19. April 2026

Nach­be­richt: Inno­va­ti­ons­kraft durch Design

Business Panel in Neutraubling

Wie kön­nen Design­me­tho­den Unter­neh­men dabei hel­fen, in Zei­ten tech­ni­scher Trans­for­ma­tio­nen mutig nach vor­ne zu den­ken, Ori­en­tie­rung zu fin­den und den Wan­del aktiv mit­zu­ge­stal­ten? Wie kann etwa der Ein­satz künst­li­cher Intel­li­genz in ver­schie­de­nen Unter­neh­mens­be­rei­chen stra­te­gisch und mit­ar­bei­ter­zen­triert geplant und gestal­tet werden?

Die­sen Fra­gen stell­ten wir uns beim Busi­ness Panel: Inno­va­ti­ons­kraft durch Design, das wir gemein­sam mit der IHK Regens­burg für Ober­pfalz / Kel­heim bei der Kro­nes AG in Neu­traub­ling durch­ge­führt haben. Dabei war nicht nur Raum für Vor­trä­ge und Aus­tausch, son­dern auch für eine Werks­füh­rung beim Welt­markt­füh­rer für Geträn­ke­ab­füll­an­la­gen – ein ech­ter Hid­den Cham­pi­on aus der Oberpfalz.

Die Ver­an­stal­tung zeig­te, dass erfolg­rei­che Trans­for­ma­ti­on nicht nur tech­no­lo­gi­sche Exzel­lenz erfor­dert, son­dern vor allem gutes Design: Die bewuss­te und stra­te­gi­sche Gestal­tung unse­rer Umwelt, unse­rer Werk­zeu­ge und der Inter­ak­ti­on zwi­schen Mensch und Maschine.

Katha­ri­na Ehren­mül­ler vom Amt für Neu­gier und Zukunfts­lust mach­te zum Ein­stieg deut­lich, dass Zukunft kein fes­tes Ziel ist, son­dern aus vie­len mög­li­chen Ent­wick­lun­gen besteht. Eine kur­ze Befra­gung der Anwe­sen­den zeig­te, dass wir alle Zukunft unter­schied­lich wahr­neh­men kön­nen, wenn wir unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven ein­neh­men. Zukunft ist emo­tio­nal. Sie wird mit Hoff­nung, aber auch mit Sor­gen ver­bun­den. Gleich­zei­tig fehlt es, laut Ehren­mül­ler, an posi­ti­ven Erzäh­lun­gen dar­über, was wir als Gesell­schaft und als Unter­neh­men errei­chen könn­ten. Des­halb plä­dier­te sie dafür, Zukunfts­kom­pe­tenz gezielt zu trai­nie­ren. Mit Design-Metho­den wie Stra­te­gic Fore­sight, Design Futu­ring und Szenario‑Design kön­nen Orga­ni­sa­tio­nen ler­nen, unter­schied­li­che Zukünf­te zu den­ken, Chan­cen und Risi­ken früh­zei­tig zu erken­nen und fun­dier­te Ent­schei­dun­gen zu treffen.

Wie die­se Ansät­ze kon­kret in der Pra­xis umge­setzt wer­den, zeig­te Dr. Chris­ti­an Col­ce­riu, Lei­ter des Kro­nes Design Labs, in dem KI nicht iso­liert betrach­tet wird, son­dern als Teil eines Human Cen­te­red Design‑Ansatzes. Dabei zeig­te er unter­schied­li­che Zukunfts­vi­sio­nen der Pro­duk­ti­on von mor­gen und mach­te deut­lich, dass bei einem glo­ba­len Unter­neh­men auch kul­tu­rel­le Unter­schie­de eine Rol­le bei der Akzep­tanz von KI spie­len. Mit sei­nem Team ent­wi­ckelt Col­ce­riu Gestal­tungs­prin­zi­pi­en der Human-Cen­te­red-AI bei Kro­nes. Design dient dabei als ver­bin­den­des Ele­ment zwi­schen tech­no­lo­gi­schem Fort­schritt und kul­tu­rel­ler Akzeptanz.

Einen wei­te­ren Blick in die unter­neh­me­ri­sche Pra­xis gab Jan Rother, Lei­ter der KI‑Abteilung von Witt Wei­den. Sei­ne Aus­gang­fra­ge der letz­ten Jah­re: Wie macht man die Witt-Grup­pe AI-rea­dy, von der Ein­zel­in­itia­ti­ve zur ska­lier­ba­ren KI-Fähig­keit in allen Abtei­lun­gen? Eine zen­tra­le Her­aus­for­de­rung war die Akzep­tanz inner­halb der Beleg­schaft, denn KI ver­än­dert Pro­zes­se und Rol­len­bil­der. Dies kann Ängs­te aus­lö­sen, denen man bei der Witt-Grup­pe mit Schu­lun­gen, Work­shops und einer inter­nen Aka­de­mie begeg­net ist. Ein Bei­spiel, wie stark künst­li­che Intel­li­genz Arbeits­pro­zes­se ver­än­dert, zeig­te der Use Case „AI-Con­tent Fac­to­ry“. Mit­hil­fe die­ser wer­den Pro­dukt­bil­der für den Ver­kauf heu­te auf Basis ech­ter Klei­dungs­stü­cke mit gene­ra­ti­ver KI erstellt und gestal­tet. Die­se sind von den vor­he­ri­gen Foto­shoo­tings nicht mehr zu unter­schei­den. Die­ser Wan­del schafft finan­zi­el­len Spiel­raum für das Unter­neh­men, macht aber auch deut­lich, wie wich­tig die Ent­wick­lung und auch Gestal­tung ganz­heit­li­cher Zukunfts­stra­te­gien ist.

Im Anschluss an die Vor­trä­ge bot eine Werks­füh­rung bei Kro­nes Ein­bli­cke in die Pro­duk­ti­ons­um­ge­bung. Beim gemein­sa­men Lunch & Net­wor­king wur­de das Gehör­te von den anwe­sen­den Designer:innen und Unternehmer:innen wei­ter ver­tieft und dis­ku­tiert. Fazit: Es gibt nicht nur eine Zukunft. Zukünf­te sind gestalt­bar. Und: Je prä­zi­ser unse­re Zukunfts­ent­wür­fe wer­den, des­to bes­ser kön­nen wir sie auch umset­zen. Also blei­ben wir opti­mis­tisch und gehen sie an!

Das busi­ness panel – unser For­mat für Professionals

Unse­re bay­ern design busi­ness panels rich­ten sich an Unternehmer:innen, CEOs, die Manage­ment­ebe­ne und Design Pro­fes­sio­nals. Gemein­sa­men mit Expert:innen aus der Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und For­schung gehen wir aku­te Her­aus­for­de­run­gen in der Unter­neh­mens­füh­rung an. Neben Vor­trä­gen und Podi­ums­dis­kus­sio­nen bie­ten unse­re Panel­ver­an­stal­tun­gen auch Gele­gen­hei­ten zum Netz­wer­ken und Ken­nen­ler­nen. Die Teil­nah­me steht allen offen und ist kos­ten­frei. Unse­re busi­ness panels wer­den in Zusam­men­ar­beit mit den ört­li­chen Indus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHK) durchgeführt.

Du inter­es­sierst dich für eine Mit­glied­schaft im Trä­ger­ver­ein bay­ern design forum e.V. und möch­test uns bei die­sem Event ken­nen­ler­nen? Dann mel­de dich an unter forum@bayern-design.de. Infor­ma­tio­nen zum Trä­ger­ver­ein fin­dest du hier.

Unse­re Speaker:innen

Dr. Chris­ti­an Colceriu

Als Lei­ter des Kro­nes Design Lab koor­di­niert Chris­ti­an meh­re­re For­schungs- und Ent­wick­lungs­pro­jek­te, die von inter­dis­zi­pli­nä­ren Stu­die­ren­den­teams durch­ge­führt wer­den. Sein Hin­ter­grund liegt im Design Thin­king und Indus­trie­de­sign. Durch sei­ne For­schung im Bereich Human-Cen­te­red Design hat Chris­ti­an sei­ne Exper­ti­se erwei­tert, indem er Pro­zess­mo­del­le für die Gestal­tung ganz­heit­li­cher Sys­te­me entwickelte.

Katha­ri­na Ehrenmüller

Katha­ri­na Ehren­mül­ler ist Exper­tin für Trans­for­ma­ti­on, Inno­va­ti­on und Lea­der­ship und beglei­tet Unter­neh­men in Öster­reich und Deutsch­land in Ver­än­de­rungs­pro­zes­sen. Neben ihrer sys­te­mi­schen Lang­zeit­aus­bil­dung ist Katha­ri­na sys­te­mi­scher Coach und zer­ti­fi­zier­te Lego© Serious Play©. Sie lehrt an der Donau Uni­ver­si­tät Krems, der IMC Fach­hoch­schu­le Krems und der Uni­ver­si­tät Graz in den Berei­chen Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on und Human Cen­te­red Inno­va­ti­on. Katha­ri­na ist Co-CEO der Pro Acti­ve GmbH, Co-Initia­to­rin des Minis­te­ri­ums für Neu­gier & Zukunfts­lust und Co-Initia­to­rin von makefuture.today. Sie lei­tet die Lehr­gän­ge zu den The­men sys­te­mischagi­le Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung, Inno­va­ti­on und Diver­si­ty, Equi­ty & Inclusion.

Jan Rother

Als Head of AI bringt Jan eine tief ver­wur­zel­te Lei­den­schaft für tech­no­lo­gi­sche Inno­va­tio­nen und deren trans­for­ma­ti­ve Wir­kung in Unter­neh­men ein. Jan ist dar­auf spe­zia­li­siert, maß­ge­schnei­der­te KI-Lösun­gen zu ent­wer­fen, die nicht nur Pro­zes­se opti­mie­ren, son­dern auch nach­hal­ti­ges Wachs­tum und deut­li­che Wett­be­werbs­vor­tei­le ermög­li­chen. Sein Ansatz ver­bin­det stra­te­gi­sches Den­ken mit tech­ni­scher Exper­ti­se, sodass jede Lösung prä­zi­se auf die spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se und Her­aus­for­de­run­gen sei­ner Kun­den abge­stimmt ist. Jan ist über­zeugt davon, dass Künst­li­che Intel­li­genz ein zen­tra­les Ele­ment zukünf­ti­ger Geschäfts­er­fol­ge dar­stellt, und arbei­tet eng mit Unter­neh­men zusam­men, um deren Poten­zi­al voll auszuschöpfen.