Die unabhängige Fachjury hat im Rahmen des 50. Jubiläums zehn dreiste Plagiatsfälle unterschiedlichster Branchen aus den Bereichen Küche, Wohnen, Sanitär, Mutter-Kind, Körperpflege, Online-Shoppen, Maschinen für Bäckereien, Schreibwaren, Elektrotechnik ausgewählt. Gezeigt werden wie immer Originalprodukt und Plagiat (oder Fälschung) im direkten Vergleich! Die betroffenen Originalhersteller kommen aus Deutschland, den Niederlanden und Japan. Anschließend werden die Preisträger-Produkte im Museum Plagiarius in Solingen sowie online und bei Plagiarius-Ausstellungen einem breiten Publikum zur praxisnahen Sensibilisierung präsentiert.
Der Preis wird jährlich an Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate und Fälschungen verliehen. Ziel der Aktion Plagiarius ist, die skrupellosen Geschäftsmethoden von Produkt- und Markenpiraten ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und Industrie, Politik und Verbraucher für die Schäden und Risiken zu sensibilisieren.
Seit 1977 motiviert die Aktion Plagiarius Unternehmer und Erfinder ihr geistiges Eigentum zu schützen, und steigert beim Verbraucher die Wertschätzung für innovative und kreative Leistungen. Trophäe des Schmähpreises ist ein schwarzer Zwerg mit goldener Nase – Symbol für die immensen Profite, die ideenlose Nachahmer sprichwörtlich auf Kosten von Kreativen und der Industrie erwirtschaften.
AVENT (Original) vs. AVEAT (Fälschung). Insbesondere bei Produkten für Neugeborene steht Sicherheit an erster Stelle. So bestehen die Philips AVENT Flaschen aus BPA-freiem Kunststoff und sind geruchs- und geschmacksneutral. Das Set ist ideal für einen reibungslosen Übergang zwischen Stillen und Flaschenfütterung. Die irreführenden AVEAT-Fälschungen wurden in China hergestellt und online, über Social Media sowie vor Ort in Lateinamerika, Nigeria und Südostasien vertrieben. Laut Verpackung sind auch sie BPA-frei. Der extrem niedrige Preis – ein Fünftel des Originals – sowie Fotos aus den „Fabriken“ der Fälscher lassen an der Qualität und Eignung des Kunststoffs, insbesondere für Babyprodukte, zweifeln. Hygienische Zustände? Mehr als bedenklich! Qualitäts- und Sicherheitskontrollen? Fehlanzeige! Nach einer Razzia und Beschlagnahme bei Onibebi hat ein Gericht die Firma zu Unterlassung und Schadenersatz verurteilt. Philips zieht Fälscher konsequent zur Rechenschaft – auch zum Schutz der (jüngsten) Verbraucher*innen.
Fälscher agieren heutzutage professionell. Produziert wird arbeitsteilig. Ihr Geschäft: illegal. Solch komplexe kriminelle Netzwerke aufzuspüren, kostet Markenhersteller viel Geld. Hansgrohe konnte, nach monatelanger Recherche und in Zusammenarbeit mit dem lokalen Kaiping PSB Public Security Bureau, in einer Razzia ein großes chinesisches Fälscher-Netzwerk zerschlagen. Kopiert wurden neben den von Hansgrohe geschützten Designs vor allem die international renommierten, auch in China eingetragenen Marken „hansgrohe“ und „AXOR“. Die Fälschungen wurden online, u.a. auf taobao.com, mit Originalfotos beworben und zu Spottpreisen angeboten. Entsprechend minderwertig sind Materialien und Verarbeitung der Fälschungen. Großer Erfolg: Drei Haupt-verantwortliche des Netzwerks wurden inhaftiert und werden aktuell strafrechtlich verfolgt. Das Traditions-unternehmen Hansgrohe SE steht für zeitloses, langlebiges Design sowie für wegweisende, innovative und nach-haltige Technologien. Mit seiner Designmarke AXOR inspiriert es Architekten und Bad Designer gleichermaßen.
Die STAPELLIEGE – ein Designklassiker von Rolf Heide aus dem Jahr 1966 – besticht nicht nur durch ihr zeitloses Design und ihre hohe Flexibilität, sie punktet auch durch ihre intelligente Konstruktion und den einfachen Auf- und Abbau. Ob als Sofa, als gestapeltes Kinderbett, als Doppelbett oder flexibles Gästebett: Sie ist ein platzsparendes Multitalent. Müller Möbelwerkstätten hat das exklusive weltweite Recht für deren Herstellung und Vertrieb. Das Billigplagiat von La Redoute kostet, inklusive „Lattenrost“, der aus einfachen, zu weit auseinanderstehenden Brettern besteht, ein Fünftel des Original-Gestells. Kunden strafen das Plagiat als „billig gemacht, schlecht verarbeitet und unstabil“ ab. Der ästhetische Gesamteindruck beider Stapelbetten ist identisch: So wurden beim Plagiat alle prägenden formalen und funktionalen Gestaltungsmerkmale des Originals übernommen, insbesondere die schwungvollen Abrundungen der seitlichen Wangen, die die Stapelfähigkeit ermöglichen. Umso erschreckender ist die mangelhafte Passgenauigkeit beim Plagiat.
Wie eine Tsunamiwelle überfluten Billigplagiate die erfolgreichen Koziol Besteck-Sets „KLIKK“ und „KLIKK Pocket“. Die Original-Bestecke sind kompakt, robust und werden bei Koziol in Erbach/Odenwald hergestellt. Das Material ist spülmaschinengeeignet, lebensmittelecht und 100% recycelbar. Die Bestecke wurden seit ihrer Markteinführung zig-fach kopiert und unzählige Nachahmer und Onlinehändler abgemahnt. Besonders uneinsichtig: Der Plattformbetreiber Alibaba.com: Nach Hinweis auf den EU-weiten Designschutz werden rechtsverletzende Angebote zwar entfernt, aktiv und automatisch durch KI unterbunden werden sie aber nicht. Trotz wöchentlichem „Notice-and-Take-Down“ unzähliger Plagiate durch Koziol dürfen Händler problemlos immer wieder dieselben Plagiate mit denselben Werbetexten und ‑fotos einstellen. Das zeigt das geringe Interesse und den mangelnden Willen zur Prävention seitens Alibaba. Die instabilen Billigplagiate liegen 80 bis 95% unter dem Originalpreis. Ob sie hinsichtlich Material und Sicherheit den europäischen Vorschriften entsprechen, ist mehr als fragwürdig.
Ein „Fake-Shop“ ist ein komplett gefälschter Online-Shop. Die Betreiber locken mit günstigen Angeboten, kassieren Geld, liefern jedoch keine Ware. Immer häufiger werden Verbraucher*innen Opfer dieser Betrugsmasche. Die Shops sind professionell gestaltet und sehen täuschend echt aus. Jüngst betroffen: Der Germens-Shop. GERMENS-Hemden stehen für hochwertige Stoffe und ausgefallene, von Künstlern entworfene Designs. Von Juli bis November 2025 gaben sich 2 Fake-Shops als „GERMENS“ aus. Logo, Texte und Produktfotos wurden kopiert. Angeboten wurden die Produkte zu Dumpingpreisen unterhalb der Herstellungspreise. Ein Impressum gab es nicht, die Widerrufbedingungen waren rechtswidrig. Typisch: Oft gibt es eine Auswahl an Zahlungsmethoden, am Ende der Bestellung ist dann aber nur Zahlung per Vorkasse möglich. Gütesiegel müssen verlinkt sein zum Siegel-Betreiber. Unter „verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder“ können Verbraucher*innen verdächtige Shops überprüfen – und es gibt Tipps zum Erkennen von Fake-Shops.
Die „Anlehnung“ an das Busch-Jaeger Original ist eindeutig gewollt. Nicht nur Design und technische Details der „Busch-balance SI“ Serie sind fast identisch übernommen. Beworben wird die Nachahmung zudem mit „Das Schalterprogramm BBwhite, passend zu Busch-Jäger Balance Si [sic] in Alpinweiß RAL9010, bietet eine kostengünstige Option“. Busch-Jaeger geht gerichtlich dagegen vor. Darüber hinaus hebt Handelshaus Klein in der Beschreibung seiner Nachahmung hervor, dass „die ballige Oberfläche einzigartige Designakzente ermöglicht“. Tatsächlich haben zumindest die namhaften Originalhersteller alle ihr eigenes, einzigartiges Design. Und wer ein passendes Schalterprogramm sucht, wird schnell feststellen, wie vielfältig die Auswahl ist und wie unterschiedlich das Ambiente, das Schalter einem Raum verleihen können.
Genau wie Zahnbürstenaufsätze oder Druckerpatronen müssen Ersatz-Rasierklingen alle paar Wochen neu gekauft werden. Gefühlt sind sie immer zu teuer. Das rückt solche Produkte ins Visier der Fälscher. Dass Qualität und Sicherheit ihren Preis haben, zeigt ein Bericht vom Europäischen Amt für Betrugsbekämpfung: So wurden 2024 allein in der EU über 900.000 gefälschte Rasierklingen sichergestellt, die nicht den EU-Sicherheitsstandards entsprachen und somit Verletzungsrisiken bargen. Auch die Kundenbewertungen der KionCare-Plagiate sind vernichtend: „Unbrauchbar, stumpf, verursachen Hautirritationen, reißen an den Haaren, nicht kompatibel“. Die Anbieter solcher Fälschungen haben oftmals weder ein Impressum noch Infos zu Widerrufbedingungen etc. Philips schützt all seine Produkte über eingetragene Marken, Designs und Patente, führt regelmäßig Razzien vor Ort durch und zieht (Online-) Nachahmer weltweit zur Rechenschaft.
Scherben bringen nicht immer Glück. Bei Outdoor-Events, in Clubs, am Strand oder auf dem Boot darf es gern ein stylisches, aber unempfindlicheres Glas sein. Die Sektgläser „CHEERS“ von Koziol aus thermoplastischem Kunststoff sind so ein Alleskönner: Extrem langlebig und nahezu unzerbrechlich, 100% recycelbar – und das hochwertige Material isoliert 4x besser als Glas. Das hatte 2021auch NORMA überzeugt. Genau diese fünf bedruckten Koziol-Sektgläser wurden wochenlang erfolgreich vertrieben. Ein erneutes Angebot in 2023 wurde abgelehnt, man „komme preislich nicht klar“. Auf ein Angebot in 2025 folgte gar keine Antwort. Dafür eine Überraschung: Ab 8. Dezember 2025 hatte NORMA stattdessen die 5 optisch sehr ähnlichen Nachahmungen aus Spanien mit exakt denselben Sprüchen im Angebot – für weniger als ein Drittel des Originalpreises: Euro 3,99 für 2 Sektgläser statt Euro 6,95 für 1 Sektglas. Dafür jetzt instabil, aus billigstem Plastik und nicht recycelbar.
Dreister Technik- und Design-Klau, letzterer mäßig kaschiert durch eine übergestülpte Blechverkleidung. Der mehrfach prämierte Gebäckformer F450 besteht aus zahlreichen technischen Einzelkomponenten, deren Funktionsweisen, Aufbau und Geometrie von Janssen individuell entwickelt, und über Designrechte und Patente geschützt wurden. Der türkische Hersteller TMAK hat ungeniert mehr als 25 dieser technischen Einzelkomponenten optisch identisch kopiert. Und obwohl das Plagiat trotz 24,61% Rabatt immer noch teurer ist als das Original, zeigte es bei einer Live-Präsentation auf der iba 2025 (internationale Bäckereiausstellung) gravierende Defizite und Funktionsausfälle. Mehr Schein als Sein. Optik lässt sich kopieren – Know-how und Erfahrung nicht. 1872 gegründet, kombiniert Janssen erfolgreich traditionelles Handwerk mit moderner Produktion: Das Ergebnis sind innovative, leistungsstarke und langlebige Gebäckformer „made in Germany“.
Die „PILOT FriXion“ Stifte sind das Original, wenn es um radierbare Tintenroller, Fineliner und Textmarker geht. Entwickelt wurde die innovative FriXion-Serie vom renommierten japanischen Schreibgerätehersteller PILOT Corporation. Die Stifte, die es in vielen Farben gibt, verwenden einzigartige thermosensitive Tinte, die sich bei Temperatur verändert. Jeder FriXion Stift besitzt eine Radierkugel, die durch Reibung Wärme erzeugt, so dass die Tinte transparent wird und Fehler sich leicht wegradieren lassen. Die Bestseller-Serie ist über eingetragene Marken (FriXion), Designs und Patente weltweit geschützt. Die Firma Alix ist Wiederholungstäter. Bereits 2020 wurden auf Messen Stifte konfisziert, die PILOT-Designs verletzten. Beim aktuellen Fall wurde nicht nur das Design, sondern auch die Wort-Bildmarke „FriXion“ kopiert – Alix präsentiert sich quasi als autorisierter Händler. Beschlagnahmt wurde die billig verarbeitete Fälschung auf der Messe „Ambiente 2025“.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Newsletter2Go. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie müssen den Inhalt von hCaptcha laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Sie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.