. Die Aus­stel­lung „STAY – Tex­ti­le Sitz­ob­jek­te“ wid­met sich dem Sit­zen und zeigt expe­ri­men­tel­le Ent­wür­fe von Stu­die­ren­den des Stu­di­en­gangs Design tex­ti­ler Pro­duk­te an der Kunst­hoch­schu­le Kas­sel unter der Lei­tung von Prof. Ayzit Bostan.

Im Zen­trum des Pro­jekts steht die tex­ti­le Sitz­flä­che als eigen­stän­di­ges Gestal­tungs­ele­ment. Tex­ti­le Mate­ria­li­en besit­zen beson­de­re Qua­li­tä­ten: Sie reagie­ren auf Kör­per und Bewe­gung, erzeu­gen Atmo­sphä­re, ver­mit­teln Nähe, Kom­fort oder Span­nung. Über ihre rei­ne Funk­ti­on hin­aus kön­nen sie emo­tio­na­le, räum­li­che und ästhe­ti­sche Wir­kun­gen ent­fal­ten. Die­se Poten­zia­le bil­den den Aus­gangs­punkt der Entwurfsarbeit.

Die Stu­die­ren­den set­zen sich inten­siv mit his­to­ri­schen und zeit­ge­nös­si­schen Sitz­mö­beln aus dem Bestand der Neu­en Samm­lung aus­ein­an­der. Die­se Objek­te die­nen nicht als Vor­bil­der im klas­si­schen Sinn, son­dern als Refe­ren­zen und Impuls­ge­ber für eige­ne Fra­ge­stel­lun­gen. Wel­che Rol­le spielt Mate­ri­al im Ver­hält­nis zum Kör­per? Wie ver­än­dern Kon­struk­ti­on, Ober­flä­che und Tex­til­tech­nik die Wahr­neh­mung des Sit­zens? Und wie las­sen sich neue For­men des Gebrauchs denken?

Der Ent­wurfs­pro­zess umfasst Mate­ri­al- und Tech­nik­re­cher­chen, kon­zep­tio­nel­le Expe­ri­men­te sowie die Ent­wick­lung und Umset­zung der Pro­to­ty­pen. Dabei ent­stan­den Sitz­ob­jek­te aus ver­schie­de­nen Mate­ria­li­en wie Filz, Leder und Metall.

STAY prä­sen­tiert die­se Arbei­ten im X‑D-E-P-O‑T als Moment­auf­nah­me eines offe­nen Gestal­tungs­pro­zes­ses. Die Aus­stel­lung macht sicht­bar, wie jun­ge Designer:innen mit Neu­gier, Prä­zi­si­on und Expe­ri­men­tier­freu­de die Bezie­hung zwi­schen Kör­per, Mate­ri­al und Raum neu ver­han­deln – und zeigt Sit­zen als etwas, das weit über das blo­ße Platz­neh­men hinausgeht.

Ayzit Bostan ist Desi­gne­rin und Künst­le­rin und lebt in Mün­chen. Seit 2012 ist sie Pro­fes­so­rin für Design tex­ti­ler Pro­duk­te an der Kunst­hoch­schu­le Kas­sel. 2023 erhielt Ayzit Bostan den Design­preis der Lan­des­haupt­stadt München.

Stu­die­ren­de: Hele­na Bals, Zoe Debik, Matil­da Eli­sa­beth Grams, Tim Felix Kost­ka, Tat­ja­na Kov­ba­sa, Felix Leif­fer, Indi­ra Maru­ki , Caro­li­na Mois­ei, Silas Vog­ler, Lin­jun Zeng

Stuhl links: Tim Felix Kost­ka. L1 Lounge Chair, 2026. Mate­ri­al: Edel­stahl und Nylon Gurt­band, hand­ge­floch­ten. Her­stel­ler: Tim Felix Kost­ka. Kunst­hoch­schu­le Kas­sel  / Foto: Fabi­an Frinzel

Stuhl rechts: Indi­ra Maru­kić. LAMET­TA, 2026. Mate­ri­al: Lamm­nap­pa, Holz, PLA. Her­stel­ler: Indi­ra Maru­kić. Her­stel­lungs­ort: Kunst­hoch­schu­le Kas­sel / Foto: Fabi­an Frinzel