Pla­gia­ri­us 2026

Die Preisträger stehen fest

6. Februar 2026

Nadi­ne Vicen­ti­ni, Geschäfts­füh­re­rin von bay­ern design, war Jurymitglied.

Die unab­hän­gi­ge Fach­ju­ry hat im Rah­men des 50. Jubi­lä­ums zehn dreis­te Pla­gi­ats­fäl­le unter­schied­lichs­ter Bran­chen aus den Berei­chen Küche, Woh­nen, Sani­tär, Mut­ter-Kind, Kör­per­pfle­ge, Online-Shop­pen, Maschi­nen für Bäcke­rei­en, Schreib­wa­ren, Elek­tro­tech­nik aus­ge­wählt. Gezeigt wer­den wie immer Ori­gi­nal­pro­dukt und Pla­gi­at (oder Fäl­schung) im direk­ten Ver­gleich! Die betrof­fe­nen Ori­gi­nal­her­stel­ler kom­men aus Deutsch­land, den Nie­der­lan­den und Japan. Anschlie­ßend wer­den die Preis­trä­ger-Pro­duk­te im Muse­um Pla­gia­ri­us in Solin­gen sowie online und bei Pla­gia­ri­us-Aus­stel­lun­gen einem brei­ten Publi­kum zur pra­xis­na­hen Sen­si­bi­li­sie­rung präsentiert.

Der Nega­tiv­preis „Pla­gia­ri­us“

Der Preis wird jähr­lich an Her­stel­ler und Händ­ler beson­ders dreis­ter Pla­gia­te und Fäl­schun­gen ver­lie­hen. Ziel der Akti­on Pla­gia­ri­us ist, die skru­pel­lo­sen Geschäfts­me­tho­den von Pro­dukt- und Mar­ken­pi­ra­ten ins öffent­li­che Bewusst­sein zu rücken und Indus­trie, Poli­tik und Ver­brau­cher für die Schä­den und Risi­ken zu sensibilisieren.

Seit 1977 moti­viert die Akti­on Pla­gia­ri­us Unter­neh­mer und Erfin­der ihr geis­ti­ges Eigen­tum zu schüt­zen, und stei­gert beim Ver­brau­cher die Wert­schät­zung für inno­va­ti­ve und krea­ti­ve Leis­tun­gen. Tro­phäe des Schmäh­prei­ses ist ein schwar­zer Zwerg mit gol­de­ner Nase – Sym­bol für die immensen Pro­fi­te, die ideen­lo­se Nach­ah­mer sprich­wört­lich auf Kos­ten von Krea­ti­ven und der Indus­trie erwirtschaften.

Die Pla­gia­ri­us-Preis­trä­ger 2026

1. Preis – Fla­schen-Set für Neu­ge­bo­re­ne „Phil­ips Avent Natu­ral Response“

Links Ori­gi­na­le: Kon­in­kli­jke Phil­ips N.V., Eind­ho­ven, Niederlande
Rechts Fäl­schun­gen: Don­gyang Oni­be­bi Pla­s­tic Pro­ducts Fac­to­ry, Zhe­jiang, VR China
Beschlag­nahmt: u.a. bei Raz­zi­en in Latein­ame­ri­ka, Nige­ria, Südostasien 
Ver­trieb: Über Social Media (u.a. Face­book) und Online-Plattformen

AVENT (Ori­gi­nal) vs. AVEAT (Fäl­schung). Ins­be­son­de­re bei Pro­duk­ten für Neu­ge­bo­re­ne steht Sicher­heit an ers­ter Stel­le. So bestehen die Phil­ips AVENT Fla­schen aus BPA-frei­em Kunst­stoff und sind geruchs- und geschmacks­neu­tral. Das Set ist ide­al für einen rei­bungs­lo­sen Über­gang zwi­schen Stil­len und Fla­schen­füt­te­rung. Die irre­füh­ren­den AVEAT-Fäl­schun­gen wur­den in Chi­na her­ge­stellt und online, über Social Media sowie vor Ort in Latein­ame­ri­ka, Nige­ria und Süd­ost­asi­en ver­trie­ben. Laut Ver­pa­ckung sind auch sie BPA-frei. Der extrem nied­ri­ge Preis – ein Fünf­tel des Ori­gi­nals – sowie Fotos aus den „Fabri­ken“ der Fäl­scher las­sen an der Qua­li­tät und Eig­nung des Kunst­stoffs, ins­be­son­de­re für Baby­pro­duk­te, zwei­feln. Hygie­ni­sche Zustän­de? Mehr als bedenk­lich! Qua­li­täts- und Sicher­heits­kon­trol­len? Fehl­an­zei­ge! Nach einer Raz­zia und Beschlag­nah­me bei Oni­be­bi hat ein Gericht die Fir­ma zu Unter­las­sung und Scha­den­er­satz ver­ur­teilt. Phil­ips zieht Fäl­scher kon­se­quent zur Rechen­schaft – auch zum Schutz der (jüngs­ten) Verbraucher*innen.

2. Preis – Wasch­tisch­mi­scher „AXOR MyEdition“

Links Ori­gi­nal: Hans­g­ro­he SE, Schilt­ach, Deutschland
Rechts Fäl­schung: Chi­ne­si­sches Fälscher-Netzwerk
3 Per­so­nen in Haft, Kai­ping / Guang­dong, VR China 
Ver­trieb über diver­se Online-Shops, u.a. auf taobao.com

Fäl­scher agie­ren heut­zu­ta­ge pro­fes­sio­nell. Pro­du­ziert wird arbeits­tei­lig. Ihr Geschäft: ille­gal. Solch kom­ple­xe kri­mi­nel­le Netz­wer­ke auf­zu­spü­ren, kos­tet Mar­ken­her­stel­ler viel Geld. Hans­g­ro­he konn­te, nach mona­te­lan­ger Recher­che und in Zusam­men­ar­beit mit dem loka­len Kai­ping PSB Public Secu­ri­ty Bureau, in einer Raz­zia ein gro­ßes chi­ne­si­sches Fäl­scher-Netz­werk zer­schla­gen. Kopiert wur­den neben den von Hans­g­ro­he geschütz­ten Designs vor allem die inter­na­tio­nal renom­mier­ten, auch in Chi­na ein­ge­tra­ge­nen Mar­ken „hans­g­ro­he“ und „AXOR“. Die Fäl­schun­gen wur­den online, u.a. auf taobao.com, mit Ori­gi­nal­fo­tos bewor­ben und zu Spott­prei­sen ange­bo­ten. Ent­spre­chend min­der­wer­tig sind Mate­ria­li­en und Ver­ar­bei­tung der Fäl­schun­gen. Gro­ßer Erfolg: Drei Haupt-ver­ant­wort­li­che des Netz­werks wur­den inhaf­tiert und wer­den aktu­ell straf­recht­lich ver­folgt. Das Tra­di­ti­ons-unter­neh­men Hans­g­ro­he SE steht für zeit­lo­ses, lang­le­bi­ges Design sowie für weg­wei­sen­de, inno­va­ti­ve und nach-hal­ti­ge Tech­no­lo­gien. Mit sei­ner Design­mar­ke AXOR inspi­riert es Archi­tek­ten und Bad Desi­gner gleichermaßen.

3. Preis – Sta­pel­lie­ge Klas­sik (Design: Rolf Hei­de, 1966)

Oben Ori­gi­nal: Mül­ler Möbel­werk­stät­ten GmbH, Bock­horn, Deutsch­land (Exklu­si­ves welt­wei­tes Recht für Her­stel­lung, Ver­trieb und Ver­mark­tung der Stapelliege)
Unten Pla­gi­at: Ver­trieb: La Redou­te S.A.S., Rou­baix, Frankreich

Die STA­PEL­LIE­GE – ein Design­klas­si­ker von Rolf Hei­de aus dem Jahr 1966 – besticht nicht nur durch ihr zeit­lo­ses Design und ihre hohe Fle­xi­bi­li­tät, sie punk­tet auch durch ihre intel­li­gen­te Kon­struk­ti­on und den ein­fa­chen Auf- und Abbau. Ob als Sofa, als gesta­pel­tes Kin­der­bett, als Dop­pel­bett oder fle­xi­bles Gäs­te­bett: Sie ist ein platz­spa­ren­des Mul­ti­ta­lent. Mül­ler Möbel­werk­stät­ten hat das exklu­si­ve welt­wei­te Recht für deren Her­stel­lung und Ver­trieb. Das Bil­lig­pla­gi­at von La Redou­te kos­tet, inklu­si­ve „Lat­ten­rost“, der aus ein­fa­chen, zu weit aus­ein­an­der­ste­hen­den Bret­tern besteht, ein Fünf­tel des Ori­gi­nal-Gestells. Kun­den stra­fen das Pla­gi­at als „bil­lig gemacht, schlecht ver­ar­bei­tet und unsta­bil“ ab. Der ästhe­ti­sche Gesamt­ein­druck bei­der Sta­pel­bet­ten ist iden­tisch: So wur­den beim Pla­gi­at alle prä­gen­den for­ma­len und funk­tio­na­len Gestal­tungs­merk­ma­le des Ori­gi­nals über­nom­men, ins­be­son­de­re die schwung­vol­len Abrun­dun­gen der seit­li­chen Wan­gen, die die Sta­pel­fä­hig­keit ermög­li­chen. Umso erschre­cken­der ist die man­gel­haf­te Pass­ge­nau­ig­keit beim Plagiat.

Son­der­preis „Pla­gi­ats-Tsu­na­mi“ – Besteck-Sets „KLIKK“ und „KLIKK POCKET“ 

Vor­ne Ori­gi­na­le: kozi­ol »ide­as for fri­ends GmbH, Erbach, Deutschland 
Pla­gia­te (in Wel­le): Ver­trieb: Über alibaba.com

Betrei­ber: ALIBABA.com Sin­ga­po­re E‑Commerce Pri­va­te Limi­t­ed, Singapur 
Anbie­ter: Unzäh­li­ge chi­ne­si­sche Her­stel­ler und Händler

Wie eine Tsu­na­mi­wel­le über­flu­ten Bil­lig­pla­gia­te die erfolg­rei­chen Kozi­ol Besteck-Sets „KLIKK“ und „KLIKK Pocket“. Die Ori­gi­nal-Bestecke sind kom­pakt, robust und wer­den bei Kozi­ol in Erbach/Odenwald her­ge­stellt. Das Mate­ri­al ist spül­ma­schi­nen­ge­eig­net, lebens­mit­tel­echt und 100% recy­cel­bar. Die Bestecke wur­den seit ihrer Markt­ein­füh­rung zig-fach kopiert und unzäh­li­ge Nach­ah­mer und Online­händ­ler abge­mahnt. Beson­ders unein­sich­tig: Der Platt­form­be­trei­ber Alibaba.com: Nach Hin­weis auf den EU-wei­ten Design­schutz wer­den rechts­ver­let­zen­de Ange­bo­te zwar ent­fernt, aktiv und auto­ma­tisch durch KI unter­bun­den wer­den sie aber nicht. Trotz wöchent­li­chem „Noti­ce-and-Take-Down“ unzäh­li­ger Pla­gia­te durch Kozi­ol dür­fen Händ­ler pro­blem­los immer wie­der die­sel­ben Pla­gia­te mit den­sel­ben Wer­be­tex­ten und ‑fotos ein­stel­len. Das zeigt das gerin­ge Inter­es­se und den man­geln­den Wil­len zur Prä­ven­ti­on sei­tens Ali­baba. Die insta­bi­len Bil­lig­pla­gia­te lie­gen 80 bis 95% unter dem Ori­gi­nal­preis. Ob sie hin­sicht­lich Mate­ri­al und Sicher­heit den euro­päi­schen Vor­schrif­ten ent­spre­chen, ist mehr als fragwürdig.

Son­der­preis „FAKE-SHOP“ – Web­site www.germens.shop

Links Ori­gi­nal-Shop: GER­MENS art­fa­shion Mar­ke­king GmbH, Chem­nitz, Deutschland 
Rechts Fake-Shop: www.jeffkelleher.shop / www.noemibishop.shop 

Betrei­ber: Nicht zu ermit­teln – Shops nach mona­te­lan­gem Betrieb gelöscht

Ein „Fake-Shop“ ist ein kom­plett gefälsch­ter Online-Shop. Die Betrei­ber locken mit güns­ti­gen Ange­bo­ten, kas­sie­ren Geld, lie­fern jedoch kei­ne Ware. Immer häu­fi­ger wer­den Verbraucher*innen Opfer die­ser Betrugs­ma­sche. Die Shops sind pro­fes­sio­nell gestal­tet und sehen täu­schend echt aus. Jüngst betrof­fen: Der Ger­mens-Shop. GER­MENS-Hem­den ste­hen für hoch­wer­ti­ge Stof­fe und aus­ge­fal­le­ne, von Künst­lern ent­wor­fe­ne Designs. Von Juli bis Novem­ber 2025 gaben sich 2 Fake-Shops als „GER­MENS“ aus. Logo, Tex­te und Pro­dukt­fo­tos wur­den kopiert. Ange­bo­ten wur­den die Pro­duk­te zu Dum­ping­prei­sen unter­halb der Her­stel­lungs­prei­se. Ein Impres­sum gab es nicht, die Wider­ruf­be­din­gun­gen waren rechts­wid­rig. Typisch: Oft gibt es eine Aus­wahl an Zah­lungs­me­tho­den, am Ende der Bestel­lung ist dann aber nur Zah­lung per Vor­kas­se mög­lich. Güte­sie­gel müs­sen ver­linkt sein zum Sie­gel-Betrei­ber. Unter „verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder“ kön­nen Verbraucher*innen ver­däch­ti­ge Shops über­prü­fen – und es gibt Tipps zum Erken­nen von Fake-Shops.

Aus­zeich­nung – (Licht-) Schal­ter­pro­gramm „Busch-balan­ce SI“ Oben 

Ori­gi­na­le: ABB AG – Busch-Jae­ger, Lüden­scheid, Deutsch­land Unten 
Pla­gia­te: Han­dels­haus Klein GmbH, Trost­berg, Deutschland

Die „Anleh­nung“ an das Busch-Jae­ger Ori­gi­nal ist ein­deu­tig gewollt. Nicht nur Design und tech­ni­sche Details der „Busch-balan­ce SI“ Serie sind fast iden­tisch über­nom­men. Bewor­ben wird die Nach­ah­mung zudem mit „Das Schal­ter­pro­gramm BBwhite, pas­send zu Busch-Jäger Balan­ce Si [sic] in Alpin­weiß RAL9010, bie­tet eine kos­ten­güns­ti­ge Opti­on“. Busch-Jae­ger geht gericht­lich dage­gen vor. Dar­über hin­aus hebt Han­dels­haus Klein in der Beschrei­bung sei­ner Nach­ah­mung her­vor, dass „die bal­li­ge Ober­flä­che ein­zig­ar­ti­ge Design­ak­zen­te ermög­licht“. Tat­säch­lich haben zumin­dest die nam­haf­ten Ori­gi­nal­her­stel­ler alle ihr eige­nes, ein­zig­ar­ti­ges Design. Und wer ein pas­sen­des Schal­ter­pro­gramm sucht, wird schnell fest­stel­len, wie viel­fäl­tig die Aus­wahl ist und wie unter­schied­lich das Ambi­en­te, das Schal­ter einem Raum ver­lei­hen können.

Aus­zeich­nung – Ersatz-Rasier­klin­gen „Phil­ips OneBlade“

Links Ori­gi­nal: Kon­in­kli­jke Phil­ips N.V., Eind­ho­ven, Nie­der­lan­de
Rechts 
Pla­gi­at: Kion­Ca­re, Zhe­jiang, VR China 
Ver­trieb: welt­weit, u.a. über TEMU

Genau wie Zahn­bürs­ten­auf­sät­ze oder Dru­cker­pa­tro­nen müs­sen Ersatz-Rasier­klin­gen alle paar Wochen neu gekauft wer­den. Gefühlt sind sie immer zu teu­er. Das rückt sol­che Pro­duk­te ins Visier der Fäl­scher. Dass Qua­li­tät und Sicher­heit ihren Preis haben, zeigt ein Bericht vom Euro­päi­schen Amt für Betrugs­be­kämp­fung: So wur­den 2024 allein in der EU über 900.000 gefälsch­te Rasier­klin­gen sicher­ge­stellt, die nicht den EU-Sicher­heits­stan­dards ent­spra­chen und somit Ver­let­zungs­ri­si­ken bar­gen. Auch die Kun­den­be­wer­tun­gen der Kion­Ca­re-Pla­gia­te sind ver­nich­tend: „Unbrauch­bar, stumpf, ver­ur­sa­chen Haut­ir­ri­ta­tio­nen, rei­ßen an den Haa­ren, nicht kom­pa­ti­bel“. Die Anbie­ter sol­cher Fäl­schun­gen haben oft­mals weder ein Impres­sum noch Infos zu Wider­ruf­be­din­gun­gen etc. Phil­ips schützt all sei­ne Pro­duk­te über ein­ge­tra­ge­ne Mar­ken, Designs und Paten­te, führt regel­mä­ßig Raz­zi­en vor Ort durch und zieht (Online-) Nach­ah­mer welt­weit zur Rechenschaft.

Aus­zeich­nung – Sekt­glä­ser „CHE­ERS“ (mit Druck) 

Oben Ori­gi­na­le: kozi­ol »ide­as for fri­ends GmbH, Erbach, Deutschland

Unten Pla­gia­te: Ver­trieb: NOR­MA Lebens­mit­tel­fi­li­al­be­trieb Stif­tung & Co. KG, Nürn­berg, Deutschland 
Her­stel­lung: Spanien

Scher­ben brin­gen nicht immer Glück. Bei Out­door-Events, in Clubs, am Strand oder auf dem Boot darf es gern ein sty­li­sches, aber unemp­find­li­che­res Glas sein. Die Sekt­glä­ser „CHE­ERS“ von Kozi­ol aus ther­mo­plas­ti­schem Kunst­stoff sind so ein Alles­kön­ner: Extrem lang­le­big und nahe­zu unzer­brech­lich, 100% recy­cel­bar – und das hoch­wer­ti­ge Mate­ri­al iso­liert 4x bes­ser als Glas. Das hat­te 2021auch NOR­MA über­zeugt. Genau die­se fünf bedruck­ten Kozi­ol-Sekt­glä­ser wur­den wochen­lang erfolg­reich ver­trie­ben. Ein erneu­tes Ange­bot in 2023 wur­de abge­lehnt, man „kom­me preis­lich nicht klar“. Auf ein Ange­bot in 2025 folg­te gar kei­ne Ant­wort. Dafür eine Über­ra­schung: Ab 8. Dezem­ber 2025 hat­te NOR­MA statt­des­sen die 5 optisch sehr ähn­li­chen Nach­ah­mun­gen aus Spa­ni­en mit exakt den­sel­ben Sprü­chen im Ange­bot – für weni­ger als ein Drit­tel des Ori­gi­nal­prei­ses: Euro 3,99 für 2 Sekt­glä­ser statt Euro 6,95 für 1 Sekt­glas. Dafür jetzt insta­bil, aus bil­ligs­tem Plas­tik und nicht recycelbar.

Aus­zeich­nung – Gebäck­for­mer „F450“

Links Ori­gi­nal: Nie­der­rhei­ni­sche For­men­fa­brik Jans­sen GmbH, Kre­feld, Deutschland
Rechts Pla­gi­at: TMAK GIDA MAKI­NE­LE­RI A.S., Istan­bul, Türkei

Dreis­ter Tech­nik- und Design-Klau, letz­te­rer mäßig kaschiert durch eine über­ge­stülp­te Blechverkleidung.
Der mehr­fach prä­mier­te Gebäck­for­mer F450 besteht aus zahl­rei­chen tech­ni­schen Ein­zel­kom­po­nen­ten, deren Funk­ti­ons­wei­sen, Auf­bau und Geo­me­trie von Jans­sen indi­vi­du­ell ent­wi­ckelt, und über Design­rech­te und Paten­te geschützt wur­den. Der tür­ki­sche Her­stel­ler TMAK hat unge­niert mehr als 25 die­ser tech­ni­schen Ein­zel­kom­po­nen­ten optisch iden­tisch kopiert. Und obwohl das Pla­gi­at trotz 24,61% Rabatt immer noch teu­rer ist als das Ori­gi­nal, zeig­te es bei einer Live-Prä­sen­ta­ti­on auf der iba 2025 (inter­na­tio­na­le Bäcke­rei­aus­stel­lung) gra­vie­ren­de Defi­zi­te und Funk­ti­ons­aus­fäl­le. Mehr Schein als Sein. Optik lässt sich kopie­ren – Know-how und Erfah­rung nicht. 1872 gegrün­det, kom­bi­niert Jans­sen erfolg­reich tra­di­tio­nel­les Hand­werk mit moder­ner Pro­duk­ti­on: Das Ergeb­nis sind inno­va­ti­ve, leis­tungs­star­ke und lang­le­bi­ge Gebäck­for­mer „made in Germany“.

Aus­zeich­nung – Ther­mochro­mer Tin­ten­rol­ler „PILOT Fri­Xi­on Ball“ (mit radier­ba­rer Tinte)


Links Ori­gi­nal: PILOT Cor­po­ra­ti­on, Tokio, Japan
Rechts 
Fäl­schung: Ver­trieb: Alix Indus­tri­al Co., Ltd., Shang­hai, VR China

Die „PILOT Fri­Xi­on“ Stif­te sind das Ori­gi­nal, wenn es um radier­ba­re Tin­ten­rol­ler, Fine­li­ner und Text­mar­ker geht. Ent­wi­ckelt wur­de die inno­va­ti­ve Fri­Xi­on-Serie vom renom­mier­ten japa­ni­schen Schreib­ge­rä­te­her­stel­ler PILOT Cor­po­ra­ti­on. Die Stif­te, die es in vie­len Far­ben gibt, ver­wen­den ein­zig­ar­ti­ge ther­mo­sen­si­ti­ve Tin­te, die sich bei Tem­pe­ra­tur ver­än­dert. Jeder Fri­Xi­on Stift besitzt eine Radier­ku­gel, die durch Rei­bung Wär­me erzeugt, so dass die Tin­te trans­pa­rent wird und Feh­ler sich leicht weg­ra­die­ren las­sen. Die Best­sel­ler-Serie ist über ein­ge­tra­ge­ne Mar­ken (Fri­Xi­on), Designs und Paten­te welt­weit geschützt. Die Fir­ma Alix ist Wie­der­ho­lungs­tä­ter. Bereits 2020 wur­den auf Mes­sen Stif­te kon­fis­ziert, die PILOT-Designs ver­letz­ten. Beim aktu­el­len Fall wur­de nicht nur das Design, son­dern auch die Wort-Bild­mar­ke „Fri­Xi­on“ kopiert – Alix prä­sen­tiert sich qua­si als auto­ri­sier­ter Händ­ler. Beschlag­nahmt wur­de die bil­lig ver­ar­bei­te­te Fäl­schung auf der Mes­se „Ambi­en­te 2025“.