Diesen Fragen stellten wir uns beim Business Panel: Innovationskraft durch Design, das wir gemeinsam mit der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim bei der Krones AG in Neutraubling durchgeführt haben. Dabei war nicht nur Raum für Vorträge und Austausch, sondern auch für eine Werksführung beim Weltmarktführer für Getränkeabfüllanlagen – ein echter Hidden Champion aus der Oberpfalz.
Die Veranstaltung zeigte, dass erfolgreiche Transformation nicht nur technologische Exzellenz erfordert, sondern vor allem gutes Design: Die bewusste und strategische Gestaltung unserer Umwelt, unserer Werkzeuge und der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.
Katharina Ehrenmüller vom Amt für Neugier und Zukunftslust machte zum Einstieg deutlich, dass Zukunft kein festes Ziel ist, sondern aus vielen möglichen Entwicklungen besteht. Eine kurze Befragung der Anwesenden zeigte, dass wir alle Zukunft unterschiedlich wahrnehmen können, wenn wir unterschiedliche Perspektiven einnehmen. Zukunft ist emotional. Sie wird mit Hoffnung, aber auch mit Sorgen verbunden. Gleichzeitig fehlt es, laut Ehrenmüller, an positiven Erzählungen darüber, was wir als Gesellschaft und als Unternehmen erreichen könnten. Deshalb plädierte sie dafür, Zukunftskompetenz gezielt zu trainieren. Mit Design-Methoden wie Strategic Foresight, Design Futuring und Szenario‑Design können Organisationen lernen, unterschiedliche Zukünfte zu denken, Chancen und Risiken frühzeitig zu erkennen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Wie diese Ansätze konkret in der Praxis umgesetzt werden, zeigte Dr. Christian Colceriu, Leiter des Krones Design Labs, in dem KI nicht isoliert betrachtet wird, sondern als Teil eines Human Centered Design‑Ansatzes. Dabei zeigte er unterschiedliche Zukunftsvisionen der Produktion von morgen und machte deutlich, dass bei einem globalen Unternehmen auch kulturelle Unterschiede eine Rolle bei der Akzeptanz von KI spielen. Mit seinem Team entwickelt Colceriu Gestaltungsprinzipien der Human-Centered-AI bei Krones. Design dient dabei als verbindendes Element zwischen technologischem Fortschritt und kultureller Akzeptanz.
Einen weiteren Blick in die unternehmerische Praxis gab Jan Rother, Leiter der KI‑Abteilung von Witt Weiden. Seine Ausgangfrage der letzten Jahre: Wie macht man die Witt-Gruppe AI-ready, von der Einzelinitiative zur skalierbaren KI-Fähigkeit in allen Abteilungen? Eine zentrale Herausforderung war die Akzeptanz innerhalb der Belegschaft, denn KI verändert Prozesse und Rollenbilder. Dies kann Ängste auslösen, denen man bei der Witt-Gruppe mit Schulungen, Workshops und einer internen Akademie begegnet ist. Ein Beispiel, wie stark künstliche Intelligenz Arbeitsprozesse verändert, zeigte der Use Case „AI-Content Factory“. Mithilfe dieser werden Produktbilder für den Verkauf heute auf Basis echter Kleidungsstücke mit generativer KI erstellt und gestaltet. Diese sind von den vorherigen Fotoshootings nicht mehr zu unterscheiden. Dieser Wandel schafft finanziellen Spielraum für das Unternehmen, macht aber auch deutlich, wie wichtig die Entwicklung und auch Gestaltung ganzheitlicher Zukunftsstrategien ist.
Im Anschluss an die Vorträge bot eine Werksführung bei Krones Einblicke in die Produktionsumgebung. Beim gemeinsamen Lunch & Networking wurde das Gehörte von den anwesenden Designer:innen und Unternehmer:innen weiter vertieft und diskutiert. Fazit: Es gibt nicht nur eine Zukunft. Zukünfte sind gestaltbar. Und: Je präziser unsere Zukunftsentwürfe werden, desto besser können wir sie auch umsetzen. Also bleiben wir optimistisch und gehen sie an!
Unsere bayern design business panels richten sich an Unternehmer:innen, CEOs, die Managementebene und Design Professionals. Gemeinsamen mit Expert:innen aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung gehen wir akute Herausforderungen in der Unternehmensführung an. Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen bieten unsere Panelveranstaltungen auch Gelegenheiten zum Netzwerken und Kennenlernen. Die Teilnahme steht allen offen und ist kostenfrei. Unsere business panels werden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Industrie- und Handelskammern (IHK) durchgeführt.
Du interessierst dich für eine Mitgliedschaft im Trägerverein bayern design forum e.V. und möchtest uns bei diesem Event kennenlernen? Dann melde dich an unter forum@bayern-design.de. Informationen zum Trägerverein findest du hier.
Als Leiter des Krones Design Lab koordiniert Christian mehrere Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die von interdisziplinären Studierendenteams durchgeführt werden. Sein Hintergrund liegt im Design Thinking und Industriedesign. Durch seine Forschung im Bereich Human-Centered Design hat Christian seine Expertise erweitert, indem er Prozessmodelle für die Gestaltung ganzheitlicher Systeme entwickelte.
Katharina Ehrenmüller ist Expertin für Transformation, Innovation und Leadership und begleitet Unternehmen in Österreich und Deutschland in Veränderungsprozessen. Neben ihrer systemischen Langzeitausbildung ist Katharina systemischer Coach und zertifizierte Lego© Serious Play©. Sie lehrt an der Donau Universität Krems, der IMC Fachhochschule Krems und der Universität Graz in den Bereichen Digitale Transformation und Human Centered Innovation. Katharina ist Co-CEO der Pro Active GmbH, Co-Initiatorin des Ministeriums für Neugier & Zukunftslust und Co-Initiatorin von makefuture.today. Sie leitet die Lehrgänge zu den Themen systemischagile Organisationsentwicklung, Innovation und Diversity, Equity & Inclusion.
Als Head of AI bringt Jan eine tief verwurzelte Leidenschaft für technologische Innovationen und deren transformative Wirkung in Unternehmen ein. Jan ist darauf spezialisiert, maßgeschneiderte KI-Lösungen zu entwerfen, die nicht nur Prozesse optimieren, sondern auch nachhaltiges Wachstum und deutliche Wettbewerbsvorteile ermöglichen. Sein Ansatz verbindet strategisches Denken mit technischer Expertise, sodass jede Lösung präzise auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen seiner Kunden abgestimmt ist. Jan ist überzeugt davon, dass Künstliche Intelligenz ein zentrales Element zukünftiger Geschäftserfolge darstellt, und arbeitet eng mit Unternehmen zusammen, um deren Potenzial voll auszuschöpfen.
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