Beim Suchen nach dem nächsten Carsharing-Fahrzeug zum Beispiel oder beim verzweifelten Versuch, nach der Fahrt im gesharten Wagen einen Parkplatz zu finden. Oder wenn man feststellt, dass die BahnCard nur noch digital existiert und die haptische Karte mittlerweile Vergangenheit ist. Mobilität ist längst Teil unserer digitalen Systeme geworden und soll sich reibungslos in unseren Alltag einfügen. Doch es geht nicht nur um technische Funktionalität: Auch die Nutzererfahrung muss stimmen, Vertrauen muss aufgebaut werden – etwa beim autonomen Fahren. Dabei spielt gerade das Design eine zentrale Rolle. Es steht oft am Anfang komplexer Entwicklungen und kann entscheidend beeinflussen, wie Innovationen an den Schnittstellen von Mensch und Technik entstehen. Unsere letzte Veranstaltung in unserer dreiteiligen Reihe „Spaces of Mobility“ am 3.7. konzentrierte sich daher auf die digitalen Dimensionen von Mobilität.
Mit dabei waren: Florian Dusch von zigzag, einer Digitalagentur, die nicht nur für Autohersteller wie BMW oder VW arbeitet, sondern auch große Projekte im Bereich des ÖPNV realisiert. Dominique Massonié vom Premium Elektrohersteller NIO berichtet über Chancen von KI-Sprachassistenten im Fahrzeug. Prof. Dr. Johanna Pirker von der TU München ist Informatikerin mit Fokus auf Spieleentwicklung, Forschung und Bildung und zeigt auf, wie der Mobilitätsbereich von der Gaming-Industrie lernen kann.
User Experience macht ÖPNV attraktiv
Fast jeder von uns hatte schon einmal Kontakt mit den Produkten, die zigzag entworfen hat – man denke allein an den DB Navigator. In seinem Impuls ging Designer Florian Dusch der Frage nach, wie man durch Gestaltung den ÖPNV attraktiver machen kann, so dass die Mobilitätswende gelingt, denn trotz politischer Ziele ist das Auto weiterhin Hauptverkehrsmittel. Probleme im ÖPNV wie komplizierter Ticketkauf, mangelnde Planbarkeit und Barrierefreiheit stehen der Akzeptanz noch oft im Weg. Seine Devise lautet: Reisen im ÖPNV muss einfach sein. Gute Gestaltung machts möglich – durch verständliche und personalisierte Apps, nahtlose Reiseketten, klare Informationen und positive emotionale Ansprache. Damit wird auch das Image des ÖPNV aufgewertet. Fazit: UX-Design ist kein Allheilmittel für den ÖPNV, kann aber Vertrauen, Effizienz und Attraktivität im Mobilitätssektor entscheidend stärken.
Das Auto als digitaler Freund
Dominique Massonié ist Leiter der Software-Internationalisierung beim chinesischen Autobauer NIO. Massonié beschrieb, wie KI-Sprachassistenten im Auto die Nutzerinteraktion grundlegend verändern. Die Sprachsteuerung wird zur zentralen Schnittstelle zwischen Mensch und Fahrzeug und das nicht nur während der Fahrt, sondern auch im Stillstand. Rund 30 % der Sprachinteraktionen mit dem Auto finden statt, wenn das Fahrzeug geparkt ist. Nutzer verwenden Sprachassistenten zunehmend wie einen digitalen Freund wie etwa zum Musikhören, für Karaoke oder sogar zum Entspannen. Diese neue Form der Interaktion hat auch Auswirkungen auf das Design des Innenraums, der stärker als personalisierter, wohnlicher Erlebnisraum verstanden wird. Klar ist, dass künftig User Experience im Fahrzeugbau anders gedacht als bisher werden muss.
Vom Gaming für Mobilitätsthemen lernen
Im dritten Vortrag zeigte Prof. Dr. Johanna Priker auf, wie man Methoden aus dem Gaming auch auf Herausforderungen der Mobilität übertragen kann. Und das hat seinen Grund: Der Gaming-Sektor gehört zu den umsatzstärksten Industrien überhaupt und treibt mit diesen Möglichkeiten technologische Entwicklungen voran. So eröffnen zum Beispiel Game-Technologien wie Unity oder Unreal Engine neue Wege in der Mobilitätsplanung. Mit ihnen lassen sich digitale Zwillinge von Städten oder Infrastrukturen erstellen, um Verkehrsflüsse, Sonnenstände oder Energieverbrauch realistisch zu simulieren. Auch in der Automobilindustrie finden sie Anwendung, etwa für Fahrsimulationen oder Produktentwicklung. Solche Tools machen komplexe Mobilitätsthemen anschaulich, fördern Bürgerbeteiligung und erleichtern zukunftsweisende Verkehrs- und Stadtplanung.
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Die Zukunft der Mobilität ist digital
UX-Design und die Begeisterung der Nutzer:innen sind wichtig – aber erst dann wirksam, wenn sie auf einer inklusiven, gut vernetzten und funktionierenden Mobilitäts-Infrastruktur aufbauen. Und diese zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass digitale Angebote inklusiv und barrierefrei sind. Sie müssen leicht verständlich, intuitiv bedienbar und für alle zugänglich, unabhängig von Alter oder Fähigkeiten. Außerdem muss künftig zusammengespielt werden: Statt einzelner Insellösungen braucht es vernetzte Systeme mit offenen Schnittstellen, damit alle Verkehrsmittel nahtlos ineinandergreifen.
Florian Dusch ist Partner und Gründer von zigzag, einem renommierten Design- und Technologie-Studio mit Standorten in Stuttgart und Berlin. Mit über 20 Jahren Erfahrung in der digitalen Produktinnovation – darunter zahlreiche Projekte für namhafte Mobilitäts- und Automotive-Marken wie BMW/MINI, Deutsche Bahn, Mercedes-Benz und Siemens – führt er interdisziplinäre Teams und entwickelt preisgekrönte Lösungen, die Design, Technologie und Nutzererfahrung nahtlos miteinander verbinden. Florians Antrieb sind seine tiefgreifende Neugier und seine Leidenschaft für menschenzentriertes Design; es begeistert ihn, vielschichtige Fragestellungen in klar strukturierte, nutzerzentrierte Lösungen zu übersetzen und mitzuerleben, wie seine Arbeit das Leben der Menschen – ob auf der Straße, auf der Schiene oder im digitalen Raum – spürbar verbessert.
Dr. Johanna Pirker ist Informatikerin mit Fokus auf Spieleentwicklung, Forschung und Bildung sowie eine aktive Stimme der lokalen Indie-Entwicklungs-Community. Seit Sommer 2025 ist sie Professorin an der TUM School of Computation, Information and Technology (CIT). Sie verfügt über umfangreiche Erfahrung in der Gestaltung, Entwicklung und Bewertung von Spielen und VR-Erfahrungen und sieht diese als Werkzeuge zur Förderung von Lernen, Zusammenarbeit und der Lösung realer Probleme. Johanna begann ihre Karriere in der Branche als QA-Tester bei EA und berät weiterhin Studios im Bereich der Nutzerforschung für Spiele. 2011/12 begann sie am Massachusetts Institute of Technology mit der Forschung und Entwicklung von VR-Erlebnissen. Ihre Forschung konzentriert sich auf Spiele mit Schwerpunkt auf KI, HCI, Datenanalyse und VR-Technologien. Johanna wurde in die Forbes 30 Under 30-Liste der Wissenschaftler*innen aufgenommen.
Die Veranstaltungsreihe „Spaces of Mobility“ bringt Fachleute aus Mobilitätsdesign, Mobilitätsanbietern, Automobilherstellern und Zulieferbetrieben zusammen, ebenso wie Expertinnen und Experten aus anderen Branchen – von Stadtplanung bis Interiordesign. Die Veranstaltung „Digital“ richtet sich an alle, die einen Einblick in die digitale Zukunft der Mobilität haben möchten.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von bayern design, bayern innovativ, und dem InSuM Interior Hub-Automotive.
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