31. März 2026

Human meets AI

Nachbericht zum Business Panel in Augsburg

Zwi­schen Exo­ske­let­ten, Robo­ter­ar­men und digi­ta­len Assis­tenz­sys­te­men. Gesprä­che über Ver­trau­en, Kon­trol­le und Zusam­men­ar­beit. Ein Robo­ter, der ein Herz zeich­net. Und mit­ten­drin: Men­schen, die aus­pro­bie­ren, hin­ter­fra­gen und neu den­ken. Am 25. März 2026 wur­de das Foy­er der IHK Schwa­ben in Augs­burg zu einem Ort, an dem Künst­li­che Intel­li­genz nicht nur erklärt, son­dern erlebt wer­den konnte.

Unter dem Leit­the­ma einer men­schen­zen­trier­ten Gestal­tung zeig­te die Ver­an­stal­tung, wie KI und Robo­tik unse­ren Arbeits­all­tag bereits heu­te prä­gen – und wie ent­schei­dend dabei die Schnitt­stel­le zwi­schen Mensch und Maschi­ne ist. Unter­neh­men, For­schung und Design­pra­xis kamen zusam­men, um Per­spek­ti­ven aus­zu­tau­schen und kon­kre­te Anwen­dun­gen greif­bar zu machen.

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Weitere Informationen

Mensch und Maschi­ne: Gestal­tung entscheidet

Ob als Assis­tenz­sys­tem, Exo­ske­lett oder huma­no­ider Robo­ter – Künst­li­che Intel­li­genz wird zuneh­mend Teil ver­schie­dens­ter Arbeits­be­rei­che: in der Indus­trie, im Wis­sens­ma­nage­ment, im Gesund­heits­we­sen, in der Logis­tik oder im Hand­werk. Doch ihr Erfolg hängt nicht allein von tech­no­lo­gi­scher Leis­tungs­fä­hig­keit ab.

Ent­schei­dend ist die Gestal­tung der Inter­ak­ti­on. Benut­zer­freund­li­che Inter­faces und ergo­no­mi­sches Design erleich­tern Arbeits­pro­zes­se und stei­gern die Effi­zi­enz. Gleich­zei­tig spie­len Per­so­na­li­sie­rung und emo­tio­na­le Anspra­che eine zen­tra­le Rol­le: Sie för­dern Akzep­tanz, schaf­fen Ver­trau­en und stär­ken das Wohl­be­fin­den der Mitarbeitenden.

Die Ver­an­stal­tung mach­te deut­lich: Gute Gestal­tung ist der Schlüs­sel dafür, dass KI nicht als Fremd­kör­per wahr­ge­nom­men wird, son­dern als unter­stüt­zen­des Werk­zeug im Arbeitsalltag.

Tech­nik zum Anfassen

Das Foy­er ver­wan­del­te sich für einen Tag in eine inter­ak­ti­ve Aus­stel­lungs­flä­che. Unter­neh­men wie Ger­man Bio­nic, Agi­le Robots sowie Stu­die­ren­de der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Augs­burg prä­sen­tier­ten ihre Ent­wick­lun­gen und luden die Besucher:innen aus­drück­lich zum Aus­pro­bie­ren ein. Ein Exo­ske­lett unter­stütz­te spür­bar die eige­ne Moto­rik. Ein inter­ak­ti­ver Robo­ter­arm reagier­te auf Ein­ga­ben und zeich­ne­te nach Vor­ga­be. Tech­no­lo­gien, die sonst abs­trakt blei­ben, wur­den hier unmit­tel­bar erfahrbar.

Die­se direk­te Inter­ak­ti­on schuf nicht nur Ver­ständ­nis, son­dern auch Begeis­te­rung – und manch­mal auch Über­ra­schung dar­über, wie nah die­se Anwen­dun­gen bereits am All­tag sind.

Per­spek­ti­ven aus Pra­xis und Forschung

Bereits in der Begrü­ßung beton­ten Mode­ra­to­rin Joly­ne Goll­mit­zer, Bet­ti­na Kräuß­lich von der IHK Schwa­ben sowie Nadi­ne Vicen­ti­ni, Geschäfts­füh­re­rin von bay­ern design, die Rele­vanz der Schnitt­stel­le zwi­schen KI, Robo­tik und Mensch – und lei­te­ten damit in ein viel­sei­ti­ges Vor­trags­pro­gramm über.

Vin­cent Weckert von Agi­le Robots eröff­ne­te mit einer pro­vo­kan­ten Fra­ge: „Stel­len Sie sich vor, Ihr nächs­ter Kol­le­ge ist ein Robo­ter – wie müss­te der aus­se­hen?“ Anhand der Ent­wick­lung des Robo­ters „Agi­le ONE“ zeig­te er, wie kom­plex die Gestal­tung phy­si­scher KI ist. Tech­no­lo­gi­sche Anfor­de­run­gen, Design­ent­schei­dun­gen und mensch­li­che Erwar­tun­gen grei­fen hier eng ineinander.

Nor­ma Stel­ler von Ger­man Bio­nic gab Ein­bli­cke in intel­li­gen­te Exo­ske­let­te, die sich mit­hil­fe von Algo­rith­men indi­vi­du­ell an ihre Nutzer:innen anpas­sen. Sie zeig­te anhand kon­kre­ter Bei­spie­le, wie KI kör­per­li­che Belas­tun­gen redu­ziert, Sicher­heit erhöht und neue For­men der Zusam­men­ar­beit ermög­licht – nicht als Ersatz, son­dern als Ver­stär­kung mensch­li­cher Fähigkeiten.

Bet­ti­na Beck von Xita­so lenk­te den Blick auf digi­ta­le Assis­tenz­sys­te­me im Arbeits­all­tag. Ihr Ansatz „Unter­stüt­zen statt über­for­dern“ ver­deut­lich­te, wie KI repe­ti­ti­ve Auf­ga­ben über­neh­men kann, ohne den Men­schen aus dem Fokus zu ver­lie­ren. Ent­schei­dend sei dabei eine kla­re, nut­zer­zen­trier­te Gestal­tung in agi­len Entwicklungsprozessen.

Einen reflek­tier­ten Gegen­pol setz­te Andre­as Muxel von der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Augs­burg. In sei­nem Vor­trag hin­ter­frag­te er die Ver­mensch­li­chung von Robo­tern und zeig­te anhand von For­schungs­pro­jek­ten wie dem „Hug­gi­bot“, wel­che Chan­cen aber auch Miss­ver­ständ­nis­se in der Mensch-Maschi­ne-Inter­ak­ti­on lie­gen. Sein Fazit: Robo­ter sind Werk­zeu­ge, kei­ne sozia­len Ersatzfiguren.

Ver­trau­en, Ver­ant­wor­tung und Zukunftsbilder

In der anschlie­ßen­den Panel­dis­kus­si­on wur­den zen­tra­le Fra­gen wei­ter ver­tieft. Wie viel Kon­trol­le geben wir an Maschi­nen ab? Wel­che Gestal­tung schafft Ver­trau­en? Und wel­che Wer­te sol­len dabei gelten?

Vin­cent Weckert beton­te die Bedeu­tung der äuße­ren Gestal­tung: Klei­ne­re, freund­lich wir­ken­de Robo­ter mit Anlei­hen am Kind­chen­sche­ma könn­ten Hemm­schwel­len abbau­en. Andre­as Muxel hob her­vor, dass ein bewuss­ter und respekt­vol­ler Umgang mit KI not­wen­dig sei – nicht zuletzt, weil sie mensch­li­ches Ver­hal­ten spiegelt.

Nor­ma Stel­ler for­der­te euro­päi­sche Stan­dards, um ein eige­nes Wer­te­ver­ständ­nis in der tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lung zu sichern. Bet­ti­na Beck unter­strich, dass trotz wach­sen­der Auto­ma­ti­sie­rung der Mensch die ent­schei­den­de Instanz blei­ben müsse.

Ein beson­de­rer Moment ent­stand, als das Publi­kum ein­ge­la­den wur­de, eige­ne Zukunfts­vi­sio­nen in Schlag­zei­len zu for­mu­lie­ren. Vor­schlä­ge wie „Robo­tik schafft 2 Mio. Arbeits­plät­ze“, „Welt einigt sich auf Ver­bot von Robo­ter-Sol­da­ten“ oder „Robo­tik löst Fach­kräf­te­man­gel“ zeig­ten, wie viel­fäl­tig die Erwar­tun­gen und Hoff­nun­gen an die Zukunft sind.

Aus­tausch und neue Verbindungen

Auch nach dem offi­zi­el­len Pro­gramm blieb der Raum leben­dig. Besucher:innen nutz­ten die Gele­gen­heit, Expo­na­te erneut aus­zu­pro­bie­ren, Gesprä­che zu ver­tie­fen und neue Kon­tak­te zu knüp­fen. Es ent­stand ein offe­ner Aus­tausch zwi­schen Entwickler:innen, Designer:innen, Unternehmer:innen und Inter­es­sier­ten – ein Netz­werk aus Per­spek­ti­ven, das weit über die ein­zel­nen Vor­trä­ge hinausging.

Und was neh­men wir mit?

Die Ver­an­stal­tung hat gezeigt: KI und Robo­tik sind längst Teil unse­rer Gegen­wart. Sie ver­än­dern Arbeits­pro­zes­se, eröff­nen neue Mög­lich­kei­ten und stel­len zugleich grund­le­gen­de Fra­gen an Gestal­tung und Verantwortung.

Dabei wur­de deut­lich: Tech­no­lo­gie allein reicht nicht aus. Erst durch eine kon­se­quent men­schen­zen­trier­te Gestal­tung wird sie ver­ständ­lich, akzep­tiert und sinn­voll nutz­bar. Oder anders gesagt: Nicht die Maschi­ne steht im Mit­tel­punkt, son­dern der Mensch, der mit ihr arbeitet.

Die Speaker:innen

Bet­ti­na Beck

Bet­ti­na ist zer­ti­fi­zier­te UX-Desi­gne­rin und Head of Usa­bi­li­ty Engi­nee­ring bei XITA­SO. Seit 2018 gestal­tet sie nut­zer­zen­trier­te digi­ta­le Lösun­gen für Kun­den aus dem Maschi­nen- und Anla­gen­bau und beglei­tet deren Umset­zung in agi­len, cross­funk­tio­na­len Teams. Mit ihrem Hin­ter­grund in Infor­ma­ti­ons­ma­nage­ment und Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on ver­bin­det sie Geschäfts­zie­le, Nut­zer­be­dürf­nis­se und Tech­no­lo­gie. Ihr Anspruch: Kom­ple­xe Her­aus­for­de­run­gen in intui­ti­ve, erfolg­rei­che Lösun­gen zu über­set­zen, die Anwender:innen ech­ten Mehr­wert bringen.

Prof. Andre­as Muxel

Andre­as Muxel ist Pro­fes­sor für Phy­si­cal Human-Machi­ne Inter­faces an der Fakul­tät für Gestal­tung der Tech­ni­schen Hoch­schu­le Augs­burg und lei­tet dort das Hybrid Things Lab. Zuvor arbei­te­te er als Inter­ac­tion Desi­gner am MARS-Explo­ra­to­ry Media Lab des Fraun­ho­fer Insti­tuts in Sankt Augus­tin, ist Co-Grün­der des Stu­di­os NEO­ANA­LOG und war zudem Pro­fes­sor für Inter­face / Inter­ac­tion Design an der TH Köln. Sei­ne Pro­jek­te an der Schnitt­stel­le von Design, Kunst und For­schung wur­den viel­fach inter­na­tio­nal publi­ziert, aus­ge­stellt und ausgezeichnet.

Vin­cent Hol­ger Weckert

Vin­cent Hol­ger Weckert ist Indus­tri­al Desi­gner und Design Lea­der mit über 20 Jah­ren inter­na­tio­na­ler Berufs­er­fah­rung in Bera­tun­gen und Kon­zer­nen, unter ande­rem bei IDEO, frog design, Grun­dig, Sie­mens und Agi­le Robots. Aktu­ell ist er Head of Design bei Agi­le Robots SE in Mün­chen und ver­ant­wor­tet die Hard­ware- und Soft­ware-Design­ent­wick­lung für den huma­no­iden Robo­ter Agi­le ONE sowie wei­te­re Robotiksysteme.

Nor­ma Steller

Nor­ma Stel­ler ist Co-CTO & CPO beim Robo­tik­her­stel­ler Ger­man Bio­nic, dem glo­ba­len Tech­no­lo­gie­füh­rer von akti­ven, ver­netz­ten Exo­ske­let­ten in der Arbeits­welt. Zuvor war sie nach einem inter­dis­zi­pli­nä­ren Stu­di­um der Logis­tik, Wirt­schafts­in­for­ma­tik und Sozio­lo­gie in Mag­de­burg und Cork bereits vie­le Jah­re als Pro­duct- und Engi­nee­ring-Mana­ger in Ber­lin tätig. Schwer­punk­te ihrer Arbeit sind KI-basier­te Soft­ware und das indus­tri­el­le IoT.

Mode­ra­ti­on: Joly­ne Gollmitzer

Joly­ne „Schli­en“ Goll­mit­zer ist Mode­ra­to­rin, Spre­che­rin und Jour­na­lis­tin aus Mün­chen. Seit 2007 hat sie vor­nehm­lich für den Baye­ri­schen Rund­funk ver­schie­de­ne For­ma­te prä­sen­tiert, unter ande­rem den Netz- und Tech­nik-Pod­cast „Netz­fil­ter“ bzw. „Netz­ma­ga­zin“ für PULS und B5 aktu­ell. Seit 2025 hos­tet sie zusam­men mit Har­dy Röde den monat­li­chen Cyber­se­cu­ri­ty Pod­cast „Update ver­füg­bar“ für das BSI. Foto: Lora Kortes

Nicht ver­pas­sen: Unser nächs­tes Busi­ness Panel fin­det am 16. April bei der IHK Regens­burg in Neu­traub­ling statt.

Inno­va­ti­ons­kraft durch Design: Von Kun­den­be­dürf­nis­sen zu zukunfts­fä­hi­gen Lösun­gen: Design­me­tho­den wer­den in Unter­neh­men an unter­schied­li­chen Punk­ten ange­wandt, um neue Ideen zu ent­wi­ckeln und die eige­ne Zukunfts­re­si­li­enz zu stärken.

Beim Busi­ness Panel von bay­ern design und der IHK Regens­burg für Ober­pfalz / Kel­heim wol­len wir einen neu­gie­ri­gen Blick in die Zukunft wer­fen: Wie ver­än­dert sich bei der Kro­nes AG die Mensch-Maschi­ne-Inter­ak­ti­on durch künst­li­che Intel­li­genz? Und wie gelingt es bei der Witt Grup­pe alle Mit­ar­bei­ten­den zu begeis­tern, um Berei­che wie Pro­dukt­ent­wick­lung, Kun­den­cen­ter oder Ver­trieb mit KI neu zu denken?

Die Speaker:innen:

Katha­ri­na Ehren­mül­ler vom Minis­te­ri­um für Neu­gier und Zukunfts­lust zeigt, was uns hilft, nach vor­ne zu den­ken und mit kri­ti­scher Zuver­sicht Ori­en­tie­rung zu fin­den. Dabei wer­den Design-Metho­den wie Fore­sight, Design Futu­ring oder Sze­na­rio-Design als Werk­zeu­ge vor­ge­stellt, um mög­li­che Zukünf­te greif­bar zu machen und aktiv zu gestalten.

Dr. Chris­ti­an Col­ce­riu, Head of Design Lab bei der Kro­nes AG und Jan Rother, Head of AI der Witt-Grup­pe geben Ein­bli­cke in die prak­ti­sche Umset­zung im Unter­neh­men. 

Am 5. Mai lädt die IHK Mün­chen im Rah­men der mcbw zu einem Busi­ness Panel unter dem Mot­to „From Play­ground to Impact“ ein.

Design­ba­sier­te Inno­va­ti­on als Schlüs­sel für glo­ba­le Wettbewerbsfähigkeit
Wel­che Inno­va­tio­nen prä­gen unse­re Zukunft – beson­ders im Zusam­men­spiel von KI, Tech­no­lo­gie und glo­ba­len Märk­ten? Erfolg­reich wird, was nicht nur neu ist, son­dern sinn­voll, ver­ant­wor­tungs­voll und emo­tio­nal rele­vant. Genau hier setzt Design-Dri­ven Inno­va­ti­on an: Sie ver­bin­det Krea­ti­vi­tät mit stra­te­gi­scher Aus­rich­tung und über­setzt kom­ple­xe Tech­no­lo­gien und Sys­te­me in nut­zer­na­he, markt­fä­hi­ge Lösungen.

Sprecher:innen:
– Jan Delfs, Head of Glo­bal Design, Vor­werk Gruppe
– Roman Geb­hard, Co-Foun­der & Mana­ging Part­ner, FLU­ID Design
– Danie­la Boh­lin­ger, Digi­tal Design Pro­cess, BMW Group
– Vin­cent Weckert, Head of Design, Agi­le Robots SE

Das busi­ness panel – unser For­mat für Professionals

Unse­re bay­ern design busi­ness panels rich­ten sich an Unternehmer:innen, CEOs, die Manage­ment­ebe­ne und Design Pro­fes­sio­nals. Gemein­sa­men mit Expert:innen aus der Wirt­schaft, Wis­sen­schaft und For­schung gehen wir aku­te Her­aus­for­de­run­gen in der Unter­neh­mens­füh­rung an. Neben Vor­trä­gen und Podi­ums­dis­kus­sio­nen bie­ten unse­re Panel­ver­an­stal­tun­gen auch Gele­gen­hei­ten zum Netz­wer­ken und Ken­nen­ler­nen. Die Teil­nah­me steht allen offen und ist kos­ten­frei. Unse­re busi­ness panels wer­den in Zusam­men­ar­beit mit den ört­li­chen Indus­trie- und Han­dels­kam­mern (IHK) durchgeführt.

Du inter­es­sierst dich für eine Mit­glied­schaft im Trä­ger­ver­ein bay­ern design forum e.V. und möch­test uns bei die­sem Event ken­nen­ler­nen? Dann mel­de dich an unter forum@bayern-design.de. Infor­ma­tio­nen zum Trä­ger­ver­ein fin­dest du hier.