12. Juni 2026

Euro­pean Design Awards

Die Gewinner stehen fest

Die Euro­pean Design Awards erreich­ten an die­sem Wochen­en­de einen bedeu­ten­den Mei­len­stein, als sich die Design-Com­mu­ni­ty aus dem gan­zen Kon­ti­nent in Sofia zur 20. Aus­ga­be der euro­päi­schen Pre­mie­re des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­signs versammelte.

In den letz­ten zwei Jahr­zehn­ten sind die Euro­pean Design Awards zu einer ein­zig­ar­ti­gen Platt­form gewor­den, die die Ent­wick­lung der euro­päi­schen visu­el­len Kul­tur doku­men­tiert. Seit ihrer Grün­dung im Jahr 2007 haben sie Arbei­ten aner­kannt, die infor­mie­ren, über­zeu­gen, bil­den und inspi­rie­ren und gleich­zei­tig die sozia­len, tech­no­lo­gi­schen und kul­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen wider­spie­geln, die Euro­pa selbst prägen.

Die dies­jäh­ri­ge Aus­ga­be zeig­te die bemer­kens­wer­te Brei­te zeit­ge­nös­si­scher euro­päi­scher Krea­ti­vi­tät. Design­stu­di­os aus 40 ver­schie­de­nen euro­päi­schen Län­dern reich­ten Arbei­ten ein, die von gro­ßen Krea­tiv­märk­ten bis hin zu klei­ne­ren Design­ge­mein­schaf­ten wie Nord­ma­ze­do­ni­en, Bos­ni­en und Her­ze­go­wi­na, Andor­ra und Mon­te­ne­gro reich­ten. Nach einer Bewer­tung durch eine inter­na­tio­na­le Jury, bestehend aus 21 füh­ren­den Desi­gn­jour­na­lis­ten, Kri­ti­kern und Redak­teu­ren, gin­gen Gewin­ner aus 24 ver­schie­de­nen Län­dern her­vor, was die Viel­falt unter­streicht, die die Aus­zeich­nun­gen stets auszeichnet.

Die Nie­der­lan­de, Nor­we­gen und Deutsch­land erwie­sen sich bei der Aus­ga­be 2026 als die erfolg­reichs­ten Natio­nen, obwohl in prak­tisch jeder Regi­on Euro­pas Exzel­lenz aner­kannt wurde.

Ver­an­stal­tet von Kom­plekt und MEL­BA Design Initia­ti­ves ver­wan­del­te das Euro­pean Design Fes­ti­val Sofia durch ein umfang­rei­ches Pro­gramm aus Kon­fe­ren­zen, Aus­stel­lun­gen, Work­shops und Dis­kus­sio­nen in einen Treff­punkt der euro­päi­schen krea­ti­ven Gemein­schaft. Zu den Höhe­punk­ten gehör­te „20 Jah­re euro­päi­sches Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign“, eine bahn­bre­chen­de Open-Air-Aus­stel­lung, kura­tiert vom Stu­dio Kom­plekt im Natio­na­len Kul­tur­pa­last, die her­aus­ra­gen­de Bei­spie­le für Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign in Mar­ken­bau, Typo­gra­fie, Illus­tra­ti­on, Redak­ti­ons­de­sign, Ver­pa­ckung, räum­li­chem Design und digi­ta­len Medi­en prä­sen­tier­te. Indem sie bei­spiel­haf­te Arbei­ten in den öffent­li­chen Raum brach­te, zeig­te die Aus­stel­lung die oft unsicht­ba­re, aber tief­grei­fen­de Rol­le, die Design bei der Gestal­tung des All­tags­er­leb­nis­ses spielt.

Die Aus­ga­be 2026 stärk­te zudem die inter­na­tio­na­le Dimen­si­on der Aus­zeich­nung durch die fort­ge­setz­te Zusam­men­ar­beit mit dem Inter­na­tio­nal Coun­cil of Design (ICoD), der wäh­rend des Fes­ti­vals zum zwei­ten Mal in Fol­ge sein regio­na­les Tref­fen in Sofia abhielt.

Im Ein­klang mit der sich wan­deln­den Land­schaft des Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­signs führ­ten die Awards nach inten­si­ver Bera­tung mit Teil­neh­mern und Inter­es­sen­grup­pen eine umfas­sen­de Umstruk­tu­rie­rung der Kate­go­rien ein, um sicher­zu­stel­len, dass sich das Pro­gramm par­al­lel zur zeit­ge­nös­si­schen Design­pra­xis weiterentwickelt.

Gro­ße Auszeichnungen

Der Titel Euro­päi­sche Design­agen­tur des Jah­res 2026 wur­de Dizain aus den Nie­der­lan­den ver­lie­hen. Dizain wur­de 1996 in Gro­nin­gen gegrün­det und ver­bin­det stra­te­gi­sches Den­ken, Bran­ding, Sto­rytel­ling und visu­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on, um Orga­ni­sa­tio­nen dabei zu hel­fen, unver­wech­sel­ba­re Iden­ti­tä­ten zu defi­nie­ren und bedeu­tungs­vol­le Bezie­hun­gen zu ihrem Publi­kum auf­zu­bau­en. Durch einen inte­grier­ten Ansatz, der Stra­te­gie, Design und Inhal­te umfasst, hat sich das Stu­dio als eine der füh­ren­den Bran­ding-Agen­tu­ren Euro­pas etabliert.

Die Aus­zeich­nung Best of Show – Digi­tal Appli­ca­ti­ons wur­de von Nom­int (Ver­ei­nig­tes König­reich) an „Trails Will Bla­ze“ ver­lie­hen. Der Film, der für die BBC-Bericht­erstat­tung über die Olym­pi­schen Win­ter­spie­le 2026 ent­stand, fei­ert Ath­le­ten, die die Gren­zen mensch­li­cher Leis­tungs­fä­hig­keit durch eine außer­ge­wöhn­li­che Stop-Moti­on-Pro­duk­ti­on mit 700 ein­zeln 3D-gedruck­ten Figu­ren und ech­tem Feu­er neu defi­nie­ren. Das Pro­jekt ver­bin­det expe­ri­men­tel­le Ver­bren­nungs­tech­ni­ken mit akri­bi­scher Hand­werks­kunst und schafft einen spek­ta­ku­lä­ren visu­el­len Dia­log zwi­schen Eis und Flam­me vor dem Hin­ter­grund der ita­lie­ni­schen Dolomiten.

Die Aus­zeich­nung Best of Show – Gra­phic Appli­ca­ti­ons wur­de „Ciel“ von Pro­duc­tion Type (Frank­reich) ver­lie­hen. Ver­wur­zelt in der Ele­ganz der Kup­fer­plat­ten­kal­li­gra­phie, aber durch eine zeit­ge­nös­si­sche Lin­se neu inter­pre­tiert, ver­wan­delt die Schrift­fa­mi­lie his­to­ri­sche Refe­ren­zen in eine ori­gi­nel­le visu­el­le Spra­che. Sein aus­ge­klü­gel­tes Sys­tem aus Gewich­ten und orna­men­ta­len Initia­len zeigt außer­ge­wöhn­li­che tech­ni­sche Meis­ter­schaft, wäh­rend es die Gren­ze zwi­schen Typo­gra­fie und Bild auf­löst und jeden Buch­sta­ben zu einer eige­nen aus­drucks­star­ken visu­el­len Kom­po­si­ti­on macht.

Die Aus­zeich­nung Best of Show – Bran­ding & Pack­a­ging wur­de von Ate­lier Andrea Gas­s­ner (Öster­reich) an „Beschil­de­rung für Bil­dungs­zen­trum Kös­sen“ ver­lie­hen. In Zusam­men­ar­beit mit Pede­vil­la-Archi­tek­ten ent­wi­ckelt, ver­wan­delt das Pro­jekt die regio­na­le Tra­di­ti­on der Kreuz­stich­sti­cke­rei in ein inno­va­ti­ves archi­tek­to­ni­sches Weg­fin­dungs­sys­tem. Typo­gra­fie, Orna­men­tik und Archi­tek­tur wer­den untrenn­bar mit­ein­an­der ver­bun­den und schaf­fen Beschil­de­run­gen, die nicht nur als Infor­ma­ti­on, son­dern als inte­gra­les nar­ra­ti­ves Ele­ment in das Gebäu­de selbst ein­ge­wo­ben sind.

Der Jury­preis wur­de „Dys­le­xia“ von Not Per­fect Vil­ni­us (Litau­en) ver­lie­hen. Für die neu gegrün­de­te litaui­sche Leg­asthe­nie­ver­ei­ni­gung geschaf­fen, kom­mu­ni­ziert das Iden­ti­täts­sys­tem die geleb­te Erfah­rung der Leg­asthe­nie durch eine aus­ge­feil­te visu­el­le Spra­che, die kogni­ti­ve Her­aus­for­de­run­gen sicht­bar macht, ohne sie zu stig­ma­ti­sie­ren. Durch die Kom­bi­na­ti­on von Zugäng­lich­keit, kon­zep­tio­nel­ler Klar­heit und her­aus­ra­gen­der Design­um­set­zung ver­kör­pert das Pro­jekt die sozia­le Ver­ant­wor­tung und kul­tu­rel­le Rele­vanz, die Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign in sei­ner bes­ten Form errei­chen kann.

In einem Kom­men­tar zur 20. Aus­ga­be sag­te Deme­tri­os Faki­nos, Direk­tor der Euro­pean Design Awards:
„Vor zwan­zig Aus­ga­ben haben wir uns dar­an gemacht, das bes­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­sign in ganz Euro­pa zu wür­di­gen. Wenn man sich die dies­jäh­ri­gen Gewin­ner ansieht, ist am bemer­kens­wer­tes­ten nicht nur die außer­ge­wöhn­li­che Qua­li­tät der Arbeit, son­dern auch ihre geo­gra­fi­sche Viel­falt. Von eta­blier­ten Krea­tiv­zen­tren bis hin zu klei­ne­ren Design­ge­mein­schaf­ten inno­viert das euro­päi­sche Design kon­ti­nu­ier­lich, stellt Kon­ven­tio­nen infra­ge und berei­chert das All­tags­le­ben. Die Awards sind in vie­ler­lei Hin­sicht zu einem visu­el­len Archiv der kul­tu­rel­len Ent­wick­lung Euro­pas geworden.“

Nach Abschluss der Aus­ga­be in Sofia wen­den sich die Euro­pean Design Awards nun Kopen­ha­gen zu, einer der wich­tigs­ten Design­haupt­städ­te Euro­pas, wo das Euro­pean Design Fes­ti­val 2027 statt­fin­den wird. Die Ver­an­stal­tung mar­kiert außer­dem das 20-jäh­ri­ge Jubi­lä­um der Euro­pean Design Awards und bie­tet einen pas­sen­den Rah­men, um zwei Jahr­zehn­te der Aner­ken­nung und Doku­men­ta­ti­on des bes­ten euro­päi­schen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­signs zu feiern.

Für wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den Euro­pean Design Awards besu­chen Sie bit­te www.europeandesign.org.
Medi­en­kon­takt: Euro­pean Design Awards Press Office – eva@europeandesign.org

Foto: Mihail Nova­kov / Euro­pean Design Fes­ti­val 2026