Zwischen Exoskeletten, Roboterarmen und digitalen Assistenzsystemen. Gespräche über Vertrauen, Kontrolle und Zusammenarbeit. Ein Roboter, der ein Herz zeichnet. Und mittendrin: Menschen, die ausprobieren, hinterfragen und neu denken. Am 25. März 2026 wurde das Foyer der IHK Schwaben in Augsburg zu einem Ort, an dem Künstliche Intelligenz nicht nur erklärt, sondern erlebt werden konnte.
Unter dem Leitthema einer menschenzentrierten Gestaltung zeigte die Veranstaltung, wie KI und Robotik unseren Arbeitsalltag bereits heute prägen – und wie entscheidend dabei die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine ist. Unternehmen, Forschung und Designpraxis kamen zusammen, um Perspektiven auszutauschen und konkrete Anwendungen greifbar zu machen.
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Ob als Assistenzsystem, Exoskelett oder humanoider Roboter – Künstliche Intelligenz wird zunehmend Teil verschiedenster Arbeitsbereiche: in der Industrie, im Wissensmanagement, im Gesundheitswesen, in der Logistik oder im Handwerk. Doch ihr Erfolg hängt nicht allein von technologischer Leistungsfähigkeit ab.
Entscheidend ist die Gestaltung der Interaktion. Benutzerfreundliche Interfaces und ergonomisches Design erleichtern Arbeitsprozesse und steigern die Effizienz. Gleichzeitig spielen Personalisierung und emotionale Ansprache eine zentrale Rolle: Sie fördern Akzeptanz, schaffen Vertrauen und stärken das Wohlbefinden der Mitarbeitenden.
Die Veranstaltung machte deutlich: Gute Gestaltung ist der Schlüssel dafür, dass KI nicht als Fremdkörper wahrgenommen wird, sondern als unterstützendes Werkzeug im Arbeitsalltag.
Das Foyer verwandelte sich für einen Tag in eine interaktive Ausstellungsfläche. Unternehmen wie German Bionic, Agile Robots sowie Studierende der Technischen Hochschule Augsburg präsentierten ihre Entwicklungen und luden die Besucher:innen ausdrücklich zum Ausprobieren ein. Ein Exoskelett unterstützte spürbar die eigene Motorik. Ein interaktiver Roboterarm reagierte auf Eingaben und zeichnete nach Vorgabe. Technologien, die sonst abstrakt bleiben, wurden hier unmittelbar erfahrbar.
Diese direkte Interaktion schuf nicht nur Verständnis, sondern auch Begeisterung – und manchmal auch Überraschung darüber, wie nah diese Anwendungen bereits am Alltag sind.
Bereits in der Begrüßung betonten Moderatorin Jolyne Gollmitzer, Bettina Kräußlich von der IHK Schwaben sowie Nadine Vicentini, Geschäftsführerin von bayern design, die Relevanz der Schnittstelle zwischen KI, Robotik und Mensch – und leiteten damit in ein vielseitiges Vortragsprogramm über.
Vincent Weckert von Agile Robots eröffnete mit einer provokanten Frage: „Stellen Sie sich vor, Ihr nächster Kollege ist ein Roboter – wie müsste der aussehen?“ Anhand der Entwicklung des Roboters „Agile ONE“ zeigte er, wie komplex die Gestaltung physischer KI ist. Technologische Anforderungen, Designentscheidungen und menschliche Erwartungen greifen hier eng ineinander.
Norma Steller von German Bionic gab Einblicke in intelligente Exoskelette, die sich mithilfe von Algorithmen individuell an ihre Nutzer:innen anpassen. Sie zeigte anhand konkreter Beispiele, wie KI körperliche Belastungen reduziert, Sicherheit erhöht und neue Formen der Zusammenarbeit ermöglicht – nicht als Ersatz, sondern als Verstärkung menschlicher Fähigkeiten.
Bettina Beck von Xitaso lenkte den Blick auf digitale Assistenzsysteme im Arbeitsalltag. Ihr Ansatz „Unterstützen statt überfordern“ verdeutlichte, wie KI repetitive Aufgaben übernehmen kann, ohne den Menschen aus dem Fokus zu verlieren. Entscheidend sei dabei eine klare, nutzerzentrierte Gestaltung in agilen Entwicklungsprozessen.
Einen reflektierten Gegenpol setzte Andreas Muxel von der Technischen Hochschule Augsburg. In seinem Vortrag hinterfragte er die Vermenschlichung von Robotern und zeigte anhand von Forschungsprojekten wie dem „Huggibot“, welche Chancen aber auch Missverständnisse in der Mensch-Maschine-Interaktion liegen. Sein Fazit: Roboter sind Werkzeuge, keine sozialen Ersatzfiguren.
In der anschließenden Paneldiskussion wurden zentrale Fragen weiter vertieft. Wie viel Kontrolle geben wir an Maschinen ab? Welche Gestaltung schafft Vertrauen? Und welche Werte sollen dabei gelten?
Vincent Weckert betonte die Bedeutung der äußeren Gestaltung: Kleinere, freundlich wirkende Roboter mit Anleihen am Kindchenschema könnten Hemmschwellen abbauen. Andreas Muxel hob hervor, dass ein bewusster und respektvoller Umgang mit KI notwendig sei – nicht zuletzt, weil sie menschliches Verhalten spiegelt.
Norma Steller forderte europäische Standards, um ein eigenes Werteverständnis in der technologischen Entwicklung zu sichern. Bettina Beck unterstrich, dass trotz wachsender Automatisierung der Mensch die entscheidende Instanz bleiben müsse.
Ein besonderer Moment entstand, als das Publikum eingeladen wurde, eigene Zukunftsvisionen in Schlagzeilen zu formulieren. Vorschläge wie „Robotik schafft 2 Mio. Arbeitsplätze“, „Welt einigt sich auf Verbot von Roboter-Soldaten“ oder „Robotik löst Fachkräftemangel“ zeigten, wie vielfältig die Erwartungen und Hoffnungen an die Zukunft sind.
Auch nach dem offiziellen Programm blieb der Raum lebendig. Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, Exponate erneut auszuprobieren, Gespräche zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen. Es entstand ein offener Austausch zwischen Entwickler:innen, Designer:innen, Unternehmer:innen und Interessierten – ein Netzwerk aus Perspektiven, das weit über die einzelnen Vorträge hinausging.
Die Veranstaltung hat gezeigt: KI und Robotik sind längst Teil unserer Gegenwart. Sie verändern Arbeitsprozesse, eröffnen neue Möglichkeiten und stellen zugleich grundlegende Fragen an Gestaltung und Verantwortung.
Dabei wurde deutlich: Technologie allein reicht nicht aus. Erst durch eine konsequent menschenzentrierte Gestaltung wird sie verständlich, akzeptiert und sinnvoll nutzbar. Oder anders gesagt: Nicht die Maschine steht im Mittelpunkt, sondern der Mensch, der mit ihr arbeitet.
Bettina ist zertifizierte UX-Designerin und Head of Usability Engineering bei XITASO. Seit 2018 gestaltet sie nutzerzentrierte digitale Lösungen für Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau und begleitet deren Umsetzung in agilen, crossfunktionalen Teams. Mit ihrem Hintergrund in Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation verbindet sie Geschäftsziele, Nutzerbedürfnisse und Technologie. Ihr Anspruch: Komplexe Herausforderungen in intuitive, erfolgreiche Lösungen zu übersetzen, die Anwender:innen echten Mehrwert bringen.
Andreas Muxel ist Professor für Physical Human-Machine Interfaces an der Fakultät für Gestaltung der Technischen Hochschule Augsburg und leitet dort das Hybrid Things Lab. Zuvor arbeitete er als Interaction Designer am MARS-Exploratory Media Lab des Fraunhofer Instituts in Sankt Augustin, ist Co-Gründer des Studios NEOANALOG und war zudem Professor für Interface / Interaction Design an der TH Köln. Seine Projekte an der Schnittstelle von Design, Kunst und Forschung wurden vielfach international publiziert, ausgestellt und ausgezeichnet.
Vincent Holger Weckert ist Industrial Designer und Design Leader mit über 20 Jahren internationaler Berufserfahrung in Beratungen und Konzernen, unter anderem bei IDEO, frog design, Grundig, Siemens und Agile Robots. Aktuell ist er Head of Design bei Agile Robots SE in München und verantwortet die Hardware- und Software-Designentwicklung für den humanoiden Roboter Agile ONE sowie weitere Robotiksysteme.
Norma Steller ist Co-CTO & CPO beim Robotikhersteller German Bionic, dem globalen Technologieführer von aktiven, vernetzten Exoskeletten in der Arbeitswelt. Zuvor war sie nach einem interdisziplinären Studium der Logistik, Wirtschaftsinformatik und Soziologie in Magdeburg und Cork bereits viele Jahre als Product- und Engineering-Manager in Berlin tätig. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind KI-basierte Software und das industrielle IoT.
Jolyne „Schlien“ Gollmitzer ist Moderatorin, Sprecherin und Journalistin aus München. Seit 2007 hat sie vornehmlich für den Bayerischen Rundfunk verschiedene Formate präsentiert, unter anderem den Netz- und Technik-Podcast „Netzfilter“ bzw. „Netzmagazin“ für PULS und B5 aktuell. Seit 2025 hostet sie zusammen mit Hardy Röde den monatlichen Cybersecurity Podcast „Update verfügbar“ für das BSI. Foto: Lora Kortes
Innovationskraft durch Design: Von Kundenbedürfnissen zu zukunftsfähigen Lösungen: Designmethoden werden in Unternehmen an unterschiedlichen Punkten angewandt, um neue Ideen zu entwickeln und die eigene Zukunftsresilienz zu stärken.
Beim Business Panel von bayern design und der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim wollen wir einen neugierigen Blick in die Zukunft werfen: Wie verändert sich bei der Krones AG die Mensch-Maschine-Interaktion durch künstliche Intelligenz? Und wie gelingt es bei der Witt Gruppe alle Mitarbeitenden zu begeistern, um Bereiche wie Produktentwicklung, Kundencenter oder Vertrieb mit KI neu zu denken?
Die Speaker:innen:
Katharina Ehrenmüller vom Ministerium für Neugier und Zukunftslust zeigt, was uns hilft, nach vorne zu denken und mit kritischer Zuversicht Orientierung zu finden. Dabei werden Design-Methoden wie Foresight, Design Futuring oder Szenario-Design als Werkzeuge vorgestellt, um mögliche Zukünfte greifbar zu machen und aktiv zu gestalten.
Dr. Christian Colceriu, Head of Design Lab bei der Krones AG und Jan Rother, Head of AI der Witt-Gruppe geben Einblicke in die praktische Umsetzung im Unternehmen.
Designbasierte Innovation als Schlüssel für globale Wettbewerbsfähigkeit Welche Innovationen prägen unsere Zukunft – besonders im Zusammenspiel von KI, Technologie und globalen Märkten? Erfolgreich wird, was nicht nur neu ist, sondern sinnvoll, verantwortungsvoll und emotional relevant. Genau hier setzt Design-Driven Innovation an: Sie verbindet Kreativität mit strategischer Ausrichtung und übersetzt komplexe Technologien und Systeme in nutzernahe, marktfähige Lösungen.
Sprecher:innen: – Jan Delfs, Head of Global Design, Vorwerk Gruppe – Roman Gebhard, Co-Founder & Managing Partner, FLUID Design – Daniela Bohlinger, Digital Design Process, BMW Group – Vincent Weckert, Head of Design, Agile Robots SE
Unsere bayern design business panels richten sich an Unternehmer:innen, CEOs, die Managementebene und Design Professionals. Gemeinsamen mit Expert:innen aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung gehen wir akute Herausforderungen in der Unternehmensführung an. Neben Vorträgen und Podiumsdiskussionen bieten unsere Panelveranstaltungen auch Gelegenheiten zum Netzwerken und Kennenlernen. Die Teilnahme steht allen offen und ist kostenfrei. Unsere business panels werden in Zusammenarbeit mit den örtlichen Industrie- und Handelskammern (IHK) durchgeführt.
Du interessierst dich für eine Mitgliedschaft im Trägerverein bayern design forum e.V. und möchtest uns bei diesem Event kennenlernen? Dann melde dich an unter forum@bayern-design.de. Informationen zum Trägerverein findest du hier.
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