Rede­sig­ning Demo­cra­tic Representation

Ausstellung im Museum Angewandte Kunst Frankfurt – bis 21. Februar 2027

Adler, Orden, Wahlurne
Rede­sig­ning Demo­cra­tic Representation

Eine Wahl­ur­ne, ein Wap­pen­tier, ein Ver­dienst­or­den: Drei Objek­te, die im All­tag unse­rer Demo­kra­tie eine erstaun­lich gro­ße Rol­le spie­len – und über die den­noch sel­ten nach­ge­dacht wird. Genau hier setzt die Aus­stel­lung Adler, Orden, Wahl­ur­ne an. Sie lädt dazu ein, ver­trau­te Zei­chen des demo­kra­ti­schen Gemein­we­sens neu zu betrach­ten und zu fra­gen, ob sie noch zu dem pas­sen, was wir heu­te unter Demo­kra­tie verstehen.

Design und Archi­tek­tur haben schon immer dabei gehol­fen, gesell­schaft­li­che Vor­stel­lun­gen sicht­bar und dis­ku­tier­bar zu machen. Statt jedoch – wie es his­to­risch oft geschah – auf gro­ße, monu­men­ta­le Ges­ten zu set­zen oder sich umge­kehrt in klei­nen Nischen­pro­jek­ten zu erschöp­fen, ver­folgt das For­schungs- und Gestal­tungs­pro­jekt Re-De-Re einen drit­ten, unauf­ge­reg­te­ren Ansatz: die gestal­te­ri­sche Aus­ein­an­der­set­zung mit ein­zel­nen, sehr kon­kre­ten Objek­ten unse­rer demo­kra­ti­schen Repräsentation.

Drei davon ste­hen im Zen­trum der Aus­stel­lung. Die Wahl­ur­ne, in vie­len Kom­mu­nen bis heu­te eine schlich­te, zweck­ent­frem­de­te Müll­ton­ne – prak­tisch, aber der Fei­er­lich­keit des Wahl­akts kaum ange­mes­sen. Der Bun­des­ad­ler, des­sen sym­bo­li­sche Bedeu­tung als Raub­vo­gel auf eine Zeit weit vor der Demo­kra­tie zurück­geht. Und das Bun­des­ver­dienst­kreuz, mit dem der Staat bür­ger­schaft­li­ches Enga­ge­ment ehrt, des­sen Form aber stark von christ­li­cher Sym­bo­lik und vor allem von mili­tä­ri­scher Tra­di­ti­on geprägt ist. Aus­ge­hend von die­sen drei Bei­spie­len haben Gestalter:innen neue Ent­wür­fe ent­wi­ckelt, die zeit­ge­mä­ßer und offe­ner gedacht sind.

Re-De-Re ist zugleich ein For­schungs­pro­jekt: Drei Jah­re lang beglei­tet das Team Politiker:innen in ihrem par­la­men­ta­ri­schen All­tag, um zu ver­ste­hen, wie Reprä­sen­ta­ti­on im Klei­nen funk­tio­niert. Die gestal­te­ri­sche Per­spek­ti­ve rich­te­te den Blick auf das Sinn­li­che und Mate­ri­el­le die­ser Arbeit, die poli­tik­wis­sen­schaft­li­che auf Macht­ver­hält­nis­se und Ver­fah­ren, die sich weni­ger leicht grei­fen lassen.

Beob­ach­tung und Ent­wurf infor­mie­ren sich dabei immer wie­der gegen­sei­tig – ein Pro­zess, der die ent­stan­de­nen Objek­te zu einer Brü­cke zwi­schen Abge­ord­ne­ten, For­schen­den und Besucher:innen macht.

Zu sehen sind Arbei­ten und Posi­tio­nen inter­na­tio­na­ler Gestalter:innen, dar­un­ter Roz­beh Asma­ni, Maciej Chma­ra & Anna Rosin­ke, Esra Gül­men, Jian­ping He, Nadi­ne Kolod­ziey und Ingo Offer­manns. Die Aus­stel­lung möch­te zei­gen, dass Demo­kra­tie nicht nur ver­wal­tet, son­dern auch gestal­tet wird – und lädt dazu ein, sich die­sen Gestal­tungs­pro­zess gemein­sam anzueignen.

Re-De-Re (Rede­sig­ning Demo­cra­tic Repre­sen­ta­ti­on) ist ein Pro­jekt der Hoch­schu­le für bil­den­de Küns­te Ham­burg und der Hoch­schu­le des Bun­des für öffent­li­che Ver­wal­tung, geför­dert durch die VolkswagenStiftung.

Kura­tor: Fried­rich von Bor­ries Aus­stel­lungs­ge­stal­tung: Fried­rich von Bor­ries und Phil­ipp Cartier

Aus­stel­lungs­gra­fik: Gihong “Kiki” Park Wis­sen­schaft­li­ches Team: Sven T. Sief­ken, Fried­rich von Bor­ries, Julia­ne Baruck, Phil­ipp Cartier

Betei­lig­te Künstler:innen und Designer:innen:
Roz­beh Asma­ni, Uri Bar­nea, Moritz Bendl, Neho­ra Cha­jes, Maciej Chma­ra, Kadi­ja­tou Daha­ba, Neta Mag­da Dror, Petra Esveld, Kane Tank, Aga­ta Ger­main, Gestal­tungs­zen­tra­le Poli­tik, Sant­ia­go Gomez, Esra Gül­men, Juan Guse, Jian­ping He, Jarek Koza­kie­wicz, Nadi­ne Kolod­ziey, Pau­li Mus­zi, Itay Noy, Ingo Offer­manns, Krzy­sz­tof Olek­si­ak, Sta­nis­law Orlow­ski, Dani­el Afriy­ie Owu­su, Oxa, Haim Par­zon, Peter Post, Emma Rahe, Anna Rosin­ke, Kaj Schlicht

Mehr dazu hier: Adler, Orden, Wahl­ur­ne. Rede­sig­ning Demo­cra­tic Repre­sen­ta­ti­on / Muse­um Ange­wand­te Kunst