Im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltung des Staatstheaters Nürnberg und bayern design wollen wir auf die zugrundeliegenden Mechaniken schauen und fragen: Wie können Kunst und Gestaltung als Gegenpol digitale Öffentlichkeiten zurückerobern?
Dazu sprechen wir mit Akteur:innen aus der gestalterischen und aktivistischen Praxis, die digitale Räume nicht bloß bespielen, sondern sie aktiv hinterfragen, stören und neu besetzen. So wie „Myke“, einer subversiven digitalen Kampagne von „onlinetheater.live“, die ein wirkmächtiges emanzipatorisches Gegengewicht zur maskulinistischen Radikalisierung im Netz schafft.
Und wir sprechen über „Mirror Me“, eine interaktive Installation des Designbüros „Elastique“, die Mechanismen der digitalen Selbstinszenierung im physischen Raum direkt erfahrbar macht, indem sie unser Verlangen nach dem perfekten virtuellen Abbild mit der unerbittlichen Logik automatisierter Systeme konfrontiert.
Im Anschluss begeben wir uns auf einen 15-minütigen Spaziergang in den interdisziplinären Kultur- und Projektraum „Space Between“ wo bayern design die Installation „Mirror Me“ während des Nürnberg Digital Festivals von 26. bis 29. Juni zeigt.
16:30 Uhr: Einlass Staatstheater Nürnberg 17:00 Uhr: Talk 18:30 Uhr: Walk ins Space Between 18:45 Uhr: Mirror Me: Interactive Cobotic Installation
Sarah Buser ist Regisseurin, Dramaturgin und Programmiererin. In ihren partizipativen und theatralen Arbeiten verbindet sie Narration, Code und Fiktion, um theoretische Konzepte und gesellschaftliche Phänomene erfahrbar zu machen. Sie realisiert Projekte u.a. mit der Kunsthalle Basel, dem Theater Dortmund, der Ars Electronica in Linz und dem Berliner Ensemble.
Sie studierte Philosophie, Germanistik Dramaturgie, lehrte als Gastprofessorin für VR- und Multimediadesign an der Burg Giebichenstein in Halle und unterrichtet im Master Creative Technologies an der Filmuniversität Babelsberg.
Andreas Schimmelpfennig begann seine kreative Laufbahn im Sounddesign, bevor er Kommunikationsgestaltung an der renommierten Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf studierte. 2005 gründete er gemeinsam mit seiner Frau, Prof. Betty Schimmelpfennig, das Kreativstudio Elastique. Seitdem entwickelt das vielfach ausgezeichnete Studio visionäre Projekte an der Schnittstelle von Design, Technologie und Kommunikation und zählt heute zu den Top 20 der kreativsten Agenturen Deutschlands.
Sein interdisziplinärer Ansatz vereint kommerzielle und experimentelle Formate und zeichnet sich durch den innovativen Einsatz neuer Technologien aus – stets mit dem Ziel, emotionale Erlebnisse zu schaffen, die das Publikum nachhaltig berühren.
Die Arbeiten von Andreas Schimmelpfennig wurden mit über 100 nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt, darunter der Cannes Lions Silver, der ADC Grand Prix und der Red Dot Award Grand Prix. Mit seiner Fähigkeit, kommunikative Aufgaben neu zu denken und strategisch weiterzuentwickeln, zählt er zu den PAGE Top 50 im Bereich Marke & Strategie. Seine Karriere steht exemplarisch für gestalterische Qualität, technologische Neugier und künstlerische Vision.
Caspar Weimann ist Honorarprofessor*in und Mentor*in für Schauspiel an der ADK Baden-Württemberg, Initiator*in des onlinetheater.live, des Projekts “Myke” (DER FAUST Theaterpreis 2025), der App „Loulu“ (Amadeu Antonio Preis 2021, Heidelberger Stückemarkt 2022) und von zahlreichen transmedialen antifaschistischen Projekten, übernimmt die Seminar- und Workshopleitung und hält Vorträge zu künstlerischen Strategien zur De-Radikalisierung auf Social Media, rechten Rekrutierungsprozessen, partizipativem Theater im Netz und zur Theatralität von Social Media und kreiert Content auf Instagram und TikTok zu all dem.
Bildnachweis: Stella Butz
Moderation:
Nils Corte ist ein deutscher Autor, Regisseur und Creative Technologist. 2021/22 begann er als Referent für Digitale Künste am Theater Dortmund zu arbeiten, wo er spartenübergreifend verschiedene Projekte mit digitalem Fokus realisierte.
Seit der Spielzeit 2023/24 ist er künstlerischer Leiter des Extended Reality Theaters (XRT) am Staatstheater Nürnberg und erforscht dort das Potenzial digitaler Technologien für den Einsatz in performativen Zusammenhängen. Er ist Alumni der Akademie für Theater und Digitalität und war mit der Produktion Das House zum Showcase des Berliner Theatertreffens (2021) eingeladen. Er hat zahlreiche Apps im Theaterkontext konzipiert und entwickelt (Hiesig / √My / Symmetrie / Der Bau / Einfach das Ende der Welt / Graf Öderland) und für das Ars Electronica Festival 2020 die virtuelle Begegnungsstätte des Festivals in Keplers Gardens für über 60 Digitale-Projekte aus aller Welt realisiert.
2022 wurde er für die Produktion Pan’s Lab für den Faustpreis nominiert.
Er ist Mitglied der Deutschen Akademie der darstellenden Künste.
Zuletzt schrieb er Mord auf dem Holodeck (2019), Symmetrie (2023), Ich hasse Menschen (2025) und Smart aber herzlich (2025).
Bildnachweis: Julia Puder
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