2. April 2026

Design im Zeughaus

Flaggenzeug #2: Ayzit Bostan

In der zwei­ten Edi­ti­on von »Flag­gen­zeug« bespielt die Desi­gne­rin und Künst­le­rin Ayzit Bostan die Fah­nen­mas­ten am his­to­ri­schen Zeug­haus der Fakul­tät für Design.

Mit unkon­ven­tio­nel­len Her­an­ge­hens­wei­sen möch­te das Pro­jekt »Flag­gen­zeug« das The­ma Beflag­gung von über­hol­ter Sym­bo­lik lösen und neue kul­tu­rel­le Mus­ter schaf­fen. Halb­jähr­li­che künst­le­risch-gestal­te­ri­sche Inter­ven­tio­nen bie­ten Raum für einen spie­le­ri­schen Umgang mit den Flag­gen – am 31. März the­ma­ti­siert Ayzit Bostan, Desi­gne­rin und Pro­fes­so­rin im Bereich Design tex­ti­ler Pro­duk­te an der Kunst­hoch­schu­le Kas­sel, das The­ma »Pau­se« im Sin­ne von: Innehalten.

Das Motiv der bei­den von Ayzit Bostan gestal­te­ten Flag­gen besteht aus dem Wort »Pau­se« und dem Pau­se-Sym­bol. Eine Pau­se ist mehr als eine simp­le Unter­bre­chung: Sie ist eine kri­ti­sche, krea­ti­ve und not­wen­di­ge Inter­ven­ti­on in die täg­li­che Pra­xis des Gestal­tens, Ler­nens und Arbei­tens. In einer Zeit, in der Leis­tung, Effi­zi­enz und stän­di­ge Ver­füg­bar­keit oft zum Maß­stab wer­den, stellt die Pau­se eine radi­ka­le Gegen­be­we­gung dar: ein bewuss­tes Inne­hal­ten, das Raum schafft für Refle­xi­on, Erho­lung und neue Ideen. Dabei ist »Pau­se« nicht gleich­be­deu­tend mit Inak­ti­vi­tät – sie ist viel­mehr ein wesent­li­cher Teil der Krea­ti­vi­tät. Stu­die­ren­de und Krea­ti­ve brau­chen Pau­sen, um zu atmen, zu träu­men, zu ver­ar­bei­ten. Die bes­te Idee ent­steht oft nicht im Arbeits­raum – son­dern im Moment danach, in dem das Unbe­wuss­te wirkt, wo Ver­bin­dun­gen ent­ste­hen, die im stän­di­gen Tun ver­passt wer­den. Als prä­sen­tes Zei­chen an der Fas­sa­de des his­to­ri­schen Zeug­hau­ses der Fakul­tät für Design wer­den die von Bostan gestal­te­ten Fah­nen zum State­ment für die Aner­ken­nung von Gesund­heit als Grund­la­ge krea­ti­ven Den­kens und für die Wür­de des Nichts­tuns. Als Spiel mit dem Kli­schee von stu­den­ti­schem Müßig­gang machen sie deut­lich, dass die Pau­se kein Defi­zit ist, son­dern eine krea­ti­ve Res­sour­ce – ein Moment des (pro­duk­ti­ven) Innehaltens.

Mit einer Ein­füh­rung in das For­mat »Flag­gen­zeug« durch Prof. Mar­kus Frenzl sowie einem Gespräch mit der Desi­gne­rin und Künst­le­rin Ayzit Bostan, mode­riert von Tina Barankay.

Das Pro­jekt »Flag­gen­zeug« for­dert einen spie­le­ri­schen Umgang mit einem, gera­de in Deutsch­land, geschicht­lich belas­te­ten The­ma. Die Kura­tie­ren­den laden Krea­tiv­schaf­fen­de unter­schied­li­cher Dis­zi­pli­nen dazu ein, die his­to­ri­schen Fas­sa­de der Fakul­tät für Design auf unkon­ven­tio­nel­le Wei­se zu bespie­len, um neue Ritua­le und kul­tu­rel­le Mus­ter für ein iden­ti­täts­stif­ten­des Objekt zu fin­den. Die Flag­gen selbst wer­den so zum Aus­stel­lungs­stück und the­ma­ti­sie­ren indi­vi­du­el­le krea­ti­ve Posi­tio­nen eben­so wie aktu­el­le gesell­schaft­li­che The­men, tech­no­lo­gi­sche Ver­än­de­run­gen wie Künst­li­che Intel­li­genz, ästhe­ti­sche Phä­no­me­ne oder Materialinnovationen.

Pro­jekt­kon­zep­ti­on und Kura­ti­on: Tina Baran­kay und Prof. Mar­kus Frenzl