11. Dezember 2025

Das war unser 2025

Der bay­ern design-Jahresrückblick

Com­mu­ni­ty, Trends und Social Design

Wenn sich das Jahr dem Ende neigt und die Tage ruhi­ger wer­den, ist es die idea­le Zeit für Refle­xi­on. Was hat die Design­bran­che 2025 bewegt, wel­che gesell­schaft­li­chen Fra­gen stan­den im Mit­tel­punkt und wel­che Ant­wor­ten konn­ten wir gemein­sam mit der bay­ern design-Com­mu­ni­ty geben? Der Rück­blick zeigt: Es war ein inten­si­ves, inspi­rie­ren­des Jahr vol­ler Aus­tausch, Wis­sens­bei­trä­ge und neu­er Ver­bin­dun­gen. Design kann nicht alle Pro­ble­me die­ser Welt lösen, doch es ist ein kraft­vol­ler Hebel für posi­ti­ve Ver­än­de­run­gen – und genau das wur­de 2025 deut­lich. 

Com­mu­ni­ty

Die Stär­ke unse­rer Com­mu­ni­ty zeig­te sich in zahl­rei­chen Begeg­nun­gen und For­ma­ten, die den direk­ten Aus­tausch zwi­schen Designer:innen und Indus­trie ermög­lich­ten. Beson­ders ein­drucks­voll war die ers­te Mes­se für Digi­ta­l­agen­tu­ren in der Metro­pol­re­gi­on Nürn­berg, die in Koope­ra­ti­on mit dem Nürn­berg Digi­tal Fes­ti­val aus­ge­rich­tet wur­de. Sie wid­me­te sich ganz dem The­ma Digi­tal Design Net­wor­king und brach­te krea­ti­ve Köp­fe mit wirt­schaft­li­chen Akteu­ren zusam­men.  

Die munich crea­ti­ve busi­ness week, seit 14 Jah­ren ein gefei­er­tes Event der Bran­che, fand erneut gro­ßen Anklang. Ein Höhe­punkt war der mcbw design sum­mit mit 25 Speaker:innen aus über zehn Natio­nen, bei dem 300 Teil­neh­men­de Ant­wor­ten auf die Fra­ge „How to design a vibrant com­mu­ni­ty?“ erhiel­ten. Die Wirk­kraft von Design in allen gesell­schaft­li­chen Berei­chen wur­de hier eben­so deut­lich wie die Ver­ant­wor­tung, sozia­le Fol­gen von Gestal­tung mit­zu­den­ken. In ange­reg­ten Gesprä­chen wäh­rend der anschlie­ßen­den Fei­er wur­den vie­le Impul­se ver­tieft – ein Beweis dafür, dass Inspi­ra­ti­on weit über Vor­trä­ge hinauswirkt. 

Auch das Panel „Fashion Design as a Tool for Resi­li­ence“ im Haus der Kom­mu­ni­ka­ti­on zeig­te ein­drucks­voll, wie Mode als kul­tu­rel­les und sozia­les Werk­zeug dazu bei­tra­gen kann, Gemein­schaf­ten zu stärken. 

Ein wei­te­res High­light war unser all­jähr­li­ches Netz­werktref­fen in Nürn­berg, das unter einem som­mer­li­chen Abend­him­mel Mit­glie­der, Unternehmer:innen, Hochschulvertreter:innen, Agen­tu­ren und Free­lan­cer zusam­men­brach­te. Bei Musik, küh­len Drinks und inten­si­ven Gesprä­chen wur­de die Krea­ti­vi­tät gefei­ert und der Spi­rit der bay­ern design-Com­mu­ni­ty ein­mal mehr spür­bar. 

Expe­ri­ence Design

Dass Design mit allen Sin­nen erfahr­bar ist, bewie­sen die beson­de­ren For­ma­te im Bereich Expe­ri­ence Design. Mari­je Vogel­zang und Ster­ne­koch Felix Schnei­der lie­ßen mit einer Fusi­on aus Medi­ta­ti­on und Tasting die Zeit für einen Moment still­ste­hen. Gäs­te durch­lie­fen akus­tisch abge­schirmt einen Par­cours, spür­ten For­men, schmeck­ten Aro­men und ver­stan­den zugleich die Phi­lo­so­phie des Ster­ne­kochs: zur rich­ti­gen Zeit ern­ten und Zeit zum Rei­fen geben.  

Die KI-basier­te Instal­la­ti­on „Gefühls­rau­schen“ von Ives Peit­zer, die beim Ope­ning des Nürn­berg Digi­tal Fes­ti­vals Pre­mie­re fei­er­te, mach­te Gefüh­le sicht­bar. Mit­hil­fe von Gehirn­wel­len­sen­so­ren über­setz­te eine künst­li­che Intel­li­genz die Emo­tio­nen von drei Per­so­nen in Musik und Licht und eröff­ne­te damit neue Per­spek­ti­ven für die Rol­le von KI im Design. 

Design wirkt

Social Design war 2025 ein zen­tra­les The­ma. Die Social Design Days stell­ten die Fra­ge nach einem guten Leben in einer viel­fäl­ti­gen Gesell­schaft und boten expe­ri­men­tel­le For­ma­te, die die­se Her­aus­for­de­rung greif­bar mach­ten. In sei­ner Key­note beton­te Jes­ko Fezer: „Es gibt kein unso­zia­les Design!“ Jede Form der Gestal­tung sei gesell­schaft­lich ein­ge­bet­tet und hin­ter­las­se Spu­ren. Dis­kus­sio­nen, Work­shops und Design Jams mach­ten das brei­te Feld Social Design erlebbar.

Auch die Aus­stel­lung „design con­nects. Was kann Design?“ im Neu­en Muse­um Nürn­berg zeig­te ein­drucks­voll, wie Gestal­tung Brü­cken baut, berührt und Zukunft ermög­licht und wel­chen Ein­fluss es auf die Gesell­schaft hat – von inno­va­ti­ver Stadt­pla­nung über ein Senio­ren-Tablet bis hin zu emo­tio­na­len Leit­sys­te­men und Pro­jek­ten für Palliativpatient:innen. Eine beglei­ten­de Publi­ka­ti­on ver­tieft die­se The­men und macht die Viel­falt der Ansät­ze sicht­bar. Sie kann bei der Edi­ti­on Emil bestellt werden.

Neue Blickwinkel

Ein wei­te­rer Schwer­punkt lag auf inspi­rie­ren­den Talks und Panels, die Per­spek­tiv­wech­sel ermög­lich­ten. Mit der Event-Rei­he „Spaces of Mobi­li­ty“ beleuch­te­ten wir gemein­sam mit Bay­ern Inno­va­tiv ver­schie­de­ne Seg­men­te der Mobi­li­täts­bran­che. Bei der ers­ten Ver­an­stal­tung im Steel­ca­se Lear­ning + Inno­va­ti­on Cen­ter dreh­te sich alles um das The­ma Inte­rior­de­sign von Fahr­zeu­gen. Mit der „Mobi­li­tät für lebens­wer­te Städ­te“ beschäf­tig­ten wir uns auf dem zwei­ten Event im MINI Pavil­li­on und dis­ku­tier­ten über eine fle­xi­ble und nach­hal­ti­ge Nut­zung von Fahr­zeu­gen eben­so wie über die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung von Quar­tie­ren und nut­zer­zen­trier­ter Stadt­ar­chi­tek­tur. Abschlie­ßend ging es in der Neu­en Samm­lung um digi­ta­le Ent­wick­lun­gen: Ob Park­platz­su­che oder Car­sha­ring-App – auch in punc­to Mobi­li­tät wird digi­ta­le Unter­stüt­zung immer wich­ti­ger. Die Dis­kus­sio­nen mach­ten deut­lich, dass der Mobi­li­täts­sek­tor enor­me Chan­cen für Designer:innen bie­tet, um den Wan­del öko­lo­gisch, öko­no­misch und gesell­schaft­lich zu gestalten.

Die Open-house-Ver­an­stal­tung bei FLU­ID in Mün­chen im Rah­men der Rei­he „Crea­ti­ve Con­fluence“ zeig­te, wie intui­ti­ve Nut­zer­er­leb­nis­se in Indus­trie und Medi­zin­tech­nik geschaf­fen wer­den kön­nen. Das Fazit: Ein tie­fes Ver­ständ­nis für Pro­zes­se und Nut­zer­füh­rung ist eben­so ent­schei­dend wie ein kohä­ren­tes Sto­rytel­ling, das den B2B-User an die Hand nimmt.

In zwei Busi­ness Panels mit der IHK Schwa­ben und der IHK Mün­chen wur­de zudem die Rol­le von Design als stra­te­gi­sches Werk­zeug dis­ku­tiert. The­men wie KI in Unter­neh­mens­struk­tu­ren und das Zusam­men­spiel von Design und Manage­ment ver­deut­lich­ten, dass Gestal­tung längst kein „nice to have“ mehr ist, son­dern ein zen­tra­ler Erfolgsfaktor.

Resi­li­ent in die Zukunft

Um Designer:innen für die Zukunft zu stär­ken, star­te­te 2025 die bay­ern design Aca­de­my. Mit pra­xis­na­hen Semi­na­ren wie Design­ma­nage­ment in Unter­neh­men, Design Futu­ring und dem Web­i­nar im Janu­ar zum The­ma Bar­rie­re­frei­heit bie­ten wir Pro­fes­sio­nals, Agen­tu­ren und Unter­neh­men die Mög­lich­keit, ihre Exper­ti­se zu erwei­tern und wett­be­werbs­fä­hig zu blei­ben. Ergän­zend dazu ver­öf­fent­li­chen wir regel­mä­ßig Wis­sens­tex­te von Autor:innen aus unter­schied­li­chen Fach­ge­bie­ten, die wert­vol­le Insights lie­fern und den Aus­tausch zwi­schen Theo­rie und Pra­xis fördern.

2025 war ein Jahr vol­ler Begeg­nun­gen, Expe­ri­men­te und Inspi­ra­ti­on. Wir haben Per­sön­lich­kei­ten ken­nen­ge­lernt, Ideen geteilt und gemein­sam Zukunft gestal­tet. Unser Dank gilt allen Mit­glie­dern und Partner:innen, die die­sen Weg mit uns gegan­gen sind. Mit die­sem Spi­rit bli­cken wir vol­ler Vor­freu­de auf ein krea­ti­ves Jahr 2026.