Die Tagung Imag(e)ining Futures untersucht Zukunftsentwürfe und ‑bilder als epistemische, ästhetische und politische Praktiken der Gestaltung. Wie entstehen Zukunftsbilder, wie zirkulieren sie in kulturellen und medialen Zusammenhängen und wodurch entfalten sie ihre Wirksamkeit? Verfahren wie Prototyping und spekulative Ansätze werden hierbei nicht nur als Ausdrucksformen verstanden, sondern als Methoden, mit denen sich Möglichkeitsräume sichtbar machen und alternative Zukunftsnarrative erproben lassen.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Zukunftsentwürfe und ‑bilder in ökologischen, technologischen und sozialen Umbrüchen eine zentrale Rolle für gesellschaftliche Selbstverständigung gewinnen. Sie fungieren nicht allein als Projektionen, sondern als Praktiken, die Erwartungen ordnen und gegenwärtiges Handeln orientieren. Die Tagung setzt hier an, indem sie die ästhetischen Formen, den epistemischen Anspruch und die politische Dimension solcher Entwürfe gemeinsam und interdisziplinär in den Blick nimmt.
Zukunftsentwürfe und ‑bilder werden als kulturelle und mediale Formen untersucht, in denen Zeitdiagnosen, Wertungen und kollektive Erwartungen verdichtet sind. Die Forschung zu „Imaginaries“ zeigt, dass Visionen von wissenschaftlichem und technischem Fortschritt regelmäßig mit Vorstellungen von Gemeinwohl und kollektiven Zukünften verbunden sind. Imag(e)ining Futures bringt Wissenschaftler*innen, Zukunftsforschende, Gestalter*innen, Lehrende, Studierende und Alumni zusammen, um die Rolle der Gestaltung bei der Entwicklung von Zukunftsentwürfen zu erkunden und gleichzeitig die Frage nach der Zukunft von Gestaltung selbst zu stellen. Über Bildmedien, Produkt- und Interaktionsdesign bis hin zu räumlichen und visuellen Praktiken zeigt die Tagung, wie Gestaltung die Zukunft denkbar und verhandelbar macht.
Ziele sind die Verbindung eines konzentrierten, disziplinübergreifenden Diskurses mit einer begrifflichen Klärung, Fallanalysen und Werkstattformaten. Eine Open-Access-Publikation soll die Prozesse und Ergebnisse der Tagung für die Fachöffentlichkeit zugänglich machen. Die Tagung wird begleitet von einer Ausstellung unter gleichem Titel die Arbeiten von Studierenden der Fakultät Gestaltung zeigt.
Begrüßung und Auftakt
Panel 1: Zukunft der Bilder – Bilder der Zukunft Welche Bildformen und Erzählmuster prägen gegenwärtige Zukunftsvorstellungen? Im Zentrum steht die Frage, was Bilder ihrem Wesen nach in der Zukunft sein können – und inwiefern sie die Zukunft selbst prägen. Untersucht wird, wie Bilder nicht nur repräsentieren, sondern aktiv Erwartungen, Imaginationen und Wissensformen strukturieren. Bilder prägen unsere Gegenwart – und formen unsere Zukunft.
Mittag
Panel 2: Nachhaltigkeit & Zukunftsforschung im Design Wie sind Zukunftsentwürfe in Nachhaltigkeits- und Transformationsdiskursen gestaltet? Im Fokus stehen Ziele, Werte und Konfliktlagen sowie die Frage, wie Entwürfe in politische, gesellschaftliche und kulturelle Prozesse übersetzt werden.
Dinner-Keynote & Ausstellungseröffnung
Verantwortliche Panel 1 — Prof. Johanna Diehl Panel 2 — Dr. Beatrice Barrois
Willkommen
Panel 3: Prototypen und andere Denkwerkzeuge von Zukunft Inwiefern erzeugen Prototypen, Szenarien und spekulative Gestaltungsverfahren eigenes Wissen? Analysiert wird, wie Entwürfe Annahmen sichtbar und Alternativen prüfbar machen und wie Kritik an linearen Fortschrittsannahmen methodisch fassbar wird.
Panel 4: Zukunftsbilder im Transfer Wie werden Zukunftsbilder in angewandten Kontexten wirksam, etwa in Politikberatung, Planung, Bildung, Technikentwicklung oder kultureller Vermittlung? Untersucht wird, wie Zukunftsentwürfe als Orientierungswissen genutzt werden, welche Kriterien ihre Plausibilität stützen und wie sie Entscheidungsprozesse prägen.
Verabschiedung
Verantwortliche Panel 3 — Prof. Judith Glaser Panel 4 — Prof. Carl Frech
Prof. Raffaela Aversa Universität von Campania (IT), Materialforschung und Bioingenieurwesen
Prof. Manuel Casasola-Merkle Technische Hochschule Nürnberg (DE), Computer Generated Imaging
Prof. Sydney Craig Herron School of Art and Design, Indiana University (USA), Erzählungen und Künstlerische Praxis
Prof. Dr. Rafael Dernbach Hochschule Bielefeld (DE), Medientheorie
Prof. Dr. Gesa Foken Hochschule Darmstadt (DE), Künstlerisch-Gestalterische Didaktik und Forschung
Eva Katsaiti Universität Westattika (GR), Fachbereich für Fotografie und audiovisuelle Künste
Prof. Dr. Eileen Mandir Hochschule München (DE), Systemisches Design im Kontext von sozialem Wandel und transformativen Prozessen
Prof. Andreas Muxel Technische Hochschule Augsburg (DE), Physische Mensch-Maschine-Schnittstellen
Prof. Dr. Nicholas Müller Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (DE), Sozioinformatik und gesellschaftliche Aspekte der Digitalisierung
Prof. Dr. Susanne Ritzmann Kunsthochschule Kassel (DE), Nachhaltige Produktgestaltung und ‑entwicklung
Malin Schulz Berlin/Hamburg (DE), Stellvertretende Chefredakteurin und Visual Director DIE ZEIT
Prof. Dr. Gerhard Schweppenhäuser Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (DE), Design‑, Kommunikations- und Medientheorie
Magdalena Soetebeer Schaltzeit GmbH (DE), Zukunftsforschung
Markus Turber Intuity Media Lab (DE), Innovationsentwicklung
Prof. Salvatore Vitale Hochschule Luzern (CH), Fotografie, Systeme der Moderne unter dem Einfluss von Technologie
Prof. Dr. Jörg Vogel Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (DE), Dateninterfaces für die RNA-basierte Infektionsforschung
Nicholas Witten Herron School of Art and Design, Indiana University (USA), Bildende Kunst & Grundlagen künstlerischer Ausbildung
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