9. Juni 2025

Spaces of Mobi­li­ty II: Urban Spaces

Mobi­li­tät für lebens­wer­te Städte

Wie sieht die Zukunft der Mobi­li­tät in unse­ren Innen­städ­ten aus? Was kön­nen wir von­ein­an­der ler­nen, um die Fahr­zeu­ge der Zukunft für eine fle­xi­ble und nach­hal­ti­ge Nut­zung zu gestal­ten? Wie kön­nen Quar­tie­re und Mobi­li­ty Hubs geplant und wirt­schaft­lich umge­setzt wer­den? Das haben wir gemein­sam mit unse­ren Expert:innen am 5.6. bei „Spaces of Mobi­li­ty II: Urban“ in Mün­chen diskutiert.

„Eine attrak­ti­ve Stadt ist wie eine gute Par­ty. Die Leu­te blei­ben län­ger als geplant.“ – Jan Gehl

Mini Design: Stadt als Mindset

Hol­ger Hampf, Head of Mini Design, mach­te deut­lich: Die Mobi­li­täts­wen­de beginnt längst nicht mehr nur außen am Fahr­zeug – sie star­tet im Innen­raum. Nach­hal­ti­ge Mate­ria­li­en, Kon­nek­ti­vi­tät, Licht und Sound prä­gen künf­tig das Design. MINI ver­folgt dabei das Leit­bild der „Era of Urban as Mind­set“: Urba­ni­tät wird nicht nur ein Ort, son­dern ein Lebens­ge­fühl – und Teil der Mar­ke selbst. Die auto­mo­bi­le Zukunft ist ein­fa­cher, cha­ris­ma­tisch und redu­ziert – mit weni­ger indi­vi­du­el­len Fahr­zeu­gen, aber mehr Lebensqualität.

Urban Stan­dards: Mobi­li­tät neu gedacht

Sophie Stig­lia­no von Urban Stan­dards stell­te klar: Klas­si­sche Pla­nun­gen durch pau­scha­le Gesetz­ge­bung grei­fen zu kurz. Die Stadt braucht dyna­mi­sche Mobi­li­täts­flä­chen statt star­re Park­plät­ze – ver­gleich­bar mit Shared-Desk-Prin­zi­pi­en im Büro. Neue Mobi­li­täts­ge­sell­schaf­ten sol­len quar­tiers­be­zo­ge­ne Ange­bo­te bereit­stel­len – nutz­bar per App, gedacht ab der ers­ten Pla­nungs­pha­se. Mobi­li­tät wird ver­netzt, fle­xi­bel und digital.

Gehl Archi­tects: Die Stadt lebt vom Menschen

Han­no Con­rad von Gehl Archi­tects zeig­te am Bei­spiel Kopen­ha­gen: Stadt­qua­li­tät ent­steht nicht zufäl­lig, son­dern durch muti­ge, lang­fris­ti­ge Ent­schei­dun­gen. Seit den 1960er Jah­ren hat sich die däni­sche Haupt­stadt in drei Schrit­ten zur Vor­zei­ge­stadt ent­wi­ckelt – Ein­rich­tung von Fuß­gän­ger­zo­nen, Stei­ge­rung der Auf­ent­halts­qua­li­tät (Stich­wort Piaz­za-Fee­ling), und Design­in­ter­ven­tio­nen wie etwa durch die Schaf­fung von Sport- und Spiel­fä­chen. Grund­la­ge ist der „People-first“-Ansatz, also das Pla­nen aus Sicht der Men­schen. In Nürn­berg zeigt das AEG-Gelän­de, wie eine 15-Minu­ten-Stadt aus­se­hen kann: Alles ist zu Fuß erreich­bar, das Auto wird überflüssig.

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Weitere Informationen

Fle­xi­bel – nach­hal­tig – geteilt: Die Mobi­li­tät im Jahr 2040

In der abschlie­ßen­den Dis­kus­si­on herrsch­te Einig­keit: Das pri­va­te Auto ver­liert im urba­nen Raum an Bedeu­tung – auch wenn „weni­ger Autos, Haupt­sa­che MINIs“ (Hampf) augen­zwin­kernd erlaubt blei­ben. Shared Mobi­li­ty ist nicht nur effi­zi­en­ter, son­dern auch not­wen­dig – Kos­ten­druck, Flä­chen­man­gel und Kli­ma­zie­le las­sen kaum Alter­na­ti­ven. Am Ende pro­fi­tie­ren allen von einer Stadt mit einer hohen Lebensqualität!

Die Her­aus­for­de­rung lie­gen aller­dings nicht nur in der Tech­nik, son­dern auch in der Kom­mu­ni­ka­ti­on: Die Mobi­li­täts­wen­de muss emo­tio­nal ent­kop­pelt und sach­lich ver­mit­telt wer­den – mit guten Alter­na­ti­ven, die Men­schen frei­wil­lig über­zeu­gen. Der Bür­ger­dia­log bleibt dabei zentral.

Zeit für Austausch und ein Glas Wein. Foto: bayern design I Lukas Barth
Netzwerken fehlt definitiv bei keiner Veranstaltung von bayern design. Foto: bayern design I Lukas Barth

Unse­re Speaker:innen waren:

Portrait von Sophie Stigliano in modernem Ambiente.
Sophie Stig­lia­no

Sophie Stig­lia­no ist seit Grün­dung 2015 Direk­to­rin und Mit­ge­sell­schaf­te­rin der Urban Stan­dards GmbH. Urban Stan­dards ist ein spe­zia­li­sier­tes Unter­neh­men für die Kon­zep­ti­on, Pro­jekt­ent­wick­lung und den Betrieb von inno­va­ti­ven Mobi­li­täts­lö­sun­gen. Sophie Stig­lia­no stu­dier­te Archi­tek­tur in Mün­chen und arbei­te­te unter ande­rem für den UIA Welt­ar­chi­tek­tur­kon­gress in Ber­lin, als Aus­stel­lungs­lei­te­rin des Cen­ter for Archi­tec­tu­re in New York City und als Lei­te­rin Con­sult bei der Sty­le­park AG in Frank­furt. Seit 2008 beschäf­tigt sie sich mit dem The­men­feld Zukunft der urba­nen Mobi­li­tät. 

Han­no Cor­ne­li­us Conrad

Han­no Con­rad stammt aus Pots­dam und arbei­tet als Seni­or Pro­ject Mana­ger beim inter­na­tio­na­len Stadt­pla­nungs­bü­ro Gehl in Kopen­ha­gen. Sei­ne Arbeit kon­zen­triert sich auf städ­te­bau­li­che Ent­wick­lungs­pro­jek­te, stadt­räum­li­che Visio­nen und Stra­te­gie­kon­zep­te für öffent­li­che und pri­va­te Auf­trag­ge­ber und Part­ner. Mit sei­nem Hin­ter­grund in der Land­schafts­ar­chi­tek­tur über­setzt er kon­zep­tio­nel­le urba­ne Stra­te­gien in kon­kre­te räum­li­che Form – ins­be­son­de­re im Bereich städ­te­bau­li­cher Mas­ter­plä­ne in Deutsch­land und Euro­pa. Sei­ne Arbeit ist geprägt vom “People-First”-Planungsansatz Gehls sowie der skan­di­na­vi­schen Per­spek­ti­ve auf Stadtplanung.

Portrait von Holger Hampf in halbnaher Einstellung
Hol­ger Hampf

Hol­ger Hampf ver­bin­det als Lei­ter von MINI Design bei der Gestal­tung der Zukunft die tra­di­ti­ons­rei­che Ver­gan­gen­heit der Mar­ke mit zukunfts­wei­sen­den Design­stra­te­gien. Neben ver­schie­de­nen Posi­tio­nen inner­halb der BMW Group, lei­te­te er zuletzt Design­works mit Stu­di­os in LA, Mün­chen und Shang­hai. Die Inno­va­ti­ons­agen­tur der BMW Group ist eine glo­ba­le Krea­tiv­be­ra­tung, wel­che nicht nur für BMW, MINI und Rolls-Roy­ce arbei­tet, son­dern auch für Kun­den in ver­schie­de­nen Bran­chen, die sich von Mobi­li­tät bis hin zu digi­ta­lem Leben erstre­cken. Als Design­chef setzt er sich mit den ver­schie­de­nen Aus­prä­gun­gen der Mar­ke MINI aus­ein­an­der. Von beson­de­rem Inter­es­se ist das urba­ne Mind­set von Men­schen, die Funk­tio­na­li­tät und emo­tio­na­le Qua­li­tät ihrer Fahr­zeu­ge in glei­chen Maßen schät­zen. Gemein­sam mit dem MINI Design Team beschäf­tigt er sich inten­siv mit der Erfor­schung neu­er For­men der Mobi­li­tät und gestal­tet Lösun­gen für die Bedürf­nis­se zukünf­ti­ger Städ­te und Lebens­sti­le, die nicht nur unse­rer Fort­be­we­gung die­nen, son­dern auch ein­fach Spaß machen. 

Portraitfoto von Ursula Unger
Ursu­la Unger

Ursu­la Unger ist Event-Mode­ra­to­rin, Exper­tin für Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on, Autorin, Diplom-Kul­tur­wir­tin, allein­er­zie­hen­de Mut­ter, Lese­rat­te und Fuß­ball­fan. Ursu­la Unger spricht fünf Spra­chen, hat in ver­schie­de­nen Bran­chen und auf drei Kon­ti­nen­ten im Mar­ke­ting und Ver­trieb gear­bei­tet. Sie leb­te in Hong Kong, Madrid und vie­le Jah­re in den USA, grün­de­te eine Mar­ke­ting­agen­tur in Colo­ra­do Springs, bevor sie bei der BMW Group in Mün­chen im Mar­ke­ting ein­stieg. Nicht nur in Deutsch­land, auch in Öster­reich und der Schweiz mode­riert Ursu­la Unger zahl­rei­che Groß­ver­an­stal­tun­gen für Kun­den aus den unter­schied­lichs­ten Bran­chen. Ursu­la Unger lebt mit ihren zwei Kin­dern in Mün­chen. (Foto: www.jacklinfotos.com)

Über Spaces of Mobility

Die Ver­an­stal­tungs­rei­he „Spaces of Mobi­li­ty“ bringt Fach­leu­te aus Mobi­li­täts­de­sign, Mobi­li­täts­an­bie­tern, Auto­mo­bil­her­stel­lern und Zulie­fer­be­trie­ben zusam­men, eben­so wie Exper­tin­nen und Exper­ten aus ande­ren Bran­chen – von Stadt­pla­nung bis Inte­rior­de­sign. Die Ver­an­stal­tung „Urban Spaces“ rich­tet sich an alle, die an urba­ner Mobi­li­tät arbei­ten, for­schen und gestal­ten, sowie an alle, die einen Ein­blick in die Zukunft der Mobi­li­tät in Städ­ten gewin­nen möchten.

Die Ver­an­stal­tungs­rei­he ist eine Koope­ra­ti­on von bay­ern design und Bay­ern Innovativ.